Angst - Das Camp des Schreckens

deadlyfriend

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Angst - Das Camp des Schreckens


Eine Gruppe junger Erwachsener fährt für einen kleinen Abenteuerurlaub in die Wälder, um im nahgelegenen Fluss eine kleine Bootstour zu unternehmen und anschließend im Feriencamp aufzuschlagen. Doch die Tour verläuft alles andere als perfekt. Streitereien untereinander und eine unprofessionelle Planung verschaffen erste Probleme. Durch einen Streich verschwindet auch noch einer der Teilnehmer im Wald, weshalb die Truppe die Suche startet. Man findet eine seltsame alte Hütte, die aber anscheinend irgendwie bewohnt wird. Schon bald wird die Gruppe kleiner, denn hier wohnt jemand, der keine Eindringlinge mag.

Anfang der 80er war die Hochzeit des Slashers und brachte eine große Anzahl ähnlich gelagerte Filme hervor, die natürlich alle von "Halloween" und "Freitag der 13.te" inspiriert waren. So auch der vorliegende "Angst - Camp des Schreckens" der 1981 entstanden ist. Dieser ist dann eher die Spielart Backwood-Slasher" und somit erstrahlen hier auch schon frühe "Wrong Turn" Vibes. Er besticht auch durch die gelungene Atmosphäre und liefert wegen der Kamera richtig starke Bilder. Die Nebelschwaden die den Wald durchziehen und die wirklich fantastische Waldlandschaft, die auch als Endor im dritten Star Wars Film herhalten musste, verschaffen dem Film dann ein tolles Ambiente. Dazu sind die Charaktere etwas anders geschrieben und haben nicht nur Sex im Kopf. Dennoch wirken sie nicht wirklich sympathisch und es fehlt auch eine Identifikationsfigur. Die Gruppe ist zu groß und fokussiert sich nicht auf einzelne Personen. Das ist auf der einen Seite erfrischend anders, weil er auch ansonsten die üblichen Regeln eines "Final Girl" oder den obligatorischen Leichen-Parcours außen vorlässt, aber dadurch auch keine Hochspannung abliefert. Trotzdem ist er absolut sehenswert, weil eben alles andere äußerst stimmig ist. Das gilt natürlich nur für den Genre-Fan und nicht für den Durchschnittszuschauer. Obendrein ist er allerdings auch filmhistorisch sehr interessant, wenn man die Beteiligten des Films unter die Lupe nimmt, denn Regisseur war kein Geringerer als Andrew Davis, der später mit "Nico" und "Alarmstufe Rot" (mochte ich beide nicht) Steven Seagal zum Star machte, allerdings auch noch Filme wie "Cusack - Der Schweigsame", "Auf der Flucht" und "Collateral Damage" als große Namen in der Filmographie hat. Bemerkenswert ist auch der Cast, der beispielsweise Daryl Hannah und Rachel Ward auffahren konnte, die später alle einen hohen Bekanntheitsgrad hatten. Deshalb lohnt es sich auch unter diesem Aspekt den Film anzusehen. Natürlich ist es dennoch kein absolutes Highlight im Genre, aber für einen Platz im oberen Drittel reicht es allemal. Mit einer etwas besseren Musik, wäre sogar noch mehr drin gewesen. Wenn man den Beginn des Films betrachtet, konnte man dies nicht einmal erahnen und war auf das Allerschlimmste gefasst. Er startet nämlich mit einer Motorrad-Szene, in der man die dunkelhaarige Stuntfrau hervorragend sieht, sie aber nach einem Unfall, scheinbar frisch vom Friseur kommend, mit blonden Haaren wieder aufsteht. Aber versprochen: Danach wird es wirklich besser.
 
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