Gestern Abend hatte ich spontan Lust mir The Stendhal Syndrome nochmal anzuschauen, besonders da er ja hier noch in der neuen 4K Version ungesehen rumstand. Bevor es zum Inhalt geht, noch kurz zur 4K Restauration. Wirklich ein tolles Bild, hat Spaß gemacht den Film so zu sehen. Also absolute Kaufempfehlung.
AW: The Stendhal Syndrome
Der Film ist einfach der Wahnsinn und leider völlig unterbewertet. Obwohl
Das habe ich mich auch schon mehrmals gefragt, gestern aber auch wieder. Es ist schon traurig, wenn die Story in den USA von einem anderen Regisseur und bekannten Hollywood Stars genauso inszeniert worden wäre wie
Dario Argento es in Italien 1996 gemacht hatte, wäre es mit sehr großer Wahrscheinlichkeit ein Kultfilm geworden. Hinzu kommt dann leider die Genre Bezeichnung "Horror" was natürlich sofort eine andere Erwartungshaltung auslöst. Für mich ist der Film ganz klar ein Psychothriller mit deutlichen Bezügen zu Hitchcock. Und hätte man den Film so beworben bzw. ihn in diese Schublade gepackt, wer weiß ob er nicht doch mehr Aufmerksamkeit außerhalb der Italo Fangemeinde bekommen hätte, die er absolut verdient hätte.
Es gibt in der Tag auch für mich sogar drei Szenen, die unpassend sind. Zwei begründet auf der CGI, die absolut nicht sein hätten müssten und eben die von Dir angesprochene Telefon Sequenz. Was die CGI angeht, die hätte er sich wirklich sparen können und man hätte beide Szenen auch mühelos wieder aus dem Film rausschneiden können ohne das es ein Verlust gewesen wäre. Die erste CGI Szene noch einfacher aber selbst bei dem Pistolenschuss hätte man mit guten Schnitten die Flugbahn der Kugel hätte sparen können und es wäre der selbe Schockmoment gewesen wenn Alfredo dann durch das Loch im der Wange hätte durchgeschaut.
Bei der Szene mit dem Telefongespräch im gleichen Raum, frage ich mich immer, warum Argento das macht. Er weiß doch mit Sicherheit selbst, das die Szene nicht funktionieren kann. Vor Allem weil er das doch auf sehr einfachem Weg hätte besser lösen zu können. Er macht sich die Arbeit und lässt bei einem Detail, das eh kaum jemand mitbekommen wird (Die eine Skulptur hat absichtlich ein geöffnetes Auge, was sie im Original nicht hat), so eine unglaubliche Mühe, um dann an dieser Stelle einfach Mist zu fabrizieren. Da steige ich einfach manchmal nicht durch. Schwamm drüber.....
Das habe ich mich gestern auch gefragt. Der Grundgedanke ist ja noch sehr gut. Anna kommt in ihr Elternhaus, man sieht die ermordeten Polizisten, dann die Kunstdrucke und dann eben der Anruf der als Anruf startet. Man hätte dann ja, genauso wie bei
Scream mit einem kleinen Jumpscare ihn plötzlich ins Zimmer stürmen lassen können, aber das er dann einfach so aus dem Nichts auftaucht fand ich auch etwas befremdlich, könnte aber natürlichauch ein Versuch von Argento gewesen sein anzuteasern das Alfredo es dort bereits schon geschafft hatte so sehr in die Psyche von Anna einzutauchen, das sie seine körperliche Anwesenheit nicht mehr spürt da er schon buchstäblich in ihr ist. Irgendwie kann ich es mir halt nicht erklären das er hier, da der restliche Film so genial inszeniert wurde, so gepatzt hat.
Ansonsten war es wieder ein gigantisches Erlebnis. Der Film ist sehr intensiv, hat eine extreme Story und überragend gute Darsteller.
Asia Argento sah nicht nur immer gut aus sondern spielte auch immer sehr gut in den Filmen ihres Vaters.
Thomas Kretschmann hat hier aber auch eine sehr starke Performance des wahnsinnigen Psycho Killers abgeliefert. Vielleicht ist es mit ein Grund warum der Film nicht für größere Bekanntheit gesorgt hat, weil der geneigte Hollywoodzuschauer es gewohnt ist das man auch Motive des Psycho Killers erfährt. Argento hat hier zwar eine sehr starke Figur inszeniert, ohne aber dem Zuschauer Motive aus dessen Vergangenheit oder gar Beweggründe abzuliefern. In einer Hollywood Produktion hätte man hier sicherlich etwas mehr den Fokus noch drauf gesetzt und da es auch eine Ehefrau gab, hätte man auch hier ein paar gemeinsame Szenen zeigen können um Alfredo wie einen normalen liebenden Ehemann noch zu sehen. Argento hat aber, was ich gut finde, den Fokus mehr auf Anna, also das Opfer gelegt. Mit ein paar Änderungen hätte man sicherlich daraus den klassischen Ermittlerin/Opfer/Täter Crime Thriller draus machen können, der sicherlich auch beim Mainstream Publikum besser angekommen wäre. Aber die Idee Anna in den Fokus zu stellen und ihre Transformation zu zeigen fand ich interessanter, auch weil es eben seltener in der Filmgesichchte der Fall war.
Für mich ist der Film so wie er ist fast perfekt, aber dennoch bleibe ich bei der Höchstnote weil es für mich einfach ein sehr sehr guter Film ist.