Die Unzertrennlichen

deadlyfriend

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Die Unzertrennlichen

Die eineiigen Zwillinge Beverly und Elliot sind von Kindesbeinen an immer zusammen. Egal ob im College oder auch im späteren Beruf. Sie sind unzertrennlich und teilen alles. Sie haben eine sehr erfolgreiche Gynäkologie Praxis und versuchen unfruchtbaren Frauen zu helfen. Da sie gleichzeitig in der Forschung tätig sind und hervorragende Ergebnisse erziehen, ist auch viel Prominenz bei den Patientinnen. Auch die Schauspielerin Claire Niveau fällt darunter, die auch Interesse an ihrem Arzt besitzt. Die beiden Brüder machen sich die Konstellation auch immer wieder zu Nutze, weshalb sie sich auch die Frauen teilen, die allerdings nichts davon ahnen. Doch diesmal läuft etwas anders, denn Beverly verliebt sich tatsächlich in sie, während Elliot dass lediglich als den üblichen Spaß ansieht. Sie beginnen sich voneinander zu entfernen, was gefährliche Probleme mit sich bringt.

David Cronenberg schuf den Film im Jahr 1988, der auf eine wahre Begebenheit in den 70ern beruht. Irgendwie entfernt er sich mit "Die Unzertrennlichen" von seinem bisherigen Schaffen aber irgendwie auch nicht. Weiterhin steht die Medizin und die Wissenschaft im Fokus und auch der Verfall. Diesmal aber mehr der seelische Verfall, welcher ganz klar im Drama angesiedelt ist. Allerdings war dies bei ihm ja öfter der Fall, nur hier spürt man es noch deutlicher. Die Body-Horror Einlagen sind zurückgefahren aber dennoch vorhanden. Die Inszenierung ist großartig und man merkt dass langjährige Mitstreiter wieder dabei sind, wie beispielsweise Carol Spier und auch Howard Shore. Obendrüber steht allerdings das unglaubliche Spiel von Jeremy Irons, der in seiner Doppelrolle eine brillante Performance abliefert. Das ist wirklich phänomenal. Der Film ist absolut spannend, aber nicht in der Form eines Thrillers, auch wenn er gerne mal so tituliert wird. Es ist nicht wirklich einer. Die Spannung bezieht er eher aus der Geschichte und das Schwert des Damokles, welches ständig über dem Brüderpaar schwebt. Dennoch kein ganz einfacher Film, der jetzt nicht gerade durch Wohlfühlmomente glänzt. Allerdings sind wir hier auch bei Cronenberg und wundervolle Enden mit glücklichen Menschen unter strahlendem Himmel, waren ja nicht unbedingt sein Steckenpferd.
 
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