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deadlyfriend
09.07.2008, 18:55
Gesamtübersicht aller Kurzkritiken zu Hotel:
#02 09.07.08 deadlyfriend (http://www.filmvisionaere.com/showpost.php?p=6277&postcount=2)
deadlyfriend
09.07.2008, 18:55
Hotel (http://www.ofdb.de/view.php?page=film&fid=61694)
Angst vor dem Nichts
Irene nimmt hocherfreut eine Stelle in einem abgelegenen Waldhotel an. Aber schon bald merkt sie, das die Belegschaft nicht gerade herzliche Zeitgenossen sind, und sie nicht so richtig warm mit ihnen wird. Zusätzlich kann oder will ihr niemand Auskunft geben weshalb ihre Vorgängerin Eva auf mysteriöse Art und Weise spurlos verschwunden ist. Hat möglicherweise die ominöse Waldfrau, um die sich Legenden und Geschichten ranken, etwas damit zu tun?
Durch die mysteriöse Waldfrau denkt man schnell das man in der Nähe von „Blair Witch Project“ gelandet ist. Das einzige was aber davon stehen bleiben kann ist vielleicht das Wort Projekt. Denn mit nichts anderem hat man es bei diesem Kunstfilm zu tun. Die natürliche Herangehensweise an einen Thriller oder an einen Horrorfilm kann man sich getrost sparen da der Film absolut nicht den üblichen Sehgewohnheiten entspricht. Regisseurin Jessica Hausner kreiert hier einen ganz eigenartigen Versuch einen spannungsgeladenen Film zu erzeugen. Durch die äußerst wortkargen und kühl gehaltenen Dialoge kommt beim Zuschauer keine Freude auf weil man sich einfach genauso wenig wohl fühlt wie die Hauptprotagonistin. Durch seltsame Kamerafahrten wird nach dem Unwohlsein ein gewisses Unbehagen auf den Zuschauer losgelassen. Manchmal verharrt die Kamera sekundenlang auch wieder auf völlig harmlosen Gegenständen was innerhalb dieses Hotels unheimlich erscheint. Durch die Location, die Sets im allgemeinen und die Beleuchtung geht das Unbehagen in Beklemmung über. Spätestens wenn Irene durch die spärlich beleuchtenden Gänge wandert. Aber im Wald selbst schlägt die Beklemmung dann endgültig in Panik um.
So einen seltsamen Film habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Es ist völlig unbegreiflich wie ein Film diesen Spannungspegel erreichen kann obwohl einfach nichts passiert. Es gibt keinerlei Schockeffekte oder ähnliches. Die Handlung ist spärlich, es fließt kein Tropfen Blut aber trotzdem ist er fesselnd. Musik ist selten zu vernehmen und auch ansonsten ist der Film mehr als ruhig. Aber er schleicht sich langsam an das Nervenkostüm und packt zu. Das einzige Manko sind zwei Sequenzen in einer Diskothek die einen ein wenig aus der Beklemmung befreien.
Empfehlen kann ich den Film nicht, da er wahrscheinlich auf jeden völlig anders wirkt. Meine Freundin (absolut horrorerprobt) zumindest weigerte sich nach dem Film nach draußen zu gehen. 8,5 von 10 Punkten.
Wirklich ein sehr seltsamer Film. "David Lynch goes Österreich" war mein erster Gedanke, aber das trifft's auch nicht genau. Das steril-düstere Ambiente hat mir gefallen, insgesamt war mir der Film aber etwas zu unspektakulär. Teilweise herrscht ja fast Stillstand in der Handlung. Enttäuscht war ich auch vom arg abrupten Ende, irgendwie fehlt da etwas. Werde ich mir höchstwahrscheinlich kein zweites Mal anschauen.
6/10 Punkte
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