Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Eine Dame verschwindet
deadlyfriend
09.07.2008, 00:28
Gesamtübersicht aller Kurzkritiken zu Eine Dame verschwindet:
#02 09.07.08 deadlyfriend (http://www.filmvisionaere.com/showpost.php?p=6118&postcount=2)
deadlyfriend
09.07.2008, 00:30
Eine Dame verschwindet (http://www.ofdb.de/film/8350,Eine-Dame-verschwindet)
Durch einen kleinen Unfall, kurz vor der Abreise im Interkontinentalzug, lernt Iris Henderson eine ältere Dame kennen. Doch diese ist nach kurzer Zeit spurlos verschwunden. Schlimmer noch, niemand der Anwesenden kann sich überhaupt an sie erinnern, obwohl es zahlreiche Begegnungen mit den Fahrgästen und dem Personal gab. Verliert Iris den Verstand oder findet hier gerade eine größer angelegte Verschwörung statt?
Tja, wem der Plot bekannt vorkommt ist schon mal auf der richtigen Spur. Vor einigen Jahren wurde die Geschichte in ähnlicher Form in "Flightplan" (Jodie Foster) verarbeitet. Dort verschwand ein kleines Mädchen im Flugzeug. Wer die Idee als etwas kreatives oder neues befand, sollte nun langsam umdenken. "Eine Dame verschwindet" ist nämlich 70 Jahre alt.
Meisterregisseur Alfred Hitchcock stellte diesen spannenden Thriller schon im Jahre 1938 fertig. Es ist einer der letzten Filme seiner britischen Phase, der außer Suspense, auch ein hohes Niveau im komödiantischem bietet. Allerdings nicht soviel um den Spannungsbogen zu beeinträchtigen. Zudem sind einige herrliche Seitenhiebe auf Nazi-Deutschland klar erkennbar. Aber nicht nur die. Der englische Snobismus bekommt ebenfalls einiges ab, was einfach köstlich in Szene gesetzt wurde. Humor der fast nach einem Dreiviertel Jahrhundert immer noch funktioniert.
Die Geschichte findet zu 90% im Zug statt, weshalb durch den begrenzten Platz auch eine räumliche Spannung existiert, da man nunmal von Außen keine Hilfe anfordern kann. Wer steckt hier aber mit wem unter einer Decke? Wem kann man Vertrauen? Die Gefahr lauert an allen Ecken.
Hitchcock Fans dürfen den Film auf keinen Fall verpassen und auch allen anderen Interessierten ist "The Lady Vanishes" wärmstens zu empfehlen.
Ja, der Film hat von denen aus Hitchcocks Frühphase auch mit am meisten Eindruck auf mich hinterlassen. Das Suspense-Element ist hier sehr stark ausgeprägt und doch wird nicht auf die berühmte Mischung verzichtet, das Ganze noch mit einer Prise Humor abzuschmecken. Ich empfehle ebenfalls mal einen schönen Filmabend, den man mit "Flightplan" beginnt und mit "The Lady Vanishes" abrundet.
Meine schon recht alte Kritik zum Film:
http://www.ofdb.de/review/8350,130808,Eine-Dame-verschwindet
Ich finde den Film zwar auch sehr gut, trotzdem gefallen mir aus seiner "Frühphase" Mord - Sir John greift ein wesentlich besser! Und auch Mr & Mrs Smith ist sehr witzig!
deadlyfriend
11.07.2008, 18:51
Ich finde den Film zwar auch sehr gut, trotzdem gefallen mir aus seiner "Frühphase" Mord - Sir John greift ein wesentlich besser! Und auch Mr & Mrs Smith ist sehr witzig!
Mr. & Mrs. Smith gibt es ja leider nicht auf DVD. Oder irre ich mich da etwa?
Mr. & Mrs. Smith gibt es ja leider nicht auf DVD. Oder irre ich mich da etwa?
Ich habe ihn mir damals hierher besorgt! Aber auf deutsch gibt es den, glaube ich, leider wirklich nicht!
deadlyfriend
11.07.2008, 19:02
Das ist das ärgerliche! Es gibt eine deutsche Synchro von dem Film. Ein Grund warum ich noch sehr skeptisch gegenüber der "Early years Box" bin. Von 3 Filmen darin gibt es eine deutschsprachige DVD aber in der Box ist nur der O-Ton enthalten. Trotzdem ist in der Box wieder "Der Mieter" und "Abwärts" enthalten die sonst nirgends erhältlich sind. Für mich sehr ärgerlich da ich Filme, die ich nicht in und auswendig kenne, doch lieber gerne in deutscher Sprache sehe.
Willy Wonka
18.05.2012, 14:20
Bei meiner Hitchcock-Retrospektive bin ich nun im Jahre 1938 angekommen und habe mir dann heute zum ersten Mal „Eine Dame verschwindet" angesehen.
Die Krimiunterhaltung ist für mich sehr kurzweilig und humorvoll gewesen, aber der Film zählt für mich zu den stärksten Filmen seiner englischen Tonfilm-Phase. „Sabotage (http://www.filmvisionaere.com/showthread.php?t=5232)" oder „Der Mann, der zuviel wusste (http://www.filmvisionaere.com/showthread.php?t=1614)" haben mir noch deutlich besser gefallen.
Aus technischer Hinsicht bin ich von dem Film aber wirklich überrascht, denn die Rückwandprojektion ist dem Film ist wirklich hervorragend und die meiste Zeit habe ich es überhaupt nicht erkennt. Zu sehr war ich in der Geschichte und bei den Charakteren und selbst als der Fokus auf die Fenster gerichtet war, wurde mir nicht bewusst, dass der Zug nicht wirklich fuhr.
