PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Silent Hill - Willkommen in der Hölle


crizzero
22.06.2008, 17:39
Gesamtübersicht aller Kritiken zu Silent Hill - Willkommen in der Hölle:

#02 22.06.08 crizzo (http://www.filmvisionaere.com/showpost.php?p=1966&postcount=2)
#17 31.12.08 Vince (http://www.filmvisionaere.com/showpost.php?p=41463&postcount=17)
#29 06.09.09 Dex_McCroul (http://www.filmvisionaere.com/showpost.php?p=101204&postcount=29)
#36 08.09.09 The Bjoern (http://www.filmvisionaere.com/showpost.php?p=101635&postcount=36)

crizzero
22.06.2008, 17:41
Silent Hill - Willkommen in der Hölle (http://www.ofdb.de/film/95945,Silent-Hill---Willkommen-in-der-Hölle)

Christophe Gans kann man nur beglückwünschen zu diesem Film. Es ist wohl die erste Videospielumsetzung, die ihrem Vorbild absolut gerecht wird. Das Flair, der Farbton, die Charaktere, die Gebäude, die Innenarrangements und vor allem diese genial animierten, abstoßenden Kreaturen. Der Film strotzt nur so vor exakten Videospiel-Anleihen.

Rose sucht nun also ihre Tochter in dem verlassenen Silent Hill. Und das bringt sie schon gleich zu Beginn in Teufels Küche. Der Film braucht nicht lange, um auf Touren zu kommen, sondern gibt über die gesamten zwei Stunden gut Gas. Hier mal mehr Dialoge, da mal mehr Psycho-Horror. Das Prinzip geht voll auf. Alles hüllt sich in die einzigartige Atmosphäre der Stadt, den dichten Nebel und die allgegenwärtige Aura des Bösen. Einfach fantastisch!
Zwar wirken - und das ist für mich wahrlich der einzige Kritikpunkt - die einzelnen Szenen immer noch zu kurz, aber schadet dies dem Film nicht weiter. Es scheint, als hätte Gans ohne Weiteres einen dreistündigen Film drehen können, den er aber für's Kino entsprechend zuschneiden musste. Die Übergänge wirken somit stellenweise etwas hart und die Szenen enden fast immer etwas zu abrupt.

Ansonsten erwartet gerade die Zocker-Gemeinde ein Fest für die Sinne. Jeden Survival-Horror-Fan wird dieses Werk zufriedenstellen, wenn nicht sogar begeistern. Gans gebührt ein riesen Lob, denn er hat geschafft, was in Zockerkreisen als schon nahezu unmöglich angesehen wurde: Eine wirklich gelungene Videospiel-Umsetzung. Respekt, Monsieur Gans!

8/10

maverik
23.06.2008, 23:26
Dem kann ich nur zustimmen. Für mich auch die beste Videospielumsetzung bisher. Super Gruselstimmung, war am Ende total enttäuscht das der Film so schnell vorbei war.

Von mir auch 9/10

Frankie
23.06.2008, 23:59
Der Film ist wirklich klasse! Ich muss gestehen das ich den aber erst einmal gesehen habe, der wird demnächst mal wieder eingelegt.

Aber bis zu dieser Kritik wusste ich nicht das der Film noch so einen blöden Zusatztitel hat. Ist der neu? Auf meinen Steelbook steht da nix von.:confused:

crizzero
24.06.2008, 00:08
Aber bis zu dieser Kritik wusste ich nicht das der Film noch so einen blöden Zusatztitel hat. Ist der neu? Auf meinen Steelbook steht da nix von.:confused:

Ging mir genauso, habe ich von der OFDB so übernommen. Muss nachträglich dazugekommen sein, passiert ja immer öfter. :uff:

Carlito
24.06.2008, 02:17
Sehr schöne Kritik, crizzo. :hoch:
Mir hat diese Videospieladaption ebenfalls sehr gut gefallen. Da können sich alle anderen Vetreter eine Scheibe von abschneiden. Der Film bekommt von mir eine 8/10.

