Der Astronaut - Project Hail Mary

deadlyfriend

Casting
Teammitglied
Registriert
19 Juni 2008
Beiträge
19.175
Ort
Garma
Filmkritiken
187
Der Astronaut - Project Hail Mary

Die Kraft der Sonne neigt sich dem Ende entgegen. Schuld daran hat der sogenannte Petrova-Strahl, eine biologische Lebensform, die aus Mikroorganismen besteht. Man entsendet ein Raumschiff, um die Erde zu retten.

Da die eigentliche Story tatsächlich deutlich komplexer ist, möchte ich sie gar nicht näher ausführen, damit man sich ein wenig mehr überraschen lassen kann. Die ist nämlich wirklich toll und wunderbar umgesetzt. Ich selbst wusste von der Geschichte vorher gar nichts, weshalb ich dies dann auch so weiterempfehlen kann. Dann wirkt der Film nämlich hervorragend, da man immer wieder vom weiteren Verlauf und deren Hintergründe überrascht wird. Man sollte nur nicht den Fehler machen und einfach einen weiteren spannungsgeladenen Weltraum-Katastrophenfilm erwarten oder sonstige Monster. Der Film hat eine völlig andere Geschichte und wird trotz der komplexen Story eher kindgerecht serviert. Als 12-jähriger wäre ich bei dem Film mit Sicherheit komplett ausgerastet und hätte ihn als Heiligtum verewigt. Es ist also absolut hilfreich, wenn man als Erwachsener ein bisschen Kind geblieben ist, denn auch dann macht der Film wahnsinnig viel Spaß. Das liegt daran, dass er sehr ernste Themen behandelt, die einen wirklich nachdenklich stimmen können, nur eben dazu einen Zugang gewährt, der für alle Altersgruppen gedacht ist.
Dazu bringt er vertraute Auszüge aus der Filmgeschichte, die er aber ohne Holzhammer präsentiert, sondern leichtfüßig in die Handlung einbaut.

Ryan Gosling liefert dazu eine großartige Leistung ab und man kann ihn zu jederzeit verstehen und nachvollziehen. Dazu eine denkwürdige Performance von Sandra Hüller, die ihrer Figur wahnsinnig viel mitgibt und in Erinnerung bleiben wird. Die Effekte und auch das Design machen ebenfalls sehr viel Freude. Insgesamt für mich ein großartiger Film, der dem Zuschauer tolle Dinge vermittelt und hoffentlich auch ein paar jüngere Zuschauer prägen kann. Mit einem irritierten Grinsen habe ich zudem festgestellt, dass man dem Project Hail Mary an manchen Stellen vorwarf, realitätsfremd und unlogisch zu sein. Echt jetzt?

Ein wunderschöner Film, den man bei Bedarf einfach einlegen kann, wenn man gerade wieder feststellt, wie unangenehm die Bewohner des Planeten sein können und von der Realität einfach ein wenig entfliehen möchte.
 

Firefly

Filmvisionaer
Registriert
23 Juni 2008
Beiträge
26.666
Ort
Dahoam
Filmkritiken
131
Endlich komm ich dazu hier auch etwas zu schreiben ...
Der Astronaut ist nach Artemis mein liebster Andy Weir Roman ...
bis auf ... dazu aber später ;)

Ich finde es super dass der Film genauso wie das Buch mit vielen offen Fragen beginnt und diese auch wie im Buch erst nach und nach löst ...
Ryan Gosling spielt super, auch die Ineraktionen mit Rocky sind genial

Wie Deadly schon schrieb darf man hier keinen Actionfilm erwarten sondern einen wirklich tollen Familienfilm ...
und leider ist hier aber auch genau mein Problem mit Buch und Film - und zwar das völlig unnötige "Familienfreundliche" Ende ...
Ich habe das schon öfter beredet und diskutiert, aber für mich ist das Ende einfach völlig unpassend ...
Erst drängt man quasi den Zuschauer/Leser dazu sehr viel Phantasie zu erzeugen mit dem unbekannten Schiff, dem Petrona Strahl, wie und warum ist er überhaupt im All ... und dann die letzten 5 Minuten... hier wäre mehr Mut und vertrauen in die Phantasie der Zuschauer möglich gewesen ...
Im Buch übrigens gibt es gar keine Blende mehr auf die Erde, er erfährt es von Rocky dass die Sonne reaktiviert werden konnte ...
Ein Mittelding oder komplett weglassen wär mMn für die Phantasie besser gewesen ...

aber das ist jammern auf höchsten Niveau - für mich ein ganz toller Film, perfekte Umsetzung des Buches ...
 
Oben