PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : The Happening


crizzero
03.07.2008, 21:48
Gesamtübersicht aller Kritiken zu The Happening:

#02 03.07.08 crizzo (http://www.filmvisionaere.com/showpost.php?p=4886&postcount=2)
#26 15.07.08 SAB (http://www.filmvisionaere.com/showpost.php?p=7740&postcount=24)
#32 10.02.11 TheEnemy_Inside (http://www.filmvisionaere.com/showpost.php?p=220946&postcount=32)

crizzero
03.07.2008, 22:02
The Happening (http://www.ofdb.de/film/150052,The-Happening)

Schaurig schön, wenn auf einmal Menschen nur noch wirres Zeug labern, beim Spaziergang im Park aus heiterem Himmel im Kollektiv stehenbleiben und fortan versuchen, sich auf die schnellstmögliche Art und Weise die eigenen Lebenslichter auszupusten. Als hätte ihnen jemand wie von Geisterhand und von jetzt auf gleich eine unabwendbare Suizid-Intention eingeimpft. Das Ganze geschieht dann auch noch in absolutem Unwissen, da keiner weiß, warum das passiert, was passiert.

Davon handelt also der Film. Selbstmorde am Fließband. Mal humorloser, mal ironischer. Aber immer recht krass. Aus der Sicht von Mark Wahlberg verfolgt man diese Ereignisse und rätselt mit, was da nun wirklich Sache ist. Leider wird des Rätsels Lösung - obwohl nur theoretisch vorgetragen - viel zu früh verraten. Ab dann fragt man sich regelmäßig, wie man sich so einen Blödsinn nur ausdenken kann.

Dass der Film dann also ein ganz klein bißchen in die Hose geht, liegt also nicht am Hauptdarsteller. Er spielt das, was er bringen muss, ganz solide. Nur muss er nicht viel bringen. Dass das neuste Shyamalan'sche Filmexperiment schiefgeht, liegt an einer eigentlich ziemlich guten Idee, die nicht ausreichend sinnvoll unterfüttert und letztlich viel zu flappsig vorgetragen wird. Es hätte für die Ereignisse meiner Meinung nach eine andere, vielleicht nachvollziehbarere Lösung geben oder wirklich aufschlussreiche Begründungen mit retrospektivem Aha-Effekt hageln müssen. So bleibt ein dumpfes Filmerlebnis, dass für Horror zu mau, für Mysterie zu lächerlich und für einen Thriller zu langweilig ist.

3/10

Vince
03.07.2008, 22:45
Jo, da kann man jetzt nix gegen richten. Ich mag den Streifen aber irgendwie, so wie man einen dreibeinigen Hund mögen würde. Er hat definitiv Kuriositätenbonus und das Ungleichgewicht zwischen A-Movie, B-Movie und unfreiwilliger Komik ist "faszinierend", wie Mr. Spock sagen würde. Und ich glaube nach wie vor, das ist so kalkuliert und dem Regisseur nicht etwa aus dem Ruder gelaufen. Der verkauft da irgendwie alle für dumm, die Hauptfiguren in seinem Film, den Zuschauer und nicht zuletzt sich selbst. Sowas muss man nicht mögen, aber es hat seinen gewissen Reiz. Wenn nur nicht die paar langweiligen Stellen in der Mitte wären, die es ein bisschen versauen.

Travis
04.07.2008, 10:37
Dank dir für die Kritik, crizzo! :)
Gesehen habe ich ihn natürlich noch nicht. Selbst wenn ich ins Kino gehen würde, wäre der Film wohl ken Kandidat, der mich vom heimischen Plasma-TV und DVD-Player ins Kino locken könnte. Aber dein Fazit entspricht unisono den Kommentaren, die ich bis jetzt aus meinem Bekanntenkreis erhielt. Und da halten sich die Shy-Fans und -Skeptiker etwa die Waage. Bezeichnend ist für mich der Kommentar von dir, Vince. Muß schon ein höchst seltsamer Tiefflieger sein, dieser Film, wenn selbst du die Vorzüge des Films eher sanft umschrieben darstellst. Kann mir dann jetzt schon ungefähr ausmalen, wie der Film auf mich wirken wird.

Könnte gut sein, daß der sanfte Inder damit seine Hollywood-Karriere endgültig beerdigt hat. Hieß ja nach dem finanziellen Flop der Wasserelfe, wenn der nächste Film erneut nichts bringt, wird er den Studios kaum mehr vermittelbar seinNun ja, wenn er auf DVD rauskommt, werde ich mir ein Bild machen. Aber ganz sicher nicht per Blindkauf, sondern nur als Verleihvorgang.

Willy Wonka
04.07.2008, 10:55
Dass der Film dann also ein ganz klein bißchen in die Hose geht, liegt also nicht am Hauptdarsteller. Er spielt das, was er bringen muss, ganz solide.
3/10

Ich finde es liegt vor allem am Hauptdarsteller, da Mark Wahlberg für diese Rolle kaum geschaffen zu sein scheint. Er bringt diese dramatische Komponete einfach nicht richtig rüber, was er aber eigentlich müsste, da es ja der Weltuntergang sein könnte.
Ich hätte viel lieber einen Joaquin Phoenix in der Hauptrolle gesehen, da er diese Angst auch schon sehr gut in Sings rübergebarcht hat.

Die Idee und die Handlung gefällt mir auch sehr und natürlich hat die Geschichte um die böse "Umwelt" einen trashigen Charakter, aber dass sehe ich auch bei Hitchcocks Vögel, doch dieser wird von vielen als Meisterwerk gesehen.

Das unscheinbarste, dass was eigentlich nicht böse wirkt, wird/soll angsteinflößend sein. Und eben bei Shyamaln war es die Natur. Des weiteren hat der Film auch noch eine Ökobotschaft, welche in unsere heutige Zeit eigentlich sehr gut passt. Doch dieses wird von den meisten verdrängt.

Natürlich ist The Happening nicht Shyamalans bestes Werk, aber er hat mich gute 90 Minute sehr gut unterhalten.


Auch das Ende hätte man etwas besser machen können. Die Szene in der Markt Wahlberg, seine Frau und das Kind alle nach draußen gehen und aufeinander zulaufen. Und dann kurz bevor sie ganz nah zusammen stehen, gehen sie alle wieder einen Schritt zurück. Diese natürlich noch mit passender Musik untermalt und ENDE. Dieses Ende würde irgendwie verstörender wirken.

LivingDead
04.07.2008, 13:04
Tja, bisher habe ich von Shys neustem Werk ausschließlich schlechte Kritiken gelesen. Deine Kritik, crizzo, reiht sich da ja nahtlos ein und ähnlich wie damals bei "Der Nebel" kann ich mir dennoch nicht vorstellen, dass solch ein renommierter Regisseur einen Film plötzlich so dermaßen in den Sand setzen soll, außer eben es trifft doch zu, was Vince ansprach: Dass der ganze Streifen pure Berechnung/Ironie ist. So waren die Kritiken zu "Lady in the Water" alles andere als positiv, doch verstand sich der Film selbst als purer Spott, was von den meisten Kritikern schlichtweg übersehen wurde. Ähnliche Hoffnungen hege ich nun auch für "The Happening", da ich es einfach nicht glauben mag, dass ein Regisseur wie Shyamalan plötzlich so einen Bock schießt...

