Hamnet
Ende des 16. Jahrhunderts im englischen Provinzkaff Stratford-upon-Avon. Der junge Lateinlehrer William Shakespeare und die etwas eigentümliche Bauerntochter Agnes verlieben sich und heiraten gegen alle Widerstände. Sie bekommen drei Kinder während William langsam Karriere macht. Doch das Schicksal meint es nicht gut mit der glücklichen Familie...
Zugegeben, ich habe mich immer schwer getan mit dem Œuvre des legendären englischen Dichters wobei mir die meisten Verfilmungen durchaus gefallen, wenn denn die Sprache sich nicht zu sehr ans Original hält. Denn die ist mir einfach zu anstrengend oder ich bin schlicht zu blöd dazu. Die Geschichten selbst sind natürlich bar jeder Kritik und nicht zu Unrecht gehören sie zum Weltkulturerbe.
In Chloé Zhaos meisterhaften Werk
Hamnet (nach dem Buch von Maggie O'Farrell aus dem Jahr 2020) geht es nun um die (semi-fiktive) Biographie Shakespeares und diese ist ein absolutes Fest für alle Sinne. Sowohl auf der technischen Seite wie Kamera (Łukasz Żal), Sets (Fiona Crombie), Kostüme und Musik (Max Richter) überzeugt
Hamnet dermaßen, das vor allem im letzten Drittel des Films die Gefühle Achterbahn fahren.
Und auch vor der Kamera liefern die Darsteller eine Glanzvorstellung ab, wobei Jessie Buckley als Agnes herausragend performt und dafür zurecht einen Oscar mit nach Hause nehmen durfte. Aber auch Paul Mescal als William oder Emily Watson als seine Mutter agieren auf sehr hohem Level. Heimlicher Star des Films aber ist für mich Jacobi Jupe als Hamnet, der so knuffig und natürlich spielt, das es eine wahre Freude ist.
Hamnet ist pure Kinomagie, die mich total in ihren Bann gezogen hat. Beeindruckene schauspielerische Leistungen, eine Kamera, die aus tollen Perspektiven unvergessliche Bilder kreiert und der Score brennt im Hintergrund ein emotionales Feuerwerk ab. Filmherz, was willst du mehr? Wer ein Faible hat für Meisterwerke wie
Sinn und Sinnlichkeit oder
Bright Star wird auch an
Hamnet nicht vorbeikommen!
10/10