Im Labyrinth des Schweigens

deadlyfriend

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Im Labyrinth des Schweigens

Der Journalist Thomas Gnielka spricht bei der Frankfurter Staatsanwaltschaft vor, da er Kenntnisse über Kriegsverbrecher besitzt, die heute unbehelligt unterrichten oder auch in anderen gut situierten Positionen verweilen. Dort stößt er aber auf großes Desinteresse. Den meisten ist das nämlich ziemlich egal. Nur der junge Staatsanwalt Johann Radmann beginnt sich dafür zu interessieren und sucht ihn auf. Dort hört er zum ersten Mal etwas über ein Konzentrationslager namens Auschwitz und versucht Ermittlungen einzuleiten. Seine Kollegen und Vorgesetzten verspotten ihn dafür und versuchen sogar dies zu unterbinden. Nur Generalstaatsanwalt Fritz Bauer ist anscheinend daran interessiert und überträgt ihm die Leitung für die Ermittlungen. Anhand von Dokumenten, die er bei einem ehemaligen Insassen ohne seine Zustimmung an sich nimmt, versucht er Täter und Opfer zu finden. Die ersten Zeugenaussagen von Überlebenden setzen ihm komplett zu und er hört Dinge, die er sich nicht einmal vorstellen konnte. Dabei fällt auch oftmals der Name Dr. Josef Mengele, dem dortigen Lagerarzt. Neben weiteren Personen wird Mengele nun zu seinem Hauptziel und er erfährt, dass er sich wiederkehrend in Deutschland aufhält, ohne das er verfolgt wird.

So seltsam sich die Inhaltsangabe aus heutiger Sicht anhören mag, da man mit den Namen etwas vertrauter ist, so irritierend waren wohl die Verhältnisse in den 50ern. Passend dazu, dass eine wirkliche Beschäftigung mit dem Thema erst Ende der 70er Jahre durch die Fernsehserie "Holocaust" stattfand. Das aber nur am Rande, denn Generalstaatsanwalt Fritz Bauer gab es wirklich und hat entscheidend dazu beigetragen, dass wenigstens Adolf Eichmann geschnappt wurde. Dagegen ist der filmische Staatsanwalt Johann Radmann fiktiv, allerdings auch nicht so wirklich, da im Film 3 reale Personen zu einer umgeschrieben wurden. Eine davon war Gerhard Wiese und war auch an der Entstehung des Filmes beteiligt. Dabei greift "Im Labyrinth des Schweigens" zwar auf filmisches Storytelling zurück, um diese Geschichte leichter zugänglich für den normalen Zuschauer zu gestalten, schafft es aber dennoch der Realität gebührend Respekt zu verschaffen. Schließlich sind die Frankfurter Auschwitz Prozesse anscheinend nicht wirklich jedem ein Begriff. Deshalb ist der Film auch für diese Leute richtig spannend und ein brillanter Einstieg in die Thematik, aber selbst, wenn man sich damit schon einmal beschäftigt hat, ist der Film absolut interessant. Klar, wer tiefer in der Materie ist wird sich möglicherweise an den filmischen Zutaten stören, aber die halte ich in diesem Fall für absolut legitim.
Die Sets der späten 50er bzw. beginnenden 60er sind zudem liebevoll gestaltet und machen auch aus diesem Blickwinkel richtig Freude. Zudem ist das Drehbuch sehr gut geworden, weshalb man sich zwar im Thriller wähnt aber dennoch mit genügend echten Informationen gefüttert wird. Deshalb halte ich den Film für absolut gelungen und kann ihn bedenkenlos empfehlen, wenn man sich mal dieser Thematik nähern möchte. Ich weiß, das werden nicht viele tun..............................wie damals. Immerhin ist der Film inzwischen auch schon 12 Jahre alt und wirklich viele gesehen haben ihn anscheinend nicht.
 

Die wilde 13

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Habe mit Im Labyrinth des Schweigens heute angesehen und er hat mir sehr gut gefallen. Wenn man bedenkt, das der Krieg erst seit 15 Jahren vorbei war (so, als wenn wir heute vom Jahr 2010 sprechen würden), ist es wirklich erschreckend, wie schnell damals alles unter den Tisch gekehrt wurde, wobei es aber auch sehr bemerkenswert war, wie schnell wieder alles aufgebaut wurde. Das würden wir heute nicht mehr so hinbekommen... :D

Das aber nur am Rande, denn Generalstaatsanwalt Fritz Bauer gab es wirklich und hat entscheidend dazu beigetragen, dass wenigstens Adolf Eichmann geschnappt wurde.
Kennst du Der Staat gegen Fritz Bauer? Hier steht eben dieser im Mittelpunkt der Handlung und ist sehr gut!

Klar, wer tiefer in der Materie ist wird sich möglicherweise an den filmischen Zutaten stören, aber die halte ich in diesem Fall für absolut legitim.
Gut, die Liebesgeschichte macht die Handlung stellenweise etwas seicht, ist aber in meinen Augen absolut relevant, weil hier eben aufgezeigt wird, das sich jeder mit der Vergangenheit beschäftigen und es gegebenfalls hinterfragen sollte. Erst durch Marlene wird Johann klar, das sein vermisster Vater nicht der war, was seine Mutter ihn glauben ließ. Aber hatten die meisten überhaupt eine Wahl? Schwierig, in unserer heutigen Wohlstandsgesellschaft darüber zu (ver)urteilen.