Ich habe aber jetzt mal eine Frage zum Ende des Films. Das erschliesst sich mir nämlich nicht ganz.

Warum ist Rose und ihre Tochter in der Parallellwelt gefangen? Am Anfang gelangen sie in die Parallelwelt durch den Unfall, die Straßen sind abgeschnitten und es umgibt sie eine Art Nebel. Als der Spuk dann vorbei ist gibt es die Straße plötzlich wieder, nur der Nebel ist noch da. Also, warum können sie nicht auch diese Parallelwelt verlassen?

Bitte um Aufklärung. :D

crizzero
24.06.2008, 09:17
Bei Filmdiskussionen braucht man keinen Spoiler-Tag zu nutzen, steht in den FAQs. :)

Warum ist Rose und ihre Tochter in der Parallellwelt gefangen?

Ich glaube, dass es daran liegt, dass ihre Tochter mit dem Bösen in Kontakt war. Das wohnt ihr inne, denke ich. Daher umschließt der Nebel von Silent Hill bzw. diese Parallelwelt die beiden die ganze Zeit.

Carlito
24.06.2008, 12:12
Bei Filmdiskussionen braucht man keinen Spoiler-Tag zu nutzen, steht in den FAQs. :)

Und schon hab ich wieder was neues gelernt. :)



Ich glaube, dass es daran liegt, dass ihre Tochter mit dem Bösen in Kontakt war. Das wohnt ihr inne, denke ich. Daher umschließt der Nebel von Silent Hill bzw. diese Parallelwelt die beiden die ganze Zeit.

Könnte natürlich möglich sein. Mir ist da aber gestern Nacht noch was eingefallen.
Es ist zwar schon eine Weile als ich den Film gesehen habe, aber ist es nicht so das diese "Gemeinschaft" in der Kirche alles Tote aus dem Hotelbrand waren und durch ihre Schandtat nun in dieser "Parallelwelt" sitzen?

Dieser Theorie nach wären Rose und ihre Tochter beim Autounfall ebenfalls in Silent Hill gestorben. Wäre doch möglich, oder? :confused:

crizzero
25.06.2008, 16:01
Dieser Theorie nach wären Rose und ihre Tochter beim Autounfall ebenfalls in Silent Hill gestorben. Wäre doch möglich, oder? :confused:

Jo, könnte auch sein. Wobei die Polizei ja keine Leichen findet. Auch Sean Bean sucht die Stadt ja erfolglos ab. Sind die also wirklich tot? Oder eben doch nur in dieser Parallelwelt gefangen, die sie durch den Kontakt mit dem abgrundtief Bösen nicht mehr verlassen können?
Alles eine Interpretationsfrage, der wir uns hier gerne annehmen können. Habe den Film schon lange nicht mehr gesehen und damals noch viel mehr Fragen im Kopf... :)

Dex_McCroul
30.06.2008, 21:58
Und dazu kommt, dass Rose sogar Kontakt mit Sean Beans Charakter aufnehmen kann- nach dem Unfall! Also ist sie schon mal nicht zu Beginn gestorben. Sie scheint wirklich in der anderen Welt gefangen zu sein.
Und da bin ich dann auch der Auffassung, dass es daran liegt, dass das Rose Tochter Kontakt mit dem Bösen hatte.

Naja, vielleicht gibt es ja Auflösung in Teil zwei.

P.s.: Gute Kritik, Crizzo. Von mir gibt's auch ne 9/10.

dax
30.06.2008, 22:03
Ich reihe mich mal nahtlos in die Wertung ein.
Von mir gibt es auch ne 9/10.

Ein wirklich grandioser und verstörender Film.
Die surreale Story läßt einen minütlich immer tiefer in den Film eintauchen.
Ganz großes Kino!

Carlito
30.06.2008, 22:13
Und dazu kommt, dass Rose sogar Kontakt mit Sean Beans Charakter aufnehmen kann- nach dem Unfall!