Travis
04.07.2008, 13:09
da ich es einfach nicht glauben mag, dass ein Regisseur wie Shyamalan plötzlich so einen Bock schießt...
Ach, versuch dich zumindest mit dem Gedanken vertraut zu machen. Vielleicht gießt der sanfte Inder jetzt doch mal Wasser auf meine Mühlen. ;)

LivingDead
04.07.2008, 13:22
Ach, versuch dich zumindest mit dem Gedanken vertraut zu machen. Vielleicht gießt der sanfte Inder jetzt doch mal Wasser auf meine Mühlen. ;)

Na, das hättest du wohl gerne... :D

Aber selbst überzeugen werde ich mich davon wohl erst nach der DVD-VÖ können, da ich mir zerstückelte Filme im Kino nicht mehr ansehe.

Willy Wonka
04.07.2008, 14:05
So waren die Kritiken zu "Lady in the Water" alles andere als positiv, doch verstand sich der Film selbst als purer Spott, was von den meisten Kritikern schlichtweg übersehen wurde.

Spott. :confused: Vielleicht könntest du dieses genauer erläutern.

LivingDead
04.07.2008, 15:03
Spott. :confused: Vielleicht könntest du dieses genauer erläutern.

Nun, die unzähligen Anspielungen auf Shys Kritiker, welchen er dann im Film mit einem feinen Joke über den Jordan schickt, die märchenhafte Story, die von vielen als viel zu ernst aufgenommen wurde und einige andere Anspielungen auf genau die Kritikpunkte, denen sich Shy oft stellen muss(te), lassen "Lady in the Water" eher als Satire dastehen... Satire auf seine Kritiker, und als Beleg, dass er seine Filme selbst kaum so ernst nimmt, wie es die unzähligen Kritiker tun.
Davon ab ist "Lady in the Water" in meinen Augen ein verdammt schöner Märchenstreifen.

Vince
04.07.2008, 16:24
In der Hinsicht, die LD hier anspricht, ist tatsächlich auch "The Happening" konzipiert, allerdings noch viel verschlüsselter, sublimer. Es gibt nicht mehr so offensichtliche Figuren wie den Filmkritiker bei "Lady", eher wird diesmal die komplette Menschheit (!) und deren Herdentrieb zum Affen gemacht. Und so schwach der Film technisch diesmal auch ist (ungewöhnlich für Shyamalan), irgendwie ist das richtig lustig.
Ich kauf den auf jeden Fall auch auf DVD. Nur vielleicht nicht sofort.

Willy Wonka
04.07.2008, 17:00
Stimmt der Filmkritiker hatte ich ganz vergessen.


Davon ab ist "Lady in the Water" in meinen Augen ein verdammt schöner Märchenstreifen.

Sehe ich genauso, auch wenn Shyamalan es nicht als Satire konzipiert hätte, wäre für mich der Film weiterhin super.


Es gibt nicht mehr so offensichtliche Figuren wie den Filmkritiker bei "Lady", eher wird diesmal die komplette Menschheit (!) und deren Herdentrieb zum Affen gemacht. Und so schwach der Film technisch diesmal auch ist (ungewöhnlich für Shyamalan), irgendwie ist das richtig lustig.

Mein erster Kommentar damals zum Film war, dass ich ihn auf jeden Fall nochmal sehen will.
Ich habe den Film technisch als nicht schwach empfunden, aber meistens komme ich ersten beim zweiten Mal gucken auf die analytische Ebene.

Was war denn technisch schlecht inszeniert deiner Meinung nach?

Vince
04.07.2008, 17:41
Was war denn technisch schlecht inszeniert deiner Meinung nach?

Frag besser umgekehrt, wo ich finde, dass es gut inszeniert war... bei der Kettenreaktion mit der Pistole auf der Straße. Ansonsten fehlte fast komplett die souveräne, elegante Bildsprache, die man von Shyamalan einfach gewohnt ist. Wobei ich nicht weiß, wieviel auf die Schnitte zurückzuführen ist. Den Schnitt ganz am Anfang mit Nadel-in-Hals fand ich geschmackvoll gemacht, die Schießerei vor dem Haus hingegen sah absolut dillettantisch aus - und die soll angeblich nicht mal geschnitten gewesen sein.

crizzero
04.07.2008, 18:40
Schöne Diskussion hier! :)

Also gleich mal zu den Schnitten: Hatte vergessen, diese in meiner Kritik zu erwähnen, vielleicht baue ich das mal nachträglich ein. Diese sind fast immer hundsdoof gesetzt. Man kann sich an die Perspektivwechsel gar nicht gewöhnen, weil er erstens zwischen längeren und kürzeren Szenen keinen Rhytmus schafft, der mir als Zuschauer sagt "Jetzt kommt ein Schnitt", und zweitens Szenen inskonsequent abbricht. Vince gebe ich da vollkommen Recht. Einmal wird die pure Brutalität dargestellt, ein andermal muss man erahnen, was passiert ist. Das fand ich dämlich. Außerdem ist offensichtlich, dass hier und da etwas fehlt.

Inkonsequent war auch das Ende. Das von Willy beschriebene Ende hatte ich gestern genau so direkt vor meinem geistigen Auge, als die drei ihre Quartiere verlassen haben. Aber schade, es wird festgestellt, dass von... bis... etwas war, was keiner richtig erkären kann und fertig. Und dann der dämliche Cliffhanger mit Paris, also bitte. Das Ganze wirkt wirklich recht bescheuert. Und im Gegensatz zu Vince glaube ich nicht, dass er das absichtlich gemacht hat. Dass er gute, interessante Ideen hat, zeigt Shyamalan ja immer wieder. Nur war niemehr eine Umsetzung dieser Idee so stark inszeniert wie bei "The Sixth Sense". Irgendwie lässt er gewaltig nach, das kann keine Absicht sein. Jemand, der sich in einem Kommerzkonzert wie Hollywood freiwillig unter Wert verkauft, hat nicht alle Tassen im Schrank. Daher glaube ich einfach, dass das kultige Geisterfilmchen mit dem derbsten Storytwist der Filmgeschichte ein kleiner Glücksgriff war. Für mich wird Shyamalan wegen seiner tollen Ideen überschätzt, handwerklich sehe ich ihn eher als Durchschnittsregisseur.

tikiwuku
04.07.2008, 19:12
Night´s Filme haben mir noch nie gefallen. The Sixth Senf äh Sense und Unbreakable fand gar total mies und von Signs habe ich nur 10 Minuten gesehen, das hat auch gereicht.

