Ingenium

deadlyfriend

Casting
Teammitglied
Registriert
19 Juni 2008
Beiträge
18.970
Ort
Garma
Filmkritiken
186
Ingenium

Felicitas und Natascha wachsen in einem Waisenhaus an und werden Freundinnen fürs Leben. Natascha muss nur irgendwann in eine Nervenheilanstalt und auch Feli hat Probleme mit wiederkehrenden Alpträumen. Sie beschließt nach Bangkok zu reisen, um ein wenig abzuschalten. Eigentlich war die Reise mit Natascha zusammen geplant, was nun nicht mehr umzusetzen ist. Sie lernt dort durch einen Zufall die Thailänderin Gai kennen, die ihr bei Sprachproblemen ein wenig hilft, weil sie wenig Deutsch spricht. Sie verbringen einen wundervollen Tag, doch am Abend werden sie von seltsamen Männern gejagt, was in einer Schießerei endet. Gai stirbt und Feli schafft es gerade noch zum Flughafen, um die Rückreise anzutreten. Wieder in Berlin angekommen stellt sie fest, dass in ihrer Wohnung eine fremde Frau wohnt. Hilfesuchend wendet sie sich an ihren Freud, der ihr mitteilt, dass sie dort doch ausgezogen ist. Ein Umstand an den sie sich überhaupt nicht erinnern kann. Zusätzlich findet sie auf ihrem Handy eine Nachricht von Gai aus Bangkok, die sie wohl kurz vor ihrem Tod für sie hinterlassen hat. Sie spricht davon, dass Feli in großer Gefahr ist und anbei ist ein Foto von ihr und Natascha als Kinder. Ein Foto dessen Original sie suchen soll. Wie kommt die ihr völlig unbekannte Gai in Bangkok an ein Kinderfoto von früher und was hat es damit auf sich? Dies ist aber nur der Beginn an seltsamen Mysterien, denen sie auf den Grund gehen will.

Brett! Tatsächlich ist das ein Independent Film aus Deutschland, wodurch ich wahrscheinlich jetzt bereits die ersten 10 Leser verloren habe, aber die machen dann eben einen großen Fehler. Der Film ist wirklich klasse und sieht absolut nicht nach einer Amateur Produktion aus, wie wir sie aus dem Wald und Wiesen Splatter kennen. Was dieses Filmteam auf die Beine gestellt hat, ist einfach kaum in Worte zu fassen. "Ingenium" ist richtig spannend und völlig mysteriös und bietet dazu eine richtig starke Atmosphäre. Eventuell hat man in den letzten 30 Minuten etwas zuviel gewollt aber das ist zu verschmerzen. Ich saß wie gebannt vor dem Bildschirm und folgte der bizarren und wirklich stark fotografierten Geschichte. Immer dabei im Hinterkopf, dass dies eine kleine Produktion von ein paar Enthusiasten ist, die an dem Film 5 Jahre gearbeitet haben. Nicht durchgehend, immer wenn Zeit und Möglichkeiten da waren. Sie mussten dadurch ständig andere Kameras nutzen und auch die Locations hatten sich über die Jahre verändert, weshalb sie sich eine ganze Menge einfallen lassen mussten. Auch Änderungen am Drehbuch waren die Folge und trotzdem haben sie einen wahnsinnig geilen Film hinbekommen. Wenn man die kompletten Dinge der Produktion erfährt, ist man fassungslos was für ein Ergebnis hier abgeliefert wurde. Man ist so tief in der Geschichte, dass einige Dinge überhaupt nicht auffallen. Ja, man bekommt schon mal den Wechsel auf CGI mit, der dann eben notwendig wurde, aber man ist immer noch so geflasht von dem Film, dass man das einfach durchwinkt. Einen großen Anteil daran hat auch Hauptdarstellerin Esther Maass, die hier für mich weit weg von einer Amateurdarstellerin agiert. Der kauft man das alles komplett ab. Der Film ist spannend, unheimlich, voller Ideenreichtum und richtig kreativ. Absoluter Tipp für Aufgeschlossene, die auch gerne mal einen Blick über den Tellerrand hinaus wagen und zudem das Ergebnis nicht mit dem letzten 200 Millionen Blockbuster vergleichen, sondern eher irritiert im Sessel sitzen, was man mit ganz wenig Budget und viel Leidenschaft erreichen kann. Das Teil sieht einfach um ein Vielfaches teurer aus, was es wahrscheinlich letztlich gekostet hat.
 

deadlyfriend

Casting
Teammitglied
Registriert
19 Juni 2008
Beiträge
18.970
Ort
Garma
Filmkritiken
186
@Tarantino1980

Aktuell ist das Mediabook für 12,95 im Labelshop von Camera Obscura und ein ganz sicherer Tipp, da du ja eben auch das Auge für solche Filme hast.

