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Alt 19.06.2008, 15:20   #1
Despair
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Gesamtübersicht aller Kritiken zu The Virgin Suicides - Verlorene Jugend:

#02 19.06.08 Despair
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Geändert von Despair (19.06.2008 um 15:23 Uhr)
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Alt 19.06.2008, 15:21   #2
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The Virgin Suicides - Verlorene Jugend

Die fünf hübschen Lisbon-Schwestern haben es nicht leicht. Ihre tiefreligiöse, übervorsichtige Mutter hält sie an der kurzen Leine. Der mehr in seiner eigenen Welt lebende Vater (ein Mathelehrer mit Vorliebe für Modellflugzeuge) ist da keine große Hilfe. Das hinterlässt Spuren in der Psyche der Mädchen, was der Selbstmord der Jüngsten eindeutig beweist. Nach mehr oder weniger gelungenen Verdrängungsversuchen dieses Vorfalls, geht das Leben scheinbar seinen normalen Gang. Nachdem jedoch Lux, die zweitjüngste Tochter, beim Abschlussball mit Schulcasanova Trip über die Stränge schlägt und erst am nächsten Morgen nach Hause kommt, werden die Schwestern von der Schule genommen und von der Außenwelt isoliert – bis zu ihrem kollektiven Selbstmord (ist kein Spoiler, man erfährt es gleich zu Beginn).

Sofia Coppolas erste Regiearbeit weist bereits einige Stilelemente auf, die den Nachfolgefilm „Lost In Translation“ so brillant (oder langweilig, ist Ansichtssache) machen: langsame Erzählweise, ruhige Bilder, keine hektischen Schnitte. Ebenso vorhanden ist Melancholie pur, immer gewürzt mit einer angemessenen Portion Komik. Die Story an sich ist zwar ein wenig dünn, was aber dank der stimmigen Atmosphäre eher nebensächlich ist. Die Schwestern erscheinen bis zum Ende geheimnisvoll, was an der ungewöhnlichen Erzählweise liegt. Die Geschichte wird überwiegend aus der Sicht einiger Nachbarjungs beschrieben, die für die Mädels schwärmen und ihnen helfen wollen. Dazu kommt ein Erzähler, der schonmal zukünftige Ereignisse ausplaudert. Das muss man nicht mögen, mich hat es allerdings nicht gestört.

Die Schauspieler machen ihre Sache allesamt sehr gut, insbesondere Kathleen Turner und James Woods als Eltern sowie Kirsten Dunst als Lux stechen hervor. Auch Josh Hartnett als Casanova Trip überzeugt.

Fazit: Wer „Lost In Translation“ liebt, dürfte auch an „The Virgin Suicides“ Gefallen finden, obwohl die Klasse des erstgenannten Meisterwerks natürlich nicht erreicht wird. Allen Anderen wünsche ich eine gute Nacht beim friedlichen Wegschlummern...

8,5/10 Punkte
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