Aber gestern hat mir meine Schwester erzählt, warum sich in The Happening alle Menschen umbringen.:lol: Da kann ich in einer Woche noch darüber lachen.

Ein zweiter Uwe Boll, okay, Postal fand ich lustig, als hat er zumindest einen Film der mir gefällt.

Vince
04.07.2008, 20:38
Und im Gegensatz zu Vince glaube ich nicht, dass er das absichtlich gemacht hat.
Beweisen lässt sich das eh nicht, aber ich meine schon, hier und da Indizien dafür gefunden zu haben. Außerdem verrieten Interviews von ihm durchaus, dass er sich der Wirkung seines Films auf jeden Fall bewusst war.

Nur war niemehr eine Umsetzung dieser Idee so stark inszeniert wie bei "The Sixth Sense". Irgendwie lässt er gewaltig nach, das kann keine Absicht sein.
Das ist halt die gängige Meinung, sozusagen der Mainstream der Bewertung von Shyamalans Gesamtwerk, dem ich aber von Beginn an schon vehement widerspreche. Für mich ist klar "Unbreakable" sein bester Film und "The Sixth Sense" ist einerseits überschätzt, andererseits sind gewisse Teile von ihm arg unterschätzt, weil sich alle Welt damals auf den (imo gar nicht mal soooo überragenden) Plottwist eingeschossen hat und darüber die Qualitäten vernachlässigte, die den Film auch nach mehrmaligem Ansehen wertvoll machen.
Für mich ist das Schaffen des Inders eher eine schwankende Kurve (die immer noch über dem Durchschnitt bleibt), aber das Publikum sieht da eher eine permanente Abwärtslinie und deswegen wird Shyamalan in Zukunft wohl wirklich auf kleiner Flamme kochen.

Handwerklich ein Durchschnittsregisseur ist er aber sicher nicht, in Sachen Bildsprache gehört er zur Speerspitze Hollywoods, in einigen Szenen von "The Village" (rein visuell neben "Unbreakable" sein für mich stärkstes Werk) schafft er es sogar, seinem Vorbild Hitchcock ernsthaft den Kampf anzusagen.

Willy Wonka
05.07.2008, 00:24
Handwerklich ein Durchschnittsregisseur ist er aber sicher nicht, in Sachen Bildsprache gehört er zur Speerspitze Hollywoods, in einigen Szenen von "The Village" (rein visuell neben "Unbreakable" sein für mich stärkstes Werk) schafft er es sogar, seinem Vorbild Hitchcock ernsthaft den Kampf anzusagen.

So sehe ich dieses auch und ich würde sogar noch einen Schritt weitergehen, denn mit The Village hat Shyamalan für mich bewiesen, dass er besser ist. Doch dieses ist rein subjektiv, da Hitchcock und Shyamalan in zwei ganz unterschiedlichen Epochen Filme gemacht haben und die heutigen Sehgewohnheiten sind eben doch ein bisschen anders als die damaligen.

Interessant wäre es, wenn beide Regisseure zur gleichen Zeit Filme inszeniert hätten.

crizzero
05.07.2008, 14:21
Handwerklich ein Durchschnittsregisseur ist er aber sicher nicht, in Sachen Bildsprache gehört er zur Speerspitze Hollywoods, in einigen Szenen von "The Village" (rein visuell neben "Unbreakable" sein für mich stärkstes Werk) schafft er es sogar, seinem Vorbild Hitchcock ernsthaft den Kampf anzusagen.

Bildsprache? Naja, ich weiß nicht... er hat halt gute Ideen und zeigt das auch. Aber seine Schnitte und das, was er aus den Schauspielern herauskitzelt, ist für mich nunmal unterdurchschnittlich. "The Village" war für mich auch nichts Berauschendes, wieder eine gute Idee und viel zu wenig dahinter. Wie immer halt. Er ist kein Schlechter in Hollywood, aber um zu den richtig Guten zu gehören, fehlt es ihm an vielen Ecken. Wie ein Marc Forster Szenen konstruiert, ist meisterhaft. Wie ein Martin Scorsese die Schauspieler zu Höchstleistungen anspornt, genial. Und die Bildsprache von Guillermo del Toro ist einzigartig ästhetisch. Da kann ein Shyamalan noch nicht mithalten. Aber vielleicht wird das ja noch, er ist ja noch jung.

Vince
05.07.2008, 15:09
Guck dir nochmal die Messerszene aus "The Village" an und wiederhol das. ;)

deadlyfriend
05.07.2008, 15:41
Das kann ich nun gar nicht nachvollziehen. Er bricht mit bestehenden Konventionen, kehrt dem Mainstream den Rücken zu. Er schafft außergewöhnliche Bilder und immer interessante Geschichten. Ich finde Shyamalan absolut super und freue mich aug jeden Film den er macht.

King-of-Leon
07.07.2008, 22:24
Ich werd' morgen reingehen. Bin schon sehr gespannt. :)

King-of-Leon
08.07.2008, 23:32
Da weiß man echt nicht, wo man anfangen soll.

Selten so einen Käse gesehen. Die letzte halbe Stunde gehört wohl zum schlechtesten, was ich je gesehen habe. Ich war mit meiner Schwester im Kino und wir konnten uns vor Lachen kaum halten.

Die Dialoge sind einfach zum Schreien. Am besten war "Schließ alle Türen und Fenster", "Wieso?". haha

Mark Wahlberg spielt richtig schlecht, obwohl man da nicht sagen kann, obs am Drehbuch oder am ihm liegt. Ich glaube, an beiden.
Seine Frau ist so unheimlich dämlich, dass ich mir alle paar Minuten an den Kopf fassen musste.

Im Grunde passiert im Film so gut wie gar nichts. Ständig bringt sich irgendwer um und die Charaktere laufen weg. Toll.
Wie es dann endet, ist einfach so mordsmäßig dämlich und klischeehaft, dass es kaum in Worte zu fassen ist.

Mein Fazit: Wer lachen will, soll ins Kino gehen.

1/10

Bis jetzt hat mir jeder Film von Shyamala gefallen, doch das ist wirklich ein Totalausfall. Wundert mich, dass der durch die Qualitätskontrolle gekommen ist.