@Die wilde 13 Dich ziehe ich da auch mal mit rein :nice:

Ich bin immer noch baff, was die da gebaut haben.
 

deadlyfriend

Casting
Teammitglied
Registriert
19 Juni 2008
Beiträge
18.970
Ort
Garma
Filmkritiken
186
Danke für den Tipp! Zu dem Kurs habe ich ihn auf jeden Fall einmal eingetütet. Ich bin gespannt!

Das freut mich total :rock: Da ich dies ja auch in der Gruppe gepostet habe, sind es jetzt 4 Leute die sich den am gleichen Tag bestellt haben. Für mich hat er sich das auch absolut verdient. Ich finde ja auch, dass man solche Filme und solche Firmen auch unbedingt unterstützen muss. Gerade Camera Obscura finde ich einfach klasse, was die alles ausbuddeln.
 

Die wilde 13

Storyboard
Teammitglied
Registriert
12 Nov. 2008
Beiträge
18.715
Ort
Duckburg
Filmkritiken
113
Habe mir gestern Ingenium gegönnt und das kann man echt wörtlich nehmen. Man wird sofort in diese mysteriöse Geschichte hineingezogen, es kommt keinerlei Leerlauf auf und man ist ab der ersten Sekunde gespannt, wie sich alles entwickelt. Erst am Ende wird es aus meiner Sicht etwas konfus und wirkt ein wenig überfrachtet aber ich denke, da werden weitere Sichtungen hoffentlich Abhilfe schaffen. Auch Dank der knackigen Laufzeit wird der bestimmt noch des öftern im Player landen
Einen riesigen Anteil, das die Geschichte sofort zündet, hat dabei vor allem Hauptdarstellerin Esther Maaß, die einen fabelhaften Job macht. Gab es eigentlich eine Szene ohne sie? Sie trägt den Film ja fast im Alleingang und man leidet, freut und kämpft mit ihr mit. Aber der Rest vom Cast ist auch prima unterwegs, da gibt es nix zu meckern.

Und was die technische Seite betrifft, da ziehe ich nur meinen Hut! Mit soviel Leidenschaft und Know-How sämtliche Widerstände getrotzt, absolut bewundernswert. Bei den Trivias im MB wird ja auf einiges aufmerksam gemacht, was, wie und warum nicht immer ganz gepasst hat aber ehrlich, ich habe beim Schauen davon so gut wie nichts mitbekommen, weil mein Fokus allein auf die spannende Geschichte lag. Nur einmal dachte ich "Wow, die hatten eine Drehgenehmigung für das Dach des Berliner Doms?" Das kriegen bestimmt noch nicht mal alle "professionellere" Produktionen gebacken. Also, Riesenkompliment an alle Beteiligten, allen voran Steffen Hacker und Esther Maaß, mit diesen eingeschränkten Mitteln so einen prächtigen Sci-Fi-Mystery-Knaller hinzulegen. Er ist bestimmt nicht perfekt aber Leidenschaft und Kreativität sind auf ganz hohem Niveau!

Danke, deadly, für diesen Tipp, der mir gestern sehr viel Freude bereitet hat. :)
 