Wann nimmt sie denn Kontakt mit ihrem Mann auf?

BladeRunner2007
30.06.2008, 22:17
Als Kenner des Games bin ich enttäuscht. Die ersten 40 Minuten sind wirklich gut inszeniert, aber dann wird der Film einfach nur nervig, langatmig und die Story mit der Sekte ist auch beschuert. Schade. Trotzdem ganz gutte Grundstimmung, daher noch 6/10

Dex_McCroul
30.06.2008, 22:54
Wann nimmt sie denn Kontakt mit ihrem Mann auf?

Als die beiden miteinander telefonieren nach dem Unfall und er sie nicht richtig verstehen kann, sondern nur Griesel und Rauschen hört. Kann aber sein, dass ich mich täusche (auch, wenn ich es nicht denke:rolleyes:).Werde mir den film gleich mal wieder ansehen. hab jetzt richtig "Bock" drauf bekommen.

Carlito
30.06.2008, 23:04
Als die beiden miteinander telefonieren nach dem Unfall und er sie nicht richtig verstehen kann, sondern nur Griesel und Rauschen hört.

Stimmt....jetzt kann ich mich wieder erinnern. Dieses Grieseln und Rauschen hat mich damals, zu der Annhame, mit dem Tod der beiden gebracht. Naja....vielleicht interpretier ich da auch einfach zu viel rein. Es wird Zeit das ich den nochmal sehe. :)

Harlequin
01.07.2008, 00:24
Als Kenner des Games bin ich enttäuscht. Die ersten 40 Minuten sind wirklich gut inszeniert, aber dann wird der Film einfach nur nervig, langatmig und die Story mit der Sekte ist auch beschuert. Schade. Trotzdem ganz gutte Grundstimmung, daher noch 6/10

Du weißt schon, dass in den Spielen auch eine Sekte am Werk ist, oder?

Sonst kann ich mich crizzo nur anschließen. Großartiger Film und extrem intensiv. Als die Burned Children auftauchten und ihr schrilles Kreischen durch den Kinosaal dröhnte...wundervoll. Nur hätte ich mir gewünscht, dass die Sirenen noch lauter wären, was so ziemlich mein einziger Kritikpunkt wäre.
Oh und besonders hervorheben muss man Pyramid Head. Wow. Das Design ist noch besser gelungen als in Silent Hill 2, er wirkt deutlich bedrohlicher und...irgendwie auch "cooler", muss man so sagen.

Und was das Ende angeht...ich vermute, dass Sharon? Cheril? durch Dark Alessa "ersetzt" wurde, was ihr Gesichtsausdruck in der letzten Szene nahelegt. Rose hat, dadurch, dass sie Dark Alessa aus Silent Hill brachte, ihr Freiheit gebracht. Sie kann jetzt überall sein, wo sie will, jeden in ihre Welt ziehen, den sie will. Mh, ist aber auch wieder etwas Zeit vergangen, seit ich den Film gesehen hab.

crizzero
31.12.2008, 16:41
Kritik von Vince

SILENT HILL - WILLKOMMEN IN DER HÖLLE (http://www.ofdb.de/film/95945,Silent-Hill---Willkommen-in-der-Hölle)

"Zunächst mal finde ich es ja sehr witzig, dass hier plötzlich so was wie ein Rollentausch stattfindet und es erstmals die Spieler sind, die primär von der Spieleverfilmung befriedigt werden und nicht die Normal-Kinobesucher ohne Vorkenntnisse. Was ein Zeichen dafür ist, dass es eben kein dummes Gerede der Macher war, zu behaupten, das wird ein Film für die Gamer... es ist weitestgehend wirklich so. Obwohl insgesamt ein heftiges Wirrwarr besteht zwischen Unzufriedenen und Zufriedenen und Gamern und Nicht-Gamern... alleine das ist schon eine Leistung, denn wenn ein Film wie dieser eines nicht sein solte, dann leicht einschätzbar.

