La Abuela

deadlyfriend

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La Abuela

Susana arbeitet als Model in Paris, als sie die Nachricht aus der Heimat bekommt, dass ihre Großmutter einen Unfall hatte. Sie fliegt sofort zurück und bekommt die traurige Info, dass ihre Oma zwar lebt aber irreparable Schäden hat. Sie ist zum Pflegefall geworden und bekommt anscheinend auch ihre Umwelt nicht mehr mit. Susana beschließt erstmal vor Ort zu bleiben und sucht parallel nach einer Pflegekraft, damit sie ihrem Beruf weiterhin nachgehen kann, aber die alte Dame dafür nicht in ein Heim muss. Allerdings führt sie dabei ein seltsames Eigenleben, bei dem nicht wirklich klar ist, ob sie tatsächlich nichts mitbekommt. Zumindest häufen sich seltsame Dinge in der Wohnung, die irgendwann nicht mehr zu erklären sind.

Paco Plaza, der ja bereits durch seine Mitarbeit an [REC] und seinem Film "Second Name" aufgefallen war, ist wieder im Bereich des Gruselfilms tätig und konzentriert sich auf eine subtile Erzählweise, die mit einigen Schrecksequenzen garniert wurden. Action ist nicht vorhanden, weshalb der Film nur für Leute zugänglich sein wird, die etwas für die Spielart des ruhigen und mysteriösen Horrors empfänglich sind. Er lebt von seinen Bildern und natürlich auch durch seine Darstellerinnen, die dem Film sehr gutstehen. Er setzt konsequent auf Atmosphäre, verdeutlicht aber auch Probleme, wenn ein Pflegefall einen aus seinem eigenen Leben reißt. Problematisch ist aber ein wenig die Laufzeit von über 90 Minuten, denn die komplette Story wirkt eher wie eine Kurzgeschichte, die etwas aufgebläht wurde. Deshalb wiederholen sich Dinge, weshalb sich die Spannung zuweilen zu sehr auf einem gleichen Niveau befindet. Tolle Ansätze, wie beispielsweise das Kindertagebuch, an dessen Inhalte sich Susana absolut nicht erinnern kann, obwohl sie sie selbst geschrieben hat, werden zu wenig ausgebaut und werden zu wenig weiterverfolgt. Allerdings gibt es auch grandiose Aufnahmen zu bewundern, vor allem wenn man an die ganzen Szenen mit Spiegeln denkt, die einfach großartig gefilmt wurden. Dennoch ist es nicht der ganz große Wurf geworden, aber ein guter Grusler für zwischendurch.
 
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