Und Friederike Becht ist wunderschön anzusehen! ;)

...Anhand von Dokumenten, die er bei einem ehemaligen Insassen ohne seine Zustimmung an sich nimmt, versucht er Täter und Opfer zu finden.
War interessant, dabei zuzusehen, wie schwierig es war, überhaupt an Infos ranzukommen. Heute hingegen kein Problem aber es ist schwierig, die Masse an (Fehl)Informationen korrekt einzuordnen und zu hinterfragen.
 

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Habe mit Im Labyrinth des Schweigens heute angesehen und er hat mir sehr gut gefallen.
Fantastisch! Freut mich total!
Wenn man bedenkt, das der Krieg erst seit 15 Jahren vorbei war (so, als wenn wir heute vom Jahr 2010 sprechen würden), ist es wirklich erschreckend, wie schnell damals alles unter den Tisch gekehrt wurde, wobei es aber auch sehr bemerkenswert war, wie schnell wieder alles aufgebaut wurde. Das würden wir heute nicht mehr so hinbekommen... :D
Auf der einen Seite wirklich erschreckend und auf der anderen Seite auch irgendwie nachvollziehbar. An dieser Stelle fällt mir grundsätzlich der Film "Dier Mörder sind unter uns" mit Hildegard Knef ein. Der zeigt das ambivalente Verhalten sehr gut. Einer kommt mit der Vergangenheit nicht klar und der Nächste schaut in die Zukunft und möchte nicht zurückblicken. Allerdings verurteile ich das nicht einmal, da ich mich nicht wirklich da rein versetzen kann.
Kennst du Der Staat gegen Fritz Bauer? Hier steht eben dieser im Mittelpunkt der Handlung und ist sehr gut!
Den Film habe ich noch nicht gesehen, aber natürlich Doku Material über ihn etc. Gerade wenn man sich näher mit Eichmann beschäftigt, ist er ständig präsent.
Gut, die Liebesgeschichte macht die Handlung stellenweise etwas seicht, ist aber in meinen Augen absolut relevant, weil hier eben aufgezeigt wird, das sich jeder mit der Vergangenheit beschäftigen und es gegebenfalls hinterfragen sollte. Erst durch Marlene wird Johann klar, das sein vermisster Vater nicht der war, was seine Mutter ihn glauben ließ. Aber hatten die meisten überhaupt eine Wahl? Schwierig, in unserer heutigen Wohlstandsgesellschaft darüber zu (ver)urteilen.
Hervorragend! Genauso sah ich das auch. Es ist zunächst einfach mal ein tolles Beispiel im Film, wie es das eben in jener Zeit zu Hauf gab. Zusätzlich macht man es dem etwas durchschnittlicheren Zuschauer damit einfacher einen Zugang zum Film zu bekommen. Solche Kniffe finde ich immer durchaus legitim, wenn einem daran gelegen ist die Leute zu einem Thema hinzubringen. Ich denke auch dass viele Leute auch Angst davor hatten zu fragen, weil es ja eine Antwort hätte geben können. Genauso schwierig für die, die dabei waren. Sie konnten nicht darüber reden, selbst wenn sie wollten. Auch für die Opfer, die nicht ständig daran erinnert werden wollten, was sie erlebt haben.
Und Friederike Becht ist wunderschön anzusehen! ;)


War interessant, dabei zuzusehen, wie schwierig es war, überhaupt an Infos ranzukommen. Heute hingegen kein Problem aber es ist schwierig, die Masse an (Fehl)Informationen korrekt einzuordnen und zu hinterfragen.
Ja, das ist heute äußerst unschön. Glücklicherweise können wir heute auf Wissen aufbauen und damit auch Fakes zu identifizieren. Wer neu einsteigt, hat es jetzt schwerer. Aber auch nur, wenn er lediglich das Internet nimmt. Es gibt immer noch unzählige Bücher, die logischerweise unverfälscht sind. Diese ganzen Verschwörungs-Idioten gehen mir aber auch tatsächlich auf die Nüsse. Vor wenigen Tagen war Jahrestag der Gustloff. Da liest man dann im Netz wieder Parolen, das die öffentlich-rechtlichen dazu natürlich schweigen und es durch den Staat untersagt bekommen, von der deutschen Schuld abzulenken, weshalb man den Untergang nicht zum Thema macht. Also genau die gleichen öffentlich-rechtlichen die einen 3-stündigen Zweiteiler mit dem Namen "Die Gustloff" produziert, gesendet und als DVD veröffentlicht haben. Zusätzlich noch Dokumentationen, die partiell in den Mediatheken abrufbar sind. Das sind echt Leute, denen ich inzwischen am liebsten einfach mal die Fresse polieren würde. Solange bis sie merken, wie doof sie sind.
 
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