Wehe, irgendjemand hat vor, mir den beim Wichteln zu schenken.

edit: anfangen tut er übrigens gar nicht mal so schlecht. Das bringt ihm aber auch nix.

kelte
14.07.2008, 16:52
naja
The Happening
was für ein lockender Trailer machte mich heiß auf den Film und was der Trailer verraten hatte, passierte auch in den ersten 20 minuten. Spannung kommt auf weil die ganzen Selbstmorde aus dem Nichts passieren. Bis auf die Tatsache, das jeder kurz vorher in sich kehrt und still stehen bleibt. Die Selbstmorde sind wirklich teilweise sehr kreativ. Aber der Film blieb nicht spannend,- eben weil die Pointe recht früh verraten wurde..wobei, benötigte man dieses Wissen oder gehts in The Happening nicht doch um was anderes? Ich muss mir den nochmal auf DVD anschauen oder mit dem Gedanken anfreunden, das es einfach nur ein stiller Öko Popcorn Thriller ist ohne viel Tamtam. So ein Film produzeirt für die stillen Momente auf der Leinwand mit sehr viel Unlogik, aber dem wissen des Regisseurs das sein Fanpublikum es zu würdigen weiß...
5,5/10 windige Punkte

SAB
15.07.2008, 20:49
The Happening (http://www.ofdb.de/film/150052,The-Happening)


M. Night Shyamalan's The Happening hat wirklich eine interessante Grundidee nur mangelt es bei der Ausführung leider etwas an der Glaubwürdigkeit. Das Shyamalan ein guter Regisseur ist, beweist er auch hier. Mit tollen Kamerafahrten und erschreckenden Bildern inszeniert er seinen sechsten Film sehr atmosphärisch. Auch die Hauptdarsteller machen ihre Sache sehr gut, obwohl ihnen leider auch nicht allzu viel abverlangt wird. Dem Film fehlt zudem der passende Abschluß und endet zu vorhersehbar. Da hätte man sich ein wenig mehr erwartet.
Bei einem anderen Regisseur hätte The Happening zu einem Debakel werden können, doch da Shyamalan sein Handwerk beherrscht rettet ihn das wenigstens vor dem Untergang und liefert so noch einen halbwegs spannenden Film ab.

Von mir 6,5 / 10 Punkte

LivingDead
02.11.2008, 10:18
Soo, auch endlich mal gesehen und ja, ich bin enttäuscht. Für "The Happening" hat sich Shy nun endgültig dem Kommerz verschrieben. Nun, die Ironie ist wohl, dass gerade das auch nicht zünden mag - warum sonst ist der Film allgemeinhin so schlecht angekommen?

Fakt ist, dass von der genialen Bildsprache, der ruhigen Erzählweise, den ironischen Dialogen und dem feinen Witz kaum noch etwas übrig ist. Teils verliert sich Shy zu sehr in Banalitäten, um Spannung zu erzeugen (die Wegrennszene vor dem Wind ist bezeichnend). Im Zusatzmaterial geht Shy vor allem darauf ein, dass die Studios von ihm verlangten, ein NC-17 herauszuholen. Und so wirkt manch eine blutige Szene auch... das ist kein Shyamalan mehr - und das gibt er im Zusatzmaterial auch offen zu.

Aber wirklich schlecht finde ich den Film auch wieder nicht. Es gibt noch genügend denkwürdige Szenen, welche den Film noch zum Durschnitt hieven. Die Bauarbeiter, welche vom Gerüsten fallen, die Suizid-Kettenreaktions-Szene mit der Pistole oder auch die lustige Szene mit dem Gummibaum. Auch einige Querverweise zu Shys Filmografie sind gelungen (die Frau gen Ende, welche sich von der Umwelt abschottet, ist eindeutig ein Wink an "The Village"). Ansonsten bleibt da aber nicht viel übrig. Alles hat man schon einmal gesehen und auch die obligatorische Familiengeschichte rund um die Hauptpersonen bleibt trotz Wahlberg und der von mir gern gesehenen Zooey Deschanel ziemlich blass.

Ich hoffe wirklich, dass Shy mit seinem nächsten Film (wohl mit deutlich weniger Budget) wieder seinen eigenen künstlerischen Ansprüchen gerecht wird.

5/10

P.S.: Zumindest im DC habe ich nichts von dem angesprochenen schlechten Schnitt gemerkt. Handwerklich in meinen Augen ohne Patzer.

deadlyfriend
23.11.2008, 00:21
Mir hat er sehr gut gefallen. Die Idee war klasse und die Umsetzung fand ich ebenfalls sehr gelungen. Für mich hatte er was schön beklemmendes Nach dem Sichten war mir aber klar das er nicht gut beim Publikum ankommen wird.

Willy Wonka
23.11.2008, 14:19
Nach dem Sichten war mir aber klar das er nicht gut beim Publikum ankommen wird.

Das war mir auch sofort klar. Aber ich finde es dennoch schön, dass der Film einigen hier Forum gefallen hat.

Count Dooku
29.11.2008, 08:36
Also ich fand den Film ganz ok. Zwar fand ich die Hauptdarsteller unpassend, dafür hatte der Film eine spannende Atmosphäre. Das Ende fand ich nicht so prickelnd, dass ging so langsam, dass ich erwartet habe, dass noch ein Schockmoment kommt.
Fazit: Zwar nicht Shayamalans bester Film aber trotzdem noch gut: 7 von 10

Despair
10.12.2008, 12:21
Nach der ganzen Schelte, die „The Happening“ einstecken musste, habe ich einen Totalausfall erwartet. Doch weit gefehlt, der Film ist beileibe nicht so schlecht, wie er gemacht wird. Ich hatte über weite Strecken das Gefühl, einen waschechten Zombiestreifen zu sehen. Grundidee, Filmaufbau, das stupide Verhalten der Menschen inklusive Massenpanik, dummes „Experten“-Geschwätz im Fernsehen – das ist klassischer Stoff. Nur die Zombies fehlen. Aber deren Aufgabe übernehmen die unsichtbaren Pflanzengifte in der Luft ganz gut. Wenn auch wesentlich unspektakulärer... :-D

Die Story um die zurückschlagende Natur fand ich weder besonders unlogisch noch lächerlich. Klar, in manchen Szenen hatte die Logik Feierabend. Aber da haben Emmerich und Co. schon ganz andere Klöpse hingezimmert. Was kaum jemand stört, da meterdick unter Kitsch, Pathos und Actiongewummer verborgen. Dies fehlt bei Shyamalans Werk glücklicherweise, von ein paar netten, aber nicht unbedingt notwendigen Effekten mal abgesehen. Umwelthorror back to basics sozusagen. Die für einen derartigen Film ruhige Erzählweise mit durchaus schönen (aber realistisch gehaltenen) Bildern und dem immer wieder aufblitzendem augenzwinkernden Humor empfand ich als sehr angenehm. Unfreiwillige Komik? Habe ich keine entdecken können. Gewollte Komik? Auf jeden Fall. Gefallen hat mir auch das Fehlen eines roten Storyfadens. Die Protagonisten stolpern schicksalsgesteuert von einer Situation in die nächste - so ist das eben bei Katastrophen größeren Ausmaßes. Wobei die Katastrophe an sich eher nebensächlich bleibt, das Hauptaugenmerk liegt auf den Menschen und ihren eigentümlichen Verhaltensweisen.

Ein rundum gelungener Film also? Nein, leider nicht ganz. Neben dem lahmen (aber durchaus klassischem) Ende enttäuscht ein unheimlich blass wirkender Mark Wahlberg. Kein Wunder, dass seine (Film)Frau ihm keinen Nachwuchs schenken möchte ;-). Abgesehen davon und dem ein oder anderen kleinen Durchhänger in der zweiten Filmhälfte, wurde ich insgesamt gut unterhalten und gebe 7/10 Punkte.