Tja, wem der Plot bekannt vorkommt ist schon mal auf der richtigen Spur. Vor einigen Jahren wurde die Geschichte in ähnlicher Form in "Flightplan" (Jodie Foster) verarbeitet. Dort verschwand ein kleines Mädchen im Flugzeug. Wer die Idee als etwas kreatives oder neues befand, sollte nun langsam umdenken. "Eine Dame verschwindet" ist nämlich 70 Jahre alt.
Die Geschichte ist sogar noch älter, denn Hitchcock erwähnt in seinem Interview, dass die Ursprungsgeschichte aus dem Jahre 1898 stammt und angeblich sogar auf einer wahren Begebenheit beruhen soll. Eine Mutter kommt mit ihrer Tochter in Paris an. Kurze Zeit später erkrankt die Mutter und ihre Tochter holt einen Arzt. Dieser untersucht sie und schickt die Tochter weg, um bestimmte Medikamente zu besorgen. Nach ein paar Stunden kommt die Tochter wieder und fragt den Hotelier, wie es ihrer Mutter ginge und plötzlich weiß es nichts mehr von der Mutter.
Gerüchten zufolge hatte der Arzt die Vermutung, dass die Mutter aus Indien die Pest mitgebracht hätte und um eine Panik in Paris zu vermeiden, soll ein Komplott initiiert worden sein, welche die Tochter überzeugen sollte, dass sie allein gereist wäre.
Wie viel Wahrheit in dieser Geschichte liegt, ist schwer einzuschätzen, aber interessant ist diese Begebenheit auf jeden Fall und hat dafür gesorgt, dass von vielen Autoren und Filmemachern die Idee aufgegriffen worden ist. Neben dem besagten „Flightplan" gab es bereits im Jahre 1979 noch ein direktes Remake von „Eine Dame verschwindet" und zwar mit dem Titel „Tödliche Botschaft" und die noch jungen Filme „Die Vergessenen" und auch „Unknown Identity (http://www.filmvisionaere.com/showthread.php?t=4766)" verwenden diese Plot-Idee.
deadlyfriend
18.05.2012, 19:04
Danke für die Infos! Sie kamen mir aber irgendwo her bekannt vor. Stand dazu etwas im Hitchcock Buch von Truffaut? Möglicherweise bin ich aber auch bei anderen Recherchen darüber gestolpert.
Ich freue mich aber das dir der Film gefällt, da ich ihn wirklich sehr mag. Er verfügt auch über ein großes Erinnerungspotenzial, da man auch nach einigen Jahren noch viele Dinge im Kopf behält. Zumindest ging es mir so.
Bei deiner chronologischen Hitchcock Aufarbeitung, bist du aber bald in Jahreszahlen in dem es keinen einzigen Ausfall mehr geben wird:) Bin schon gespannt wie Rebecca abschneiden wird, sofern du ihn nicht schon kennst.
Willy Wonka
18.05.2012, 20:03
Danke für die Infos! Sie kamen mir aber irgendwo her bekannt vor. Stand dazu etwas im Hitchcock Buch von Truffaut? Möglicherweise bin ich aber auch bei anderen Recherchen darüber gestolpert.
Genau aus dem Buch habe ich die Informationen. Das Buch ist echt spannend zu lesen und direkt nach jedem Film lese ich mir die passenden Passagen in meinen Hitchcock-Büchern durch.
Bei deiner chronologischen Hitchcock Aufarbeitung, bist du aber bald in Jahreszahlen in dem es keinen einzigen Ausfall mehr geben wird:) Bin schon gespannt wie Rebecca abschneiden wird, sofern du ihn nicht schon kennst.
„Rebecca" gehört zu den wenigen Filmen, welche ich noch nicht kenne und ich bin mächtig auf den Film gespannt. Ich wollte mir gerade „Riffpiraten" ansehen und musste mit Bedauern feststellen, dass die DVD irgendwelche Probleme beim Ton hat. Wahrscheinlich liegt es am Soundformat MPEG. Den DVDs aus dem Hause Falcon Neue Medien werde ich auf jeden Fall in Zukunft aus dem Weg gehen. Bislang bin ich von denen nur enttäuscht worden.
deadlyfriend
18.05.2012, 20:07
Genau aus dem Buch habe ich die Informationen. Das Buch ist echt spannend zu lesen und direkt nach jedem Film lese ich mir die passenden Passagen in meinen Hitchcock-Büchern durch.
Okay, dann habe ich es daher. Das Buch hatte ich aber wohl erst nach der Sichtung des Films gelesen.
Ich wollte mir gerade „Riffpiraten" ansehen und musste mit Bedauern feststellen, dass die DVD irgendwelche Probleme beim Ton hat. Wahrscheinlich liegt es am Soundformat MPEG. Den DVDs aus dem Hause Falcon Neue Medien werde ich auf jeden Fall in Zukunft aus dem Weg gehen. Bislang bin ich von denen nur enttäuscht worden.
Inwiefern Tonprobleme? Ich habe die Disc auch, aber ich könnte mich nicht daran erinnern irgendwelche Probleme gehabt zu haben. Ist aber auch schon länger her. Kein Meilenstein aber ein schöner Film:)
Willy Wonka
18.05.2012, 22:05
Inwiefern Tonprobleme? Ich habe die Disc auch, aber ich könnte mich nicht daran erinnern irgendwelche Probleme gehabt zu haben. Ist aber auch schon länger her. Kein Meilenstein aber ein schöner Film:)
Der Ton der DVD konnte über mein Soundsystem nicht wiedergegeben werden. Somit musste ich mit den Fernsehlautsprechern vorliebnehmen. Bei einer Monotonspur ist das natürlich nicht so schlimm, aber dennoch ärgerlich, weil selbst der Monoton über mein Soundsystem besser klingt als über die gewöhnlichen Fernsehlautsprecher.
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