Und das hat mich schlußendlich nach all den vernichtenden Urteilen doch am meisten erfreut: Man weiß nicht so recht, was man von dem halten soll, was Gans da auf uns losgelassen hat. Er zeigt immer wieder große Stärken und massive Schwächen, aber die winden sich so sehr wie die grotesken Monsterkreationen. Wenn man etwas kritisieren will, gibt es immer einen Aspekt am Film, der das Argument widerlegen kann. Die einzige Ausnahme bildet (wie schon so oft konstatiert) Sean Beans Subplot, da ist sich die Kritik wirklich einig: Das passt nicht rein. Und es passt wirklich nicht rein... genau deswegen, weil sich alle drüber einig sind, könnte man fast sagen.

Audiovisuell ist der Film ein Hochgenuss. Bei den ersten Anschlägen des Scores bekam ich einen Schauer wie selten zuvor. Der Wiedererkennungswert, mit dem die ganze Filmstruktur spielt durch das Switchen zwischen den einzelnen Ebenen, angekündigt von der durch Mark und Bein gehenden Sirene, die das Assoziationsprinzip ähnlich geschickt aufgreift wie vor einiger Zeit "Echoes" mit dem Brummen und dem roten Licht. Die Autofahrt weckte unbehaglich-herrliche Erinnerungen an "Silent Hill 2" - weil ihr Schnitt geschickt veranschaulichte, wie sich Rose immer weiter in die Gedärme der Hölle hineinbewegte und sich damit von der rationalen Welt löste. Mit einer Kilometeranzahl, die irrational lang erscheint. Wie damals James Sunderland, der eine nicht enden wollende Treppe hinunterging, mehrere Brunnen hinunterfiel und am Ende doch wieder an der Oberfläche ankam, obwohl er eigentlich schon längst hunderte Meter unter der Erde sein müsste.
All diese geschickten, kleinen optisch-akustischen Kniffe werden die ganze Zeit über hervorragend auf die Leinwand gebracht, das zieht sich über den Score, das Creature Design, die Effekte, das Welt-Zwischenwelt-Hölle-Triptychon etc. Die Storyidee war (inkl. Auflösung) wider Erwarten äußerst ansprechend, bei den Drehbuchvorgaben sind allerdings Defizite festzumachen, wobei mich derlei Vorkommnisse wie weglaufende Kinder in der Dunkelheit in ihrem Klischee-Potenzial nicht störten, weil sie - wie die vorkommenden Horrorgestalten - nie zum Zentrum der Aufmerksamkeit gemacht werden, sondern nur eine beiläufige Randerscheinung darbieten.

An den Dialogen habe ich übrigens überhaupt nichts auszusetzen gehabt - weder "Sieh mal, ich brenne", noch "Eine Mutter ist Gott in den Augen ihres Kindes" noch "Ich bin der Sensenmann" haben mich mit den Augen rollen lassen... ich meine, wie creepy ist das denn, diesen Satz ganz beiläufig aus dem Munde eines Kindes zu hören?

Es ist klar, dass beileibe nicht jeder etwas mit diesen Feinheiten anzufangen vermag - mein Kumpel saß neben mir und gähnte und guckte auf die Uhr, um mir am Ende zu sagen, wie unglaublich scheiße der Film war. Für mich war das alles ein Erlebnis im Subtilen, ganz weit weg von Kategorien wie fehlenden Schockeffekten, schwachem Drehbuch und kleineren konstruktionellen Mängeln. Einzig und alleine der Bean-Strang riß mich aus diesem Erlebnis heraus. Ohne den wäre wohl auch eine 9/10 drin gewesen. So reicht es für"
8/10