Willy Wonka
10.12.2008, 17:07
Sehr schön geschrieben Despair. :hoch:
Ich kann das alles nur unterschreiben .

Despair
10.12.2008, 17:39
Sehr schön geschrieben Despair. :hoch:

Dankeschön!

Ich kann das alles nur unterschreiben .

Mit unserer Meinung dürften wir allerdings ziemlich alleine dastehen... :D

TheEnemy_Inside
10.02.2011, 15:26
The Happening (http://www.ofdb.de/film/150052,The-Happening)

The Happening beginnt mit einem Szenario im Central Park/ New York, in welchem der Wind auffrischt und plötzlich alle Menschen stehen bleiben und sich selbst umbringen. Wer nun glaubt, dass man sich als Zuschauer fragt, warum das passiert, der irrt. Schon der Einstieg ist weder spannend, bewirkt noch das Interesse weiter zu sehen. Das Phänomen verbreitet sich in ganz New York und geschieht schließlich auch in anderen Großstädten. Daraufhin werden diese evakuiert und auch Elliot (Mark Wahlberg) verlässt mit seiner Frau, einem Freund und dessen Kind die Stadt mit dem Zug. In der Pampa hält dieser schließlich und die Langeweile nimmt ihren Lauf. Keiner der Fahrgäste fragt die Schaffner, warum sie hielten. Als einziger begibt sich Elliot zu ihnen und erhält komischerweise sofort eine Antwort. Wer immer noch nicht an der Authentizität des Filmes zweifelt, dürfte dies nun spätestens jetzt tun. Die Gruppe begibt sich dann zu Fuß in den kleinen nahegelegenen Ort. Dort sind sie bis auf wenige ganz allein und warten zunächst die Situation ab. Eine Frau zeigt nun ausgerechnet Elliot ein ihr zuvor zu gesendetes Video einer Selbstmordsituation in einer anderen Stadt. Ob die Schauspielerin an sich oder nur die deutsche Synchronstimme diese Konversation so unglaublich unecht und inszeniert rüber bringt, sei mal dahingestellt. Über die TV-News erfahren die Personen nun, dass es ein paar Meilen von ihnen entfernt ein Gebiet gibt, in welchem die mittlerweile schon weit an der Ostküste verbreiteten Ereignisse noch nicht stattfanden. Sie laufen alle nach draußen und fahren mit ihren Autos weg (wohl bemerkt sind sie alle zuvor mit dem Zug gekommen!). „Hä?“ staunt man, doch das fragt man sich den ganzen Film hindurch. Elliot fährt mit seiner Frau und dem Kind bei einem Ehepaar mit, bei welchem der Mann eine Theorie für all das hat, die zweite Hälfte des Filmes bricht nun an, die Langeweile findet ihren Höhepunkt und hält diesen die ganze Zeit hindurch auch.
Der Grund für die Tode wird dann auch irgendwann deutlich sichtbar, aber überraschen tut der nicht. Nach etlichen belanglosen Szenen findet der Film dann auch endlich das ersehnte Ende.
Alles in Allem ist „The Happening“ unterste Schublade, obwohl die Story eigentlich mehr hergegeben hätte. Mark Wahlberg spielt seinen Charakter solide.


(Twentieth Century Fox ,2008)



Einschätzung: 2/10

TheEnemy_Inside
10.02.2011, 15:33
Die Pflanzen suchen sich gezielt große Menschengruppen aus, um möglichst viel zu eliminieren. Zusätzlich sprechen sich die Pflanzen untereinander ab, wo sie als nächstes ansetzen. Der Wind trägt die Gifte durch die Luft und komischerweise dreht sich dieser immer zu den Gruppen hin. Ob sich die Pflanzen auch noch mit dem Wind absprechen, wird jedoch nicht verraten :ugly:

Ahja :D:D:D

deadlyfriend
11.02.2011, 01:42
Mir hat er sehr gut gefallen. Die Idee war klasse und die Umsetzung fand ich ebenfalls sehr gelungen. Für mich hatte er was schön beklemmendes Nach dem Sichten war mir aber klar das er nicht gut beim Publikum ankommen wird.



Ich zitiere mich da doch einfach mal selbst;) Den könnte ich mir eigentlich auch mal wieder ansehen. Gekauft hatte ich den glaube ich.

Count Dooku
11.02.2011, 08:21
Ich find den Film auch nicht mehr so besonders. Die Eröffnungsszene war noch ganz gut. Die Hauptfiguren sind imo das größte Problem, weil man nicht mit ihnen mitfühlen kann. Mark Wahlberg und Zoey Deschanel schienen sich während des Drehs die ganze Zeit gefragt zu haben, was für einen Mist sie da eigentlich machen. Zumindest gucken sie so.

Noeval
11.02.2011, 12:50
Mark Wahlberg und Zoey Deschanel schienen sich während des Drehs die ganze Zeit gefragt zu haben, was für einen Mist sie da eigentlich machen. Zumindest gucken sie so.
Zooey Deschanel guckt doch immer so. :)

So schlecht fand ich den Film jetzt nicht, aber auch nicht überragend. Ich finde man hätte mehr erklären sollen, hätte mir sowas wie in dem Buch Der Schwarm gewünscht, nur halt auf die Pflanzenwelt übertragen.

Despair
11.02.2011, 13:25
Ich hab' mir gerade mein Geschreibsel aus 2008 durchgelesen und muss sagen: ich stimme mir immer noch zu. :D

Es würde mich echt mal interessieren, wo Shyamalan heute stehen würde, wenn es "The Sixth Sense" nicht gegeben hätte. Wahrscheinlich wäre er ein Independent-Regisseur mit kleiner aber feiner Fangemeinde.

crizzero
11.02.2011, 20:06
Alles in Allem ist „The Happening“ unterste Schublade, obwohl die Story eigentlich mehr hergegeben hätte. Mark Wahlberg spielt seinen Charakter solide.

Kann deiner gelungenen Kritik nur zustimmen, wie du der ersten Seite dieses Threads entnehmen kannst. Der Film ist einfach doof. Durchaus kreative Idee, aber die Umsetzung ist für den Arsch.

Spoilertags brauchst du hier übrigens nicht nutzen. Die Kritiken müssen spoilerfrei sein, aber in der Diskussion darf über alles gequatscht werden.

TheEnemy_Inside
11.02.2011, 20:21
Spoilertags brauchst du hier übrigens nicht nutzen. Die Kritiken müssen spoilerfrei sein, aber in der Diskussion darf über alles gequatscht werden.

Hab ich nur gemacht, weil es gleich unter der KK war. Aber man klickt ja eh den Link der ersten Seite fällt mir da ein :rolleyes:

Kann deiner gelungenen Kritik nur zustimmen, wie du der ersten Seite dieses Threads entnehmen kannst. Der Film ist einfach doof. Durchaus kreative Idee, aber die Umsetzung ist für den Arsch.

