Kritik von Vince
THE LIFE AND DEATH OF PETER SELLERS
Gewitzte und amüsante biografische Tragikomödie um den legendären Schauspieler ("Dr. Seltsam"), die mit Aufwand zwischen verschiedenen Ebenen der Fiktion und Realität switcht.
Mit beeindruckender Wandlungsfähigkeit verkörpert Geoffrey Rush den Komödianten mit der charakteristischen Hornbrille und begleitet ihn über eine Epoche, die von seinem schauspielerischen Durchbruch bis zum Ende seiner Schaffenszeit reicht - der titelgebende "Tod" Sellers wird so gar nicht gezeigt.
Gegenstand ist sein Schaffen auf der Leinwand ebenso wie freudige Ereignisse und Schicksalsschläge im aufwühlenden Privatleben. Bezeichnenderweise spielt Regisseur Stephen Hopkins damit, dass seine Titelfigur sein Leben zurechtbiegt wie ein Kind - harte Zeiten wie die Scheidung von der ersten Frau oder der Tod der Mutter werden ironisch aufgebrochen, indem die ernste Szene plötzlich als gestellt entlarvt wird - Filmkulissen kommen zum Vorschein, die Frau oder Mutter dreht sich zur Kamera um und entpuppt sich plötzlich als Sellers, der mit Perücke die Menschen nachäfft, die ihm am nächsten stehen. Das Spiel mit den doppelten Böden und das Vortäuschen von Tatsachen erinnert mitunter stark an den ähnlich gestrickten "Mondmann", in dem Jim Carrey dem Entertainer Andy Kaufman sein gesicht leiht.
Leider bleibt die Aussage hinter dem Metaebenen-Spiel - Sellers versteckt sich vor der Realität, indem er sich hinter seinen komischen Rollen versteckt - zu unpsychologisch und die Chronologie der gezeigten Ereignisse ist viel zu unreflektiert, um gänzlich zu überzeugen. Dennoch eine unterhaltsame Biografie voller verrückter Einfälle.
7/10