Despair
31.08.2009, 18:07
*thread ausgrab*

Meine Interpretation des Endes sieht folgendermaßen aus: Roses Adoptivtochter Sharon und Alessa sind ja ein und dieselbe Person – die dunkle und die helle Seite sozusagen. Am Ende werden Sharon und Alessa wieder vereint. Sharon ist sich ihrer Vergangenheit wieder bewusst und erlebt sie nicht nur in ihren Albträumen. Rose ist jetzt ebenfalls im Bilde, beide sind vereint im „Nebel der Vergangenheit“. Psychisch sind beide noch in diesem Nebel, physisch aber nach wie vor in der realen Welt. Weswegen sie den Abgrund problemlos überqueren und den Ort Silent Hill verlassen können. Dem Ehemann fehlen diese Erkenntnisse völlig, da er Silent Hill nur als verlassenes Städtchen mit einem dunklen Geheimnis, aber ohne übernatürliche Geschehnisse erlebt hat. Dementsprechend bemerkt er zwar, dass seine Frau und seine Tochter wieder zurück sind (die offene Haustür), kann ihnen aber nicht in ihre „Welt im Nebel“ folgen, da er sie nicht versteht. Er bleibt ausgegrenzt.

tikiwuku
31.08.2009, 18:11
Oder alle die im Nebel unterwegs sind, sind tot.

Despair
31.08.2009, 18:15
Oder alle die im Nebel unterwegs sind, sind tot.

Klar, ist natürlich auch eine Möglichkeit. Aber das ist mir irgendwie zu simpel für diesen Film. Außerdem hinterlassen Tote selten offene Haustüren - außer in "Poltergeist" vielleicht. :D

tikiwuku
31.08.2009, 18:52
Na ja, bei Dawn of the Dead haben sie aber auch viele Türen geöffnet! :D

BladeRunner2007
31.08.2009, 23:10
Ich denke auch das Rose und ihre Tochter tot sind. Ich glaube sie haben Silent Hill nie lebend betreten. Ich denke sie sind beide bei dem Autounfall gestorben. Am Ende wurde ja eine "gute" Tat vollbracht und deswegen können beide Silent Hill verlassen, sprich: ihre Seelen sind nun frei und können in Frieden ruhen. Deshalb fahren sie auch an einen schönen Ort - nach Hause. Allerdings denke ich nicht, dass Rose sich dessen bewusst ist. Sei weiß wahrscheinlich nicht das sie tot ist. Ihre Tochter weiß es vielleicht, da Allessa wieder in ihr ist. Vielleicht ist aber auch das der Grund, warum beide immer noch in dieser Parallelwelt/Silent Hill gefangen sind. Nur das Böse öfnet und schließt die Türen nach Silent Hill. Da Alessa in Sharon drinne ist kann es sein, dass Silent Hill nun weiter "ausgebreitet" wurde.

crizzero
01.09.2009, 07:58
Ich denke auch das Rose und ihre Tochter tot sind. Ich glaube sie haben Silent Hill nie lebend betreten. Ich denke sie sind beide bei dem Autounfall gestorben. Am Ende wurde ja eine "gute" Tat vollbracht und deswegen können beide Silent Hill verlassen, sprich: ihre Seelen sind nun frei und können in Frieden ruhen. Deshalb fahren sie auch an einen schönen Ort - nach Hause. Allerdings denke ich nicht, dass Rose sich dessen bewusst ist. Sei weiß wahrscheinlich nicht das sie tot ist. Ihre Tochter weiß es vielleicht, da Allessa wieder in ihr ist. Vielleicht ist aber auch das der Grund, warum beide immer noch in dieser Parallelwelt/Silent Hill gefangen sind. Nur das Böse öfnet und schließt die Türen nach Silent Hill. Da Alessa in Sharon drinne ist kann es sein, dass Silent Hill nun weiter "ausgebreitet" wurde.

Das wäre auch meine Interpretation, wenn beide tot wären.