Es gab einfach auch zu viele unlogische Momente.

Willy Wonka
18.04.2011, 18:11
Im Zusatzmaterial geht Shy vor allem darauf ein, dass die Studios von ihm verlangten, ein NC-17 herauszuholen. Und so wirkt manch eine blutige Szene auch... das ist kein Shyamalan mehr - und das gibt er im Zusatzmaterial auch offen zu.

Aber wirklich schlecht finde ich den Film auch wieder nicht. Es gibt noch genügend denkwürdige Szenen, welche den Film noch zum Durschnitt hieven. Die Bauarbeiter, welche vom Gerüsten fallen, die Suizid-Kettenreaktions-Szene mit der Pistole oder auch die lustige Szene mit dem Gummibaum. Auch einige Querverweise zu Shys Filmografie sind gelungen (die Frau gen Ende, welche sich von der Umwelt abschottet, ist eindeutig ein Wink an "The Village"). Ansonsten bleibt da aber nicht viel übrig. Alles hat man schon einmal gesehen und auch die obligatorische Familiengeschichte rund um die Hauptpersonen bleibt trotz Wahlberg und der von mir gern gesehenen Zooey Deschanel ziemlich blass.

P.S.: Zumindest im DC habe ich nichts von dem angesprochenen schlechten Schnitt gemerkt. Handwerklich in meinen Augen ohne Patzer.


In diesem Text von Living Dead sind viele wichtige Aspekte enthalten, welche mir damals bei der Erstsichtung nicht direkt bewusst waren. Shyamalan musste den Film für Fox brutaler machen. Eigentlich ist es sonst immer umgekehrt. Dadurch verliert der Film ein wenig den typischen Shyamalan-Stil, aber auch nur ein wenig. In dieser Hinsicht würde ich jetzt sogar die geschnittene deutsche Kinoversion bevorzugen, da sie mehr Shyamalans Stil entspricht.

Die Welt von Shyamalan

Wieder einmal findet die Stadt Philadelphia Erwähnung und auch ein Kind gehört zu den Hauptdarstellern der Geschichte. Fernsehen und Radio neben eine ähnliche Stellung ein wie schon in „Signs"
Die Geschichte bietet sehr viel gewollten Humor (Plastikpflanze, Schaukel, Gasmaske) und Shyamalan hat wieder einen Cameo-Auftritt. Die alte Dame ist, wie Living Dead schon anmerkte, ein deutlicher Verweis aus „The Village“.
Einzig der Symbolik des Wasser ist in diesem Film nicht enthalten. Einzig die Wolken könnten man damit assoziieren, aber das ist vielleicht zu weit hergeholt, denn schließlich regnet es nicht einmal im Film!

Der Film ist ruhig gestaltet und besitzt durch die vielen Todesfälle einen morbiden Charme. Auch wenn ich Mark Wahlberg weiterhin für fehlbesetzt halte, kann ich mir vorstellen, dass seine Darstellung in dieser Form beabsichtigt war. Die Dialoge zwischen dem Ehepaar sind hölzern, aber gewollt, denn beide sind nicht fähig zu kommunizieren und das wird im Film sehr gut dargestellt.
Nur die Exposition von Alma Moore ist zu kurz ausgefallen und wird für den Zuschauer nicht unbedingt greifbar. Wie lernen den Charakter mehr über einen dritten Charakter (Julian) kennen, da er sich mit ihrem Mann unterhält.

Außerdem schließe ich mich der Meinung von Jens Hinrichsen an, welcher in seiner Kritik anmerkte, dass der Film sich an Hitchcocks „Die Vögel" orientiere, ohne den Klassiker indes billig nachzuahmen.
Weiterhin schreibt er, dass der Thriller der bislang furchterregendste und zugleich subtilste Beitrag zu Hollywoods derzeitigem Modethema Ökologie sei. Auch diesen Worten kann ich mich anschließen, denn Shyamalan verbindet das Thema Ökologie mit der Sozialwissenschaft (Todessehnsucht des Menschen) und nicht wie Emmerich und Cameron mit visuellen Bombastkino.


In der Pampa hält dieser schließlich und die Langeweile nimmt ihren Lauf. Keiner der Fahrgäste fragt die Schaffner, warum sie hielten. Als einziger begibt sich Elliot zu ihnen und erhält komischerweise sofort eine Antwort.


Das wissen wir doch gar nicht, denn der Film ist nicht in Echtzeit gedreht und zwischen den Schnitten gibt es noch ein Zeitraum, welcher nicht dargestellt wird. In diesem Zeitraum könnten zum Beispiel Fahrgäste die Schaffner nach dem Grund gefragt haben.
Nur wieso sollte man dieses filmen? Hätte dieses eine weitere Funktion für die Geschichte? Nein, denn der Hauptcharakter des Films ist Elliot Moore, dieser fragt nach und somit weiß auch der Zuschauer, warum der Zug anhält. Warum sollten wir jetzt noch viele weitere Fahrgäste sehen, welche sich erkundigen?


Sie laufen alle nach draußen und fahren mit ihren Autos weg (wohl bemerkt sind sie alle zuvor mit dem Zug gekommen!). „Hä?“ staunt man, doch das fragt man sich den ganzen Film hindurch.


Nach dem Zug befinden wir uns direkt im Diner und natürlich ist ein reger Betrieb vor Ort. Nur wissen wir an dieser Stelle nicht, wie viele Einheimische mit dem Auto oder dem Truck anwesend sind. Auch ist es unwahrscheinlich, dass alle Passagiere, welche vorher im Zug waren direkt in den Diner gegangen sind. Das bedeutet, dass die Leute, welche im Diner sitzen mit den Einheimischen mitgefahren sind. So wie es auch die Hauptcharaktere machen. Wenn man jetzt genau die wegfahrenden Autos zählt und wie viele Charaktere vorher im Diner saßen, ist es für mich eine reine Haarspalterei.

Die Pflanzen suchen sich gezielt große Menschengruppen aus, um möglichst viel zu eliminieren. Zusätzlich sprechen sich die Pflanzen untereinander ab, wo sie als nächstes ansetzen. Der Wind trägt die Gifte durch die Luft und komischerweise dreht sich dieser immer zu den Gruppen hin. Ob sich die Pflanzen auch noch mit dem Wind absprechen, wird jedoch nicht verraten :ugly:
Ahja :D:D:D

Diese Theorie, welche im Film vom Einheimischen vorgetragen wurde, wird von den anderen auch belächelt. (Der Film nimmt sich also an dieser Stelle nicht ernst). Der Höhepunkt der Ironie ist dann die Unterhaltung zwischen Mark Wahlberg und der Gummipflanze.
Durch die Nachrichtenerstattung und den Rückschlüssen von Elliot Moore wird dem Zuschauer die Theorie immer näher geführt. Der Film ist in dieser Hinsicht für einen Katastrophenfilm unkonventionell, da direkt eine fertige und scheinbar abstruse Theorie präsentiert wird, welche mit der Zeit immer seriöser erscheint. Das ist nur einer der wenigen Punkte, warum dieser Film auch als Anti-Katastrophenfilm angesehen wird.

