The Silent House

deadlyfriend

Casting
Teammitglied
Registriert
19 Juni 2008
Beiträge
18.925
Ort
Garma
Filmkritiken
186
The Silent House

Laura und ihr Vater werden von einem Bekannten gebeten ein altes Haus im Nirgendwo ein wenig zu renovieren, da er es in mittelfristiger Zukunft verkaufen möchte. Sie nisten sich dort ein, um am nächsten Tag früh beginnen zu können. Doch schon in den Abendstunden wird Laura auf seltsame Geräusche aufmerksam, die vom Dachboden zu kommen scheinen. Sie weckt ihren Vater, der nachsehen soll und kurz darauf ist Laura allein im Haus. Mit einer Lampe und einer Sichel bewaffnet, erkundet Laura nun das Haus um den mysteriösen Dingen auf den Grund zu gehen.

Ein Film aus Uruguay, der nur umgerechnet 6000 Euro gekostet haben soll und das Ergebnis ist absolut bemerkenswert. Natürlich befinden wir uns im Grusel-Genre und der Film bietet dazu auch viele bekannte Versatzstücke an, aber er ist auch ziemlich innovativ, denn der Film läuft in Echtzeit ab. Angeblich wurde er sogar nur mit einem Take gedreht, das heißt, es findet kein Schnitt statt und die Kamera bleibt durchgehend bei Laura und begleitet sie. Dabei bleibt sie auch oftmals hinter ihr, wodurch sie manchmal vor dem Zuschauer etwas sieht, da ihr Körper das Bild teilweise verdeckt. Das zeugt von einer richtig gruseligen Atmosphäre, da natürlich auch ein paar Schocksequenzen anstehen. Ein wenig zu vergleichen wenn man selbst solche Spiele wie "Silent Hill" oder "Resident Evil gezockt hat und man verschiedene Räume untersucht. Zumindest so ein Gefühl hatte ich beim Schauen. Zusätzlich arbeitet der Ton gut mit, wenn plötzlich hinter einem etwas auftaucht und der Ton zuvor nur frontlastig war. Allerdings nicht diese Ka-Wumm Einschübe, die nichts mit dem Bild zu tun haben, sondern Geräusche, die im Haus tatsächlich vorkommen. Dazu eine feine und subtile Musik, die die Atmosphäre nachhaltig stärkt. Spätestens an dieser Stelle muss man dann auch die Leistung von Florencia Colucci hervorheben, die ja in der Theorie den kompletten Ablauf im Kopf haben muss und an jeder Stelle genau wissen muss, was sie jetzt als Nächstes zu tun und in welchen Raum sie zu gehen hat und das durchgehend bis zum Ende. Das ist irgendwie alles sehr beeindruckend. Leider hat man in dieser kleinen Independent Produktion am Ende noch einen Clou in der Handlung einbauen müssen, was das Gesamtergebnis trübt. Bis dahin, fand ich ihn wirklich sensationell, auch wenn kaum Handlung da war. Schließlich begleitet man sie als Zuschauer ja lediglich durchs Haus. Am Ende versucht man dann eine Geschichte mit Storytwist einzubauen, was für mich persönlich einfach nicht ganz stimmig war. Dennoch muss man wiederholen, dass dies eine 6000 Euro Produktion aus Uruguay ist und auch deshalb kann ich das Ende auch ein wenig verschmerzen. Eine Art "Blair Witch" Ende oder auch das von "Hotel" hätte dem Film meines Erachtens aber besser gestanden. Trotzdem empfehlenswert, wenn man ein Herz für kleine Produktionen hat, die nicht den Fokus auf Gore und Splatter setzen.
 
Oben