Eine dunkle Begierde

Vince

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Gesamtübersicht aller Kritiken zu Eine Dunkle Begierde:

#02 05.07.2012 Vince
#10 07.04.2026 deadlyfriend
 
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Vince

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AW: Eine Dunkle Begierde

Eine Dunkle Begierde
Es ist inzwischen eine regelrechte Flucht ins Psychologische, die Cronenberg, scheinbar geplagt von seiner Vergangenheit als Body-Horror-Auteur, betreibt. Sie führt ihn ins frühe 20. Jahrhundert, wo er sich auf ein teilweise inzestuös selbstanalytisches Dreiecksspiel einlässt. Das Cronenberg'sche in diesem Drama liegt darin, dass sich freundschaftliche, berufliche und erotische Interessen durch nicht unintelligente, mitunter verflochtene Dialoge miteinander vermischen. Der verzweifelte Versuch, die Komplexität menschlicher Verhaltensweisen aufs Einfachste herunterzubrechen oder umgekehrt einfachen Sachverhalten einen aufgebauschten Facettenreichtum zu unterstellen, führt zu einer zur Schau gestellten Unsicherheit vermeintlich dominanter und über die Gesellschaft erhabener Analysten, die zunehmend mit ansehen müssen, wie sie selbst ihren Zwängen verfallen.
Keira Knightley chargiert dabei viel zu sehr und vergisst beim Grimassieren die Verhältnismäßigkeit. Ein wenig zieht ihre Angestrengtheit das Verhältnis der Figuren auseinander. Ansonsten kann man nur sagen: Souverän gelöst, und dennoch sehnt man sich nach dem alten Cronenberg.
7/10
 

crizzero

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Schöne Kritik zu einem bestimmt hochinteressanten Film! Habe den nun auch vorliegen und werde ihn bei passender Gelegenheit schauen. Nach "Tödliche Versprechen" (9/10) und "A History of Violence" (8/10) freue ich mich auf die erneute Zusammenarbeit von Cronenberg und Mortensen.

Keira Knightley chargiert dabei viel zu sehr und vergisst beim Grimassieren die Verhältnismäßigkeit.

Eine Befürchtung, die ich auch habe. Hoffentlich wird es mich nicht derart stören, dass der komplette Film darunter leidet.
 
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Vince

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AW: Eine dunkle Begierde

Ich mag den neuen psychologischen Cronenberg, den alten somatischen mochte ich aber lieber. Im Bereich des phantastischen Films ist auch leider kein anderer Regisseur nachgewachsen, der Cronenberg ersetzen könnte. Mal schauen, ob ich mir jetzt auch "Cronopolis" im Kino gebe, der sah mal wieder etwas dreckiger aus. Und selbst bei Pattinson hab ich momentan keine Bedenken.
 

Vince

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AW: Eine dunkle Begierde

Aua! Und zuerst wollte ich sogar Metropolis schreiben... ;)
 

crizzero

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Der verzweifelte Versuch, die Komplexität menschlicher Verhaltensweisen aufs Einfachste herunterzubrechen oder umgekehrt einfachen Sachverhalten einen aufgebauschten Facettenreichtum zu unterstellen, führt zu einer zur Schau gestellten Unsicherheit vermeintlich dominanter und über die Gesellschaft erhabener Analysten, die zunehmend mit ansehen müssen, wie sie selbst ihren Zwängen verfallen.

Ein Mordssatz, der den Film eigentlich gänzlich zusammenfasst. :hoch:

Kann dir auch insgesamt nur zustimmen und vergebe ebenfalls 7/10.

Keira Knightley chargiert dabei viel zu sehr und vergisst beim Grimassieren die Verhältnismäßigkeit. Ein wenig zieht ihre Angestrengtheit das Verhältnis der Figuren auseinander.

Danke! Bin froh, dass ich das nicht alleine so sehe. Ich gehe sogar so weit, dass ich sie nicht ernst nehmen kann. Ich halte sie schlichtweg für untalentiert. Mal davon ab, dass sie null Erotik ausstrahlt. Knöchern-kantiges Gesicht, keine Brüste, hagere Figur. Die ist hier - wie in fast jedem Film - eine glatte Fehlbesetzung. :runter:

Nach "Tödliche Versprechen" (9/10) und "A History of Violence" (8/10) freue ich mich auf die erneute Zusammenarbeit von Cronenberg und Mortensen.

Auch wenn Viggo Mortensen Sigmund Freud durchaus mit Stil gespielt hat, so ist dies kein Vergleich zu seinen Rollen in den oben genannten Cronenberg-Werken. Als Nikolai in "Tödliche Versprechen" hat er ohnehin bereits die Rolle seines Lebens gehabt, die ich sogar noch vor Aragorn sehe.
 