Ich hab' mir gerade mein Geschreibsel aus 2008 durchgelesen und muss sagen: ich stimme mir immer noch zu. :D

Ich auch, wobei ich generell den Film jetzt noch ein wenig besser bewerte.


Es würde mich echt mal interessieren, wo Shyamalan heute stehen würde, wenn es "The Sixth Sense" nicht gegeben hätte. Wahrscheinlich wäre er ein Independent-Regisseur mit kleiner aber feiner Fangemeinde.

Ein sehr interessanter Gedanke!

deadlyfriend
18.04.2011, 18:18
Wirklich tolle Ausführungen und ich bekomme richtig Lust ihn mir demnächst nochmal anzuschauen. Vielleicht ja an den Feiertagen!





Ein sehr interessanter Gedanke!


Ich empfinde das mittlerweile so. Der Mainstream verhackt ihn inzwischen doch sowieso, also hat er auch nur noch eine kleine aber feine Fangemeinde. :)

Despair
18.04.2011, 20:10
Weiterhin schreibt er, dass der Thriller der bislang furchterregendste und zugleich subtilste Beitrag zu Hollywoods derzeitigem Modethema Ökologie sei. Auch diesen Worten kann ich mich anschließen, denn Shyamalan verbindet das Thema Ökologie mit der Sozialwissenschaft (Todessehnsucht des Menschen) und nicht wie Emmerich und Cameron mit visuellen Bombastkino.

Das sehe ich auch so. Mich würde interessieren, wie der Film vom Publikum aufgenommen worden wäre, wenn er nach der Atomkatastrophe in Japan in die Kinos gekommen wäre. Eine nicht wahrnehmbare Gefahr (mal abgesehen von der Verwüstung durch den Tsunami), die in der Luft liegt und alles Leben bedroht - da tun sich gewisse Parallelen auf. Eine ähnliche Wirkung - allerdings komplett ohne den Humor, den "The Happening" hat - erzielt imo die erste Hälfte von "Die Wolke".

Und ich finde die Grundidee nach wie vor nicht allzusehr weit hergeholt. Es gibt ja durchaus Pflanzen, die sich durch diverse Absonderungen vor Insekten schützen. Und wenn man bedenkt, wie viele Menschen durch herumfliegende Pollen unter Allergien leiden - vielleicht macht die Pflanzenwelt das mit Absicht... :D

Willy Wonka
18.04.2011, 20:25
Das sehe ich auch so. Mich würde interessieren, wie der Film vom Publikum aufgenommen worden wäre, wenn er nach der Atomkatastrophe in Japan in die Kinos gekommen wäre. Eine nicht wahrnehmbare Gefahr (mal abgesehen von der Verwüstung durch den Tsunami), die in der Luft liegt und alles Leben bedroht - da tun sich gewisse Parallelen auf...


Ja, und in einer Einstellung sah man zwischen zwei ländlichen Häusern im Hintergrund zwei große Schornsteine eines Atomkraftwerks und nach dem Vorfall in Fukushima ist dieses Bild deutlicher im Fokus gerückt und besitzt jetzt eine intensivere Wirkung. Weiterhin wurde im Film auch die Theorie von einem Reaktorunfall thematisiert.

Und ich finde die Grundidee nach wie vor nicht allzusehr weit hergeholt. Es gibt ja durchaus Pflanzen, die sich durch diverse Absonderungen vor Insekten schützen. Und wenn man bedenkt, wie viele Menschen durch herumfliegende Pollen unter Allergien leiden - vielleicht macht die Pflanzenwelt das mit Absicht... :D

Richtig. Die Theorie war zu Beginn etwas weit hergeholt, aber mit der Zeit wurde sie im Film für die Protagonisten logischer und auch für mich als Zuschauer. Das Drehbuch hält sich natürlich nicht exakt an die Wissenschaft, wobei ich mich in der Flora sowieso nicht so gut auskenne und daher kann ich es nicht genau beurteilen, was wissenschaftlich bewiesen ist.
Aber bei dem Film handelt es sich ja auch nicht um einen hundertprozentig realistischen Film, sondern er arbeitet mit wissenschaftlichen Theorien, die ins Mystische übergehen.

Despair
18.04.2011, 20:31
Zumindest ist das Szenario nicht weniger "realistisch", als durch einen Virus wiedererweckte Tote, die einen unheimlichen Appetit auf menschliche Gehirne entwickeln. :D

TheEnemy_Inside
18.04.2011, 20:32
Diese Theorie, welche im Film vom Einheimischen vorgetragen wurde, wird von den anderen auch belächelt. (Der Film nimmt sich also an dieser Stelle nicht ernst).

Aber man kann doch nicht sagen, dass sich der Film nicht ernst nimmt, nur weil man über absurde Szenen den Kopf schütteln kann.
Wenn sich die Charaktere gegenseitig innerhalb der Story belächeln, dann gehört das ja zur Geschichte und nicht zum äußeren Film.

Willy Wonka
18.04.2011, 20:59
Aber man kann doch nicht sagen, dass sich der Film nicht ernst nimmt, nur weil man über absurde Szenen den Kopf schütteln kann.
Wenn sich die Charaktere gegenseitig innerhalb der Story belächeln, dann gehört das ja zur Geschichte und nicht zum äußeren Film.

Es ist ja nicht nur den Punkt mit den Charakteren, die sich gegenseitig nicht glauben, denn die Szene mit der Gummipflanze war für mich eindeutig ironisch angelegt und sollte damit dem Zuschauer zeigen, dass er diese ganze Theorie nicht so ernstnehmen sollte, aber wie Despair schon geschrieben hat, ist die Theorie nicht so absurd wie mit dem lebenden Untoten. ;)

deadlyfriend
18.04.2011, 21:22
Solange konnte ich dann doch nicht warten und ich habe ihn mir durch die angeregte Diskussion eben nochmal angeschaut. Das zeitintensivste war die OVP DVD im Regal zu finden:rolleyes:

Ich finde ihn sehr sehr stark und er hat mir glaube ich noch besser gefallen als beim ersten Mal. Wobei ich die ersten 50 Minuten sogar gigantisch finde. Nachdem man sich mit der Theorie vertraut gemacht hat und die Gefahr "kennt", fällt er ein klein wenig ab. Das liegt aber eher daran das das Mysterium gelöst ist, nicht an der Theorie selbst. Die finde ich absolut klasse. Die Natur entwickelt Antikörper gegen den Virus Mensch. Ich finde das hochinteressant und sehr gut umgesetzt. Allein die Eröffnungsszene als die Bauarbeiter "vom Himmel" fallen, ist der Hammer. Nur der Schwangerschaftskram am Ende hätte er sich sparen können. Dachte ich zumindest zu Beginn, weil ich diese Familienglückseligkeit am Ende auch ansonsten nicht mag.
Hier fand ich es Spitze. Ich deute das nämlich als Zeichen für die Reproduktion des Menschen und die Antwort darauf folgt in Paris.

