Die Bestie von Bayonne

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Die Bestie von Bayonne

Ein Horrorsturm legt die Umgebung der kleinen Stadt Bayonne in Schutt und Asche. Gleichzeitig ist ein 11-jähriges Mädchen spurlos verschwunden. Kommissar Castaing leitet die Suche, glaubt aber bald nicht mehr daran, dass es mit dem Sturm zusammenhängt, sondern eher das ein Verbrechen vorliegt. Leider verrennt er sich in dem Fall und wird immer besessener davon, weil er versprochen hat, das Kind zu finden. Er geht mit Verdächtigen nicht wirklich professionell um und wird schließlich suspendiert. Trotzdem ermittelt er privat weiter und zerbricht langsam daran.

20 Jahre später. Die Tochter von Castaing ist inzwischen auch Polizistin und arbeitet im Sonderdezernat für Kindesentführung in Bordeaux. In ihrem aktuellen Fall stößt sie bei ihren Ermittlungen auf einen Tatverdächtigen namens Serge Fouquet. Einen Namen, den sie sehr gut kennt, da er der Hauptverdächtige ihres Vaters vor 20 Jahren war, dem man aber nie etwas beweisen konnte. Sie reist in ihre Heimat zurück und trifft dort auf die Geister ihrer eigenen Vergangenheit und beginnt den alten Fall neu aufzurollen, um ihn mit dem aktuellen Fall zu verbinden. Dabei reißt sie viele alte Wunden auf. Ihre eigenen, aber auch die von ihrer Heimat, die das Verschwinden des Mädchens nie verwinden konnte.


Die 6-teilige französische Mini-Serie ist richtig stark geworden. Ganz tolle Charaktere und ein richtig interessanter und spannender Fall, der manchmal völlig klar und eindeutig ist, dann aber auch wieder für Rätsel und Ungereimtheiten sorgt. Die knapp 60 Minuten pro Folge haben es in sich und lassen die kurze Serie wie ein langer Spielfilm erscheinen, den man schnell durch hat, da man immer gespannt darauf ist, wie es weitergeht. Die Franzosen haben hier trotz Südfrankreich, eher den Ton des Nordic-Noir getroffen und bieten tolle und unverbrauchte Kulissen, die wundervoll von der Kamera eingefangen wurden. Dazu eine tolle Atmosphäre kreiert und Charaktere mit Ecken und Kanten erschaffen, die eben auch mal falsche Entscheidungen treffen. Die Darsteller sind ebenfalls hervorragend für ihre jeweiligen Rollen ausgesucht und passen perfekt ins Bild. Trotz des reißerischen Titels, bleiben wir zudem von Blood and Gore verschont, da man es geschafft hat ohne die üblichen Blickfänger für Spannung und Interesse zu sorgen. Klare Empfehlung für Freunde des Nordic-Noir und Krimifreunden, die auch ohne Blut und Gewalt Freude haben.
 
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