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Leatherface

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AW: Eine dunkle Begierde

Eine dunkle Begierde
starkes Drama von Cronenberg, welches sich um die Wegbereiter der Psycho-Analyse handelt. Knightley spielt fantastisch, ebenso Fassbender als Jung. Mortensen kann man wieder einmal nur als grandios bezeichnen und auch (in einer kleineren Rolle) Cassel ist fantastisch. Ruhig inszeniert, prachtvoll ausgestattet und optisch fantastisch in Szene gesetzt.
4/5
 

Leatherface

Filmvisionaer
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AW: Eine dunkle Begierde

Ein Mordssatz, der den Film eigentlich gänzlich zusammenfasst. :hoch:

Kann dir auch insgesamt nur zustimmen und vergebe ebenfalls 7/10.



Danke! Bin froh, dass ich das nicht alleine so sehe. Ich gehe sogar so weit, dass ich sie nicht ernst nehmen kann. Ich halte sie schlichtweg für untalentiert. Mal davon ab, dass sie null Erotik ausstrahlt. Knöchern-kantiges Gesicht, keine Brüste, hagere Figur. Die ist hier - wie in fast jedem Film - eine glatte Fehlbesetzung. :runter:



Auch wenn Viggo Mortensen Sigmund Freud durchaus mit Stil gespielt hat, so ist dies kein Vergleich zu seinen Rollen in den oben genannten Cronenberg-Werken. Als Nikolai in "Tödliche Versprechen" hat er ohnehin bereits die Rolle seines Lebens gehabt, die ich sogar noch vor Aragorn sehe.

die menschliche Psyche ist halt sehr komplex. Und auch in vermeintlich einfachen Sachverhalten kann (mit dem enstprechendem Fachwissen) sehr viel hinein interpretiert werden. Ein Film alleine kann daher dieses Spektrum gar nicht in der Tiefe beleuchten. Kann daher vince´s Aussage nicht wirklich nachvollziehen.

Auch kleine Brüste können schön sein. Und ja, mir gefallen die von der Keira:D
Zugegeben, ein wenig dürr ist sie schon, nach meinem empfinden her ist sie aber dennoch (oder grade deswegen?) eine wunderschöne Frau.

Daß sie untalentiert ist, kann ich allerdings überhaupt nicht nachvollziehen. Grade in den Dramen wie Abbitte, Stolz und Vorurteil oder Die Herzogin spielt sie immer wieder fantastisch.

Bei Mortensen stimme ich dir aber zu. Ich fand ihn als Freud grandios. In Tödliche Versprechen war er aber noch besser:)
 

deadlyfriend

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Eine dunkle Begierde

Sabina Spielrein hat auf psychischer Ebene einige Schwierigkeiten und begibt sich unfreiwillig in die Behandlung von Carl Gustav Jung. Dieser findet tatsächlich einen Zugang zu ihr und beginnt sie zu heilen. Da sie sich zusätzlich für den Beruf interessiert und ihm vertraut, nimmt er sie auch gleichzeitig als Assistentin in Beschlag, wodurch die junge Frau richtig aufblüht. Gleichzeitig lernt er sein Vorbild, Dr. Sigmund Freud, kennen und merkt das er fachlich nicht immer auf einer Wellenlänge mit ihm liegt.

Tja, ich auch nicht, nur dass ich kein Mediziner bin, allerdings beschädigte das meinen Zugang zum Film. Den Beginn fand ich einfach hervorragend und wie die Figur, die von Keira Knightley gespielt wurde, aufblüht, war spannend und interessant anzusehen. Die Fachdiskussionen um die Psychoanalyse waren dann aber eben weniger mein Steckenpferd. Vielleicht analysiert den Grund ja mal jemand.
In jedem Fall ist es so, dass ich nicht wie viele andere in jedem drittklassigen Giallo, das Messer als Phallussymbol betrachte, sondern eben auch manchmal völlig trivial als günstiges Mordwerkzeug, was jeder zu Hause hat. Freud würde aber auch in die Form eines U-Boots etwas Sexuelles hineininterpretieren und keine physikalische Notwendigkeit. Wer sich aber grundsätzlich für die Thematik interessiert, wird hier mit Sicherheit einen hochinteressanten Film zu sehen bekommen. Die Ausstattung ist absolut sehenswert und die Kamera von Peter Suschitzky selbstredend ebenso. Auch die Musik von Howard Shore ist einmal mehr hervorragend. Regisseur David Cronenberg zeigt auch hier, welch ein wandlungsfähiger Regisseur er ist, da man tatsächlich ein lupenreines Historiendrama zu sehen bekommt, welches zu Beginn des 20.ten Jahrhunderts spielt. Mit Viggo Mortensen, Michael Fassbender und Vincent Cassel natürlich zudem hervorragend besetzt. Wenn ich zur Grund-Thematik einen anderen Zugang hätte, wäre "Eine dunkle Begierde" in meiner Gunst mit Sicherheit ein großartiger Film, allerdings ist es bei mir dann trotzdem der erste Film von David Cronenberg geworden, der mich nur partiell fesseln konnte.
 
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