Willy Wonka
18.04.2011, 21:35
Hier fand ich es Spitze. Ich deute das nämlich als Zeichen für die Reproduktion des Menschen und die Antwort darauf folgt in Paris.

Sehr interessant! Unter dem Gesichtspunkt gefällt mir das Ende schon einmal besser.

Die stärkste Szene des Films war für mich auf den Wiesen als sich die Gruppen getrennt haben und die kleine Gruppe hört pausenlos die Schüsse von der anderen Gruppe. Diese Panik wurde allein durch die pausenlose Schüsse intensiviert. Großartig. Und das alles ohne explizit etwas zu zeigen.

Die fallenden Bauerarbeiten war für mich auch sehr erschreckend und kongenial inszeniert.

deadlyfriend
18.04.2011, 21:48
Sehr interessant! Unter dem Gesichtspunkt gefällt mir das Ende schon einmal besser.

Mir gefällt die Theorie auch gut:D

Die stärkste Szene des Films war für mich auf den Wiesen als sich die Gruppen getrennt haben und die kleine Gruppe hört pausenlos die Schüsse von der anderen Gruppe. Diese Panik wurde allein durch die pausenlose Schüsse intensiviert. Großartig. Und das alles ohne explizit etwas zu zeigen.

Die fallenden Bauerarbeiten war für mich auch sehr erschreckend und kongenial inszeniert.

Ja, die Szene finde ich auch sehr stark. Aber mir sind eben viele Szenen aufgefallen, die ich total genial fand. Die Leute die in Princeton von den Bäumen runterhängen war beispielsweise ebenfalls klasse. Da drunter durch zu fahren, finde ich äußerst makaber. Shyamalan kam im Bezug des sinnlosen Selbstmord auf unheimlich viele heftige Ideen, die mir hervorragend gefallen haben. Die Atmosphäre als Ganzes liebe ich sowieso, aber auch an dieser Art Endzeitszenario habe ich ja eh sehr viel Spaß:)

TheEnemy_Inside
18.04.2011, 22:07
Zuschauer zeigen, dass er diese ganze Theorie nicht so ernstnehmen sollte

Dann kann man ja den Film auch überhaupt nicht ernst nehmen und das wäre ja dann noch viel negativer. :rolleyes::D

Die wilde 13
19.04.2011, 19:43
Ich habe The Happening heute zum ersten Mal gesehen und er gefällt mir überraschenderweise sehr gut. Nachdem ich mit Signs nichts anfangen konnte und The Village zum Ende hin stark nachlies, habe ich Shyamalan erst mal links liegen gelassen. Anscheinend habe ich ihm da Unrecht getan.

Die Atmosphäre und der Aufbau sind richtig gut. Die Bauarbeiter,die vom Dach fielen, haben mir ein "schönes" mulmiges Gefühl in der Magengegend beschert. Auch die weiteren Suizids sind erschreckend makaber inszeniert aber noch besser sind die, die schon begangen worden sind. Die Allee der hängenden Leichen ist grandios in Verbindung mit der Panikattacke der Frau. Würde mir wohl ähnlich ergehen... Auch die Selbstmorde auf der Wiese, die man ja durch die Schüsse nur hört, fand ich großartig.
Mark Wahlberg war gar nicht so schlecht. Er hatte genau wie ich die ganze Zeit ein dickes Fragezeichen über dem Kopf schweben und war einfach nur verzweifelt. Die ruhige Art gefällt mir bei ihm eh' besser, als wenn er Dauerfluchend durch den Film stampft (Departed).

Teilweise erinnerte mich The Happening an Cloverfield, nur ohne die hektische Wackelkamera. Beide beschäftigen sich mit einer Katastrophe, die nicht näher oder durch abstruse Theorien erklärt wird. Sowohl die Protagonisten als auch der Zuschauer tappen lange im Dunkeln, was denn nun Sache ist und keiner der beiden Filme kann eine vernünftige und logische Erklärung oder Lösung anbieten.
Keine Helden, kein Pathos, nur die reine Angst vor dem Ungewissen, dem nicht zu packenden Feind.


Solche Szenarien machen mir mehr zu schaffen, als wenn da beispielsweise haufenweise Zombies durch die Gegend rennen oder die Folterei bis zum Exzess betrieben wird.
Der Mensch ist nun mal nicht das Maß der Dinge und die Natur hat Kräfte, die wir uns niemals erklären können, auch wenn sich die Menschheit für noch so schlau hält.

Auch wenn der ein oder andere Logikfehler zu verzeichnen ist konnte mich Shyamalan hier mal wieder gut unterhalten und das ist mir gute 8/10 durchaus wert.

dax
20.04.2011, 10:24
Zumindest ist das Szenario nicht weniger "realistisch", als durch einen Virus wiedererweckte Tote, die einen unheimlichen Appetit auf menschliche Gehirne entwickeln.

Da kennst Du aber meinen Nachbarn von Gegenüber noch nicht!:D
Ober der Gehirne frist kann ich nur vermuten, aber der Rest von ihm erinnert stark an Romeros Visionen...

Willy Wonka
26.04.2011, 16:18
So langsam gibt es ja doch einige, denen der Film gefällt. :)


Teilweise erinnerte mich The Happening an Cloverfield, nur ohne die hektische Wackelkamera. Beide beschäftigen sich mit einer Katastrophe, die nicht näher oder durch abstruse Theorien erklärt wird. Sowohl die Protagonisten als auch der Zuschauer tappen lange im Dunkeln, was denn nun Sache ist und keiner der beiden Filme kann eine vernünftige und logische Erklärung oder Lösung anbieten.
Keine Helden, kein Pathos, nur die reine Angst vor dem Ungewissen, dem nicht zu packenden Feind.


In „The Happening" gab es sehr schnell Theorien und Erklärungen für die Ursachen und schließlich wurde die Katastrophe im Film sehr medial verbreitet. Bei „Cloverfield" sind die Hauptfiguren gar nicht informiert und auch der Zuschauer wird im Dunkeln gelassen. In dieser Hinsicht offenbaren beide Filme für mich eindeutig Gegensätze.

Count Dooku
26.04.2011, 17:08
In Cloverfield gab es aber auch TV-Aufnahmen, die das Monster bzw. Teile davon zeigten.

Willy Wonka
26.04.2011, 17:16
In Cloverfield gab es aber auch TV-Aufnahmen, die das Monster bzw. Teile davon zeigten.

Ja, aber erst später und die Medien waren nicht so sehr im Mittelpunkt des Geschehens. Im Vordergrund standen die ahnungslosen Protagonisten.
Leider wurde das Monster dann am Ende dann doch noch gezeigt...