Life-Snatcher
Zach und Randy leben in einer stinklangweiligen Kleinstadt in Missouri, in der sie einfach nicht wissen, wie man die Zeit totschlagen kann. Deshalb beginnen sie via youtube eine Art Web-Serie zu erstellen, in der sie die Nachbarn beobachten und filmen, was nicht immer auf Freude bei den Bewohnern stößt. Bei ihren Streifzügen fallen ihn aber ein paar seltsame Verhaltensweisen auf, die sie im Video festhalten. Als sie gerade die heiße Nachbarin durchs Fenster beobachten, wird sie von irgendetwas gebissen. Sie eilen zu Hilfe, aber das Ding ist weg. Nur die verletzte Nachbarin steht noch unter Schock. Als sie sie am nächsten Tag besuchen, ist die Wunde komplett weg und auch sie verhält sich völlig seltsam. Hilfe wollen sie beim Pfarrer erhalten, doch auch dieser verhält sich keineswegs mehr wie der Geistliche, den sie vorher kannten. Letzter Ausweg ist der Sheriff, doch der glaubt ihnen zunächst kein Wort.
Auch im Jahr 2019 gab es einen Bodysnatcher-Film, der das Thema ins Zeitalter von youtube und Konsorten bugsiert. Zu Beginn war ich eher skeptisch und der Film startete mit dem Eindruck eventuell ganz nett zu werden, ohne wirklich furchteinflößend zu sein. Doch "Life-Snatcher" überholt sich danach selbst und begeisterte mich mit zunehmender Spieldauer immer mehr. Die Bedrohung wird immer spürbarer und der Film variiert wiederkehrend das Tempo, was ihm perfekt gelingt. Subtile Bedrohung löst er in Hetzjagden auf aber bleibt dort nicht stehen, sondern spielt geschickt mit der Geschwindigkeit. Selbstverständlich ist das alles nur geklaut, was man hier sieht, aber es funktioniert wirklich gut. Er mischt die Bücher von Heinlein und Finney zusammen und präsentiert somit die "Puppet Masters" wie auch die "Bodysnatcher". Dazu gibt es noch ein wenig "28 Days Later", denn die Kopien brauchen bei der Transformation zwingend den Kontakt zum Original und wenn man nicht gerade dabei schläft, ist das Opfer einer gnadenlosen Jagd ausgesetzt und in diesem Status wirken die Kopien nämlich, als wenn sie mit "Wut" infiziert wären. Zusätzlich gibt es auch Szenen, die einen an "Dawn of the dead" erinnern. Selbstverständlich sollte man dennoch ein Fan des Genres sein und vor allem auch kleinere Filme mögen, die nicht mit einem großen Budget ausgestattet sind. Das Budget merkt man allerdings erst bei CGI-Einsprengseln, die nicht gelungen sind. Glücklicherweise sind das aber nur ganz wenige Szenen. Der Film hält die Spannung konstant auf einem hohen Level und zusätzlich verzichtet man auf Gore und Blut, weshalb der Film nochmal stärker auf mich wirkt. Er konzentriert sich nämlich auf seine Spannung und die Atmosphäre und das gelingt Regisseur John Murlowski wirklich hervorragend. Mit den beiden Hauptdarstellern Joel Courtney und Calum Worthy kann man zudem gefahrlos sympathisieren und mit Andi Matichak ist auch noch ein bekanntes Gesicht aus der neueren Halloween Trilogie dabei, die hier das Trio ergänzt und ebenfalls auf einem guten Niveau agiert.
Auch wenn hier inhaltlich eben vieles geklaut und vermischt wurde, gibt es trotzdem ein paar originelle Ideen und gerade im Finale macht der Film dann doppelt Freude. Für Body-Snatcher Enthusiasten eine klare Empfehlung und auch als Genre-Einstieg wird der wahrscheinlich hervorragend funktionieren, sofern man ein Faible für kleinere Produktionen hat, die ohne Gore und Gedärm auskommen. Die vielen negativen Bewertungen, kann ich für mich absolut nicht nachvollziehen.