deadlyfriend

Casting
Teammitglied
Registriert
19 Juni 2008
Beiträge
18.970
Ort
Garma
Filmkritiken
186
Habe mir gestern Ingenium gegönnt und das kann man echt wörtlich nehmen.
Hoch soll er leben, hoch soll er leben :rock::knuddel:Mega!
Man wird sofort in diese mysteriöse Geschichte hineingezogen, es kommt keinerlei Leerlauf auf und man ist ab der ersten Sekunde gespannt, wie sich alles entwickelt. Erst am Ende wird es aus meiner Sicht etwas konfus und wirkt ein wenig überfrachtet aber ich denke, da werden weitere Sichtungen hoffentlich Abhilfe schaffen. Auch Dank der knackigen Laufzeit wird der bestimmt noch des öftern im Player landen
Ich hatte ihn ja tatsächlich einen Tag später nochmal geschaut. Hatte meiner Frau davon erzählt und sie wollte ihn auch sehen, weshalb er direkt nochmal lief. Ich kann also durchaus bestätigen, dass er für mehrere Sichtungen taugt.
Einen riesigen Anteil, das die Geschichte sofort zündet, hat dabei vor allem Hauptdarstellerin Esther Maaß, die einen fabelhaften Job macht. Gab es eigentlich eine Szene ohne sie? Sie trägt den Film ja fast im Alleingang und man leidet, freut und kämpft mit ihr mit. Aber der Rest vom Cast ist auch prima unterwegs, da gibt es nix zu meckern.
Klasse, dass Du das auch so siehst. Ich fand die wirklich richtig stark und war fassungslos, dass sie eine Amateurdarstellerin ist.
Und was die technische Seite betrifft, da ziehe ich nur meinen Hut! Mit soviel Leidenschaft und Know-How sämtliche Widerstände getrotzt, absolut bewundernswert. Bei den Trivias im MB wird ja auf einiges aufmerksam gemacht, was, wie und warum nicht immer ganz gepasst hat aber ehrlich, ich habe beim Schauen davon so gut wie nichts mitbekommen, weil mein Fokus allein auf die spannende Geschichte lag.
Tatsächlich hatte ich mir vorgenommen, bei der Zweitsichtung darauf zu achten. Ist mir meistens misslungen, da ich wieder so tief in der Geschichte war, dass die Dinge auf die ich achten wollte, ungeprüft vorbeizogen. Nur das sie ein anderes Fahrzeug verwenden, habe ich dann mitbekommen. Beim ersten mal allerdings nicht. Das lag ja daran, dass der Regisseur es nicht mehr hatte und das gleiche Modell nicht auftreiben konnte. :lol:
Nur einmal dachte ich "Wow, die hatten eine Drehgenehmigung für das Dach des Berliner Doms?" Das kriegen bestimmt noch nicht mal alle "professionellere" Produktionen gebacken.
Die Geschichte dass sie aber für innen eine Genehmigung hatten, fand ich abgefahren. Auch dass sie aufgrund dieser Möglichkeit dort zu drehen, die Story wieder umgeschrieben haben, um die Sequenz auszuweiten. Das Making of hast du gesehen?

Also, Riesenkompliment an alle Beteiligten, allen voran Steffen Hacker und Esther Maaß, mit diesen eingeschränkten Mitteln so einen prächtigen Sci-Fi-Mystery-Knaller hinzulegen. Er ist bestimmt nicht perfekt aber Leidenschaft und Kreativität sind auf ganz hohem Niveau!
Kann ich genauso unterschreiben. Ja, er ist am Ende etwas übermotiviert, aber trotzdem finde ich ihn in der Gesamtheit einfach nur beeindruckend.
Danke, deadly, für diesen Tipp, der mir gestern sehr viel Freude bereitet hat. :)
Vielen Dank, dass Du den Tipp in die Tat umgesetzt hast. Nicht nur einfach gekauft, sondern auch noch angesehen. :rock::knuddel: Das finde ich echt großartig! Ich freue mich aber auch wahnsinnig, dass der Film bei Dir so gut ankam. Ist ja bei solchen Filmen mit Mysterien nicht immer ganz einfach. Zumal es ja eben auch noch eine Amateurproduktion ist. Jetzt bin ich aber in jedem Fall beruhigt, dass zumindest einer der Käufer schonmal hochzufrieden ist.
 

Die wilde 13

Storyboard
Teammitglied
Registriert
12 Nov. 2008
Beiträge
18.715
Ort
Duckburg
Filmkritiken
113
Ich fand die wirklich richtig stark und war fassungslos, dass sie eine Amateurdarstellerin ist.
Ja, kann man kaum glauben! Noch unglaublicher, das sie seitdem nur zwei weitere Filme gedreht hat als Nebendarstellerin. Welch eine Verschwendung von Talent.
Das Making of hast du gesehen?
Nein noch nicht, nur das Booklet gelesen, was schon sehr aufschlussreich ist, was die Umstände der Dreharbeiten angeht. Wird aber noch nachgeholt, weil es ja fast noch spanndender ist als der Film selbst. :D

Ist mir meistens misslungen, da ich wieder so tief in der Geschichte war, dass die Dinge auf die ich achten wollte, ungeprüft vorbeizogen.
Alleine das spricht ja total für diesen Film. Bei der Erstsichtung hat man davon ja noch keinen Plan aber zur Zweitsichtung nimmst du es dir vor und schaffst es nicht, weil Ingenium einfach zu geil ist. Bin gespannt, wie es mir ergeht. Das einzige, was mich nur am Rande kurz irritiert hat, war, das das verlassene Schulgebäude schon viel zu lange verlassen schien und nicht zum Alter von Feli und Natascha passte.

Jetzt bin ich aber in jedem Fall beruhigt, dass zumindest einer der Käufer schonmal hochzufrieden ist.
Mehr als das!! Aber bei deinen Tipps kann ja, was mich betrifft, kaum was schief gehen, zumindestens beim Thema Film. Bei der Musik sieht das schon wieder anders aus. ;)
 
Oben