Allerdings kann es auch sein, dass es der Kontakt mit dem Bösen ist, der beide nicht mehr los lässt. Alessa hat Sharon nach dem zufälligen(?) Autounfall nach Silent Hill gelockt, weil sie einen Weg braucht, um es verlassen zu können bzw. die böse Macht der Parallelwelt für all jene auszuweiten, die mit dem Bösen in Kontakt gekommen sind. Und hinzu kommt noch die Tatsache, dass sich das wahre Silent Hill nur dem öffnet, der es verdient hat bzw. für den es beabsichtigt war.
Alessa ist am Ende also in Sharon, würde ich sagen. Frei nach dem Faust'schen Motto Zwei Seelen schlagen... ach... in meiner Brust. Deshalb sind sie auf Dauer in dieser Welt gefangen und werden nie wieder Kontakt zu Sean Bean aufnehmen können. Dass die Tür zum Schluss offen steht, ist für mich nicht das große Indiz. Vielmehr zeigt es, dass Silent Hill und dessen verlorene Seelen ab und zu mal ein Zeichen in der realen Welt hinterlassen können.

BladeRunner2007
01.09.2009, 09:05
Bin ich eigentlich der einizige, der den Film schlecht findet? Also versteht mich nicht falsch. Er hat eine tolle Optik, eine sehr gelungene Kamera, eine umwerfende Soundkulisse und man hat den Spielesoundtrack übernommen. Atmo ist ausreichend vorhande, ABER immer nur dann, wenn Rose alleine durch Silent Hill läuft oder wenn das Böse hereinbricht. Sobald sie sich mit dem Cop und all den anderen zusammen tut, wird es nervig und langweilig. Die ganze Stimmung und Atmo geht flöten. Ich finde die ganzen Charaktere extrem nervig in diesem Film. Besonder die Sekte gefällt mir ganz und gar nicht. Ich weiß sie war auch im Spiel, aber muss es deswegen gut sein? Und auch Sharon mag ich nicht. Das Mädchen macht mich krank! Und Sean Bean's Part ist zu 100% ÜBERFLÜSSIG. Den Part hätte man auch komplett weglassen können. Nimmt nur jedes mal die Spannung raus.

Schade, die ersten 30 Minuten in Silent Hill und die "bösen" Szenen sind echt klasse, aber ansonsten geht mir der Film total auf die Nerven!

Despair
01.09.2009, 15:22
Hach, ich mag offene Enden. So viele Interpretationsmöglichkeiten. :D

Deshalb sind sie auf Dauer in dieser Welt gefangen und werden nie wieder Kontakt zu Sean Bean aufnehmen können. Dass die Tür zum Schluss offen steht, ist für mich nicht das große Indiz. Vielmehr zeigt es, dass Silent Hill und dessen verlorene Seelen ab und zu mal ein Zeichen in der realen Welt hinterlassen können.

Die offene Tür ist für mich der Beweis, dass sie weder tot noch physisch in einer anderen Welt gefangen sind. Die Familie ist wieder unter einem Dach vereint (ein kleines Happy End sozusagen), aber geistig sind sie in völlig anderen Dimensionen. Der Vater in der Realität, Mutter und Tochter noch im Nebel von Silent Hill. Sie können sich zwar sehen, schauen aber durch den Anderen hindurch. Dadurch hätte die ansonsten wirklich völlig unnötige Rolle von Sean Bean wenigstens etwas Sinn. Der handelt den ganzen Film über nämlich ziemlich unlogisch.

@BladeRunner:
Ich finde den Film nicht überragend, meine aber, dass er für einen Horrorfilm (und vor allem für eine Videospiel-Verfilmung) erstaunlich viel bietet. Die Story ist nicht der Brüller, aber weitaus besser, als ich erwartet habe (ich habe das Spiel nie gespielt).

BladeRunner2007
02.09.2009, 22:06
Ich hoffe bloß das ein eventueller 2. Teil besser wird. Genug Potenzial ist vorhanden!

tikiwuku
03.09.2009, 10:19
Ich finde den Film nicht überragend, meine aber, dass er für einen Horrorfilm (und vor allem für eine Videospiel-Verfilmung) erstaunlich viel bietet. Die Story ist nicht der Brüller, aber weitaus besser, als ich erwartet habe (ich habe das Spiel nie gespielt).

Die Geschichten der Spiele sind auch nicht so der Hit, muss ich sagen.

Aber mich hat am Film etwas sehr gestört: Es sind viel zu viele Leute in der Stadt. Bei den Spielen sind immer nur ein paar Leute da, von denen man nicht weiß ob sie nun Menschen oder vielleicht sogar Monster sind.

Und das Ende fand ich ein bisschen zu übertrieben. Bei den Spielen kam zwar immer ein dicker Endboss, aber die waren zumindest toll inszeniert und auch unheimlich.

Beim Film war das Ganze nicht so spannend.

BladeRunner2007
05.09.2009, 01:51
Und Pyramidhead kam auch zu selten vor. Wenn man den schon mit einbringt, dann auch richtig!

Dex_McCroul
06.09.2009, 19:04
Silent Hill, das war der Inbegriff für Angstschweiß für mich. Wer mal den ersten Teil der Spielereihe auf der PS1 gezockt hat, weiß wovon ich rede spätestens, wenn er sich an die Atmosphäre im Krankenhaus erinnert. Doch wie wurde das geschafft? Durch billige Schockeffekte, gleich einem „Resident Evil“,der zweiten populären Horrorgame-Serie und wohl auch der größte Konkurrent von „Silent Hill über die Jahre (Zombiehunde springen durch ein Fenster)? Nein, hier wurde mit subtilen Mitteln versucht, den Spieler zu beängstigen. Sounddesign, war wichtig. Verrückte Kameraperspektiven! Ekelhafte Figuren, die aus den schlimmsten Alpträumen gekommen sein mussten. Ein Gefühl von Ratlosigkeit, von Verloren sein. Das alles wurde gepaart mit einer, meist, sehr guten Hintergrundgeschichte, die oftmals von gebrochenen oder zumindest tragischen „Helden“ handelte.
Wurde nun all dies in eine gute Verfilmung übertragen? Die Antwort lautet ja! Es ist nicht nur eine gute, sondern sogar eine sehr gute Verfilmung geworden.

Was die Story betrifft, so handelt diese von dem Ehepaar Da Silva und ihrer adoptierten Tochter Sharon. Diese träumt immer wieder schlecht und schlafwandelt. Einfache Kinderbilder wandelt sie plötzlich in kafkaeske Alptraumgemälde um. Rose, die Adoptivmutter von Sharon, will nun dem Geheimnis ihrer Tochter auf den Grund gehen und ergründen, was es mit Silent Hill auf sich hat, der Stadt, die Grund für Sharons Alpträume und Gemälde zu sein scheint.
Soweit, so vertraut. Bislang ist hier nichts Neues zu sehen, was es so nicht schon einmal woanders in ähnlicher Form gegeben hat. Dass sich die Story aber noch immens weiterentwickelt, um einen Hexenkult, religiöse als auch psychologische und soziale Motive, machen Silent Hill aus. Es ist eben gerade nicht nur ein einfacher „Monsterfilm“ mit Blut, Kreischen, Opfern und dem obligatorischen Happy End.
Neben der Geschichte ist es aber eben, wie auch schon bei der Spielereihe, das „WIE“, was Silent Hill so intensiv macht.
Christoph Gans versteht es von Beginn Figuren zu schaffen, die dem Zuschauer ans Herz wachsen, bei denen man mit fiebert und wünscht, dass ihre familiären Probleme gelöst werden. Auf der anderen Seite findet man Gegenspieler, die man nahezu hassen will, wegen ihrer Verblendetheit, die aber dennoch vielschichtig sind und nicht einfach „böse“, wie Alcie Krige als Chistabella.
Genau das ist von enormer Wichtigkeit, denn sonst würde der Film kaum die Sogwirkung erzeugen, die er bei mir geschaffen hat. Allen voran Radha Mitchell als Rose Da Silva und Jodelle Ferