Cinderella

deadlyfriend

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Cinderella

Kenneth Branagh ist einfach eine bemerkenswerte Person. Als Darsteller und auch als Regisseur. Irgendwie scheint er alles zu können. Er liefert Top-Thriller wie "Schatten der Vergangenheit", liefert Shakespeare Dramen, einen wirklich tollen Beitrag für das MCU, eine wunderbare Neufassung zu Hercule Poirot und spielt dann auch noch den besten Wallander aller Zeiten. 2015 verschaffte er dann einem eigentlich ausgelutschten Märchen eine Menge Leben.

Cinderella ist tatsächlich ein wundervoller Film. Natürlich verfilmte Branagh hier den Zeichentrickfilm von 1950 in Realform, änderte aber auch ein paar Dinge in der Dramaturgie, die der Geschichte hervorragend stehen. Zudem ist das Werk einfach nur opulent und bildschön. Man kann in jeder Szene versinken und man fühlt sich wirklich wie im Märchen. Jede Nuance passt, jede kleine Facette sitzt perfekt, wie der gläserne Schuh von Cinderella. Das Kleid und auch die Tanzszene auf dem Ball sind atemberaubend und man staunt als Zuschauer genauso wie die Gäste. Dabei ist anzumerken, dass er Dinge aus der Zeichentrick-Version und dem Deutsch-Tschechischen Kultfilm "3 Haselnüsse für Aschenbrödel" vermischt, wobei er wahnsinnig viel Respekt an den Tag legt. Dabei lässt er eine Menge zarten Humor einfließen, was letztendlich in der Rückverwandlung um Mitternacht gipfelt. Vor lauter Pracht und Farben, arbeitet er trotzdem die Charaktere vorzüglich aus, was sie einfach sehr lebendig macht. Dafür hat er zudem fantastische Darsteller an Bord, wodurch auch die Nebencharaktere einen hohen Stellenwert innehaben. Sei es einmal mehr Helena Bonham-Carter, Derek Jacobi, Stellan Skarsgard oder eben auch die Hauptcharaktere, die durch Cate Blanchett und Lily James durchgehend brillieren.
Ich bin ja bei solchen Verfilmungen eher skeptisch, aber Kenneth Branagh schafft sogar solche Themen zu Meisterwerken zu formen. Ein großartiges Vergnügen für jung und alt. Für mich sogar 10 Punkte, da man das Thema aus meiner Sicht einfach nicht mehr besser verfilmen kann.
 
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