Martha Marcy May Marlene
Martha lebt seit einiger Zeit in einer seltsamen Kommune, die Züge einer Sekte aufweist. Ihr gelingt aber die Flucht und wird von ihrer Schwester aufgenommen, die sie schon lange gesucht hat.
Dort ist sie erstmal in Sicherheit, aber im Zusammenleben in der neuen häuslichen Umgebung, offenbart sie seltsame Wesenszüge, die mit ihrer jüngeren Vergangenheit zu tun haben. Zusätzlich scheint die Sekte sie zu suchen, die lediglich 3 Autostunden von ihr entfernt ist.
Elisabeth Olsen ist die titelgebende Hauptfigur Martha Marcy May Marlene und in diesem Film von 2011 erkennt man dann auch, was für eine unglaublich starke Darstellerin sie ist. Sie spielt die Rolle wahnsinnig eindringlich und setzt jeder Szene ihren Stempel auf. Zudem ist die Regie von Sean Durkin prächtig, was man spätestens an den kongenialen Übergängen zwischen Vergangenheit und Gegenwart erkennt, die durch die Kamera ineinander greifen. Für Handy-Nutzer mitten im Film also völlig ungeeignet, da man sonst verpasst in welcher Phase man sich gerade befindet. Der Film spielt zwar in der Gegenwart, allerdings wird gleichzeitig beleuchtet, was MMMM in den letzten Jahren widerfahren ist, weshalb man ihr jetziges Verhalten in kleinen Schritten näher gebracht bekommt. Auch der ungewöhnliche Filmtitel wird fantastisch ausgearbeitet, was ebenfalls ein wichtiger Bestandteil ist. Insgesamt wird der Film oftmals als Thriller beschrieben, was er höchstens partiell einfließen lässt, aber dadurch auch für eine subtile Unruhe sorgt. Es ist dennoch eher ein Psychogramm von jemandem, der sich in einer Sekte befand und Schwierigkeiten hat, mit dieser Erfahrung wieder zurück zu finden. Trotzdem bleibt es spannend, da man nicht weiß, wie sich die Geschichte entwickelt. Weder die Vergangenheit, noch die Gegenwart. Der Film ist allerdings sehr ruhig inszeniert und eher aufmerksamen Zuschauern empfohlen, die sich die Zeit nehmen in einen Film einzutauchen und die Atmosphäre aufzunehmen. Wer von sich selbst weiß, dass er das nicht mehr kann, sollte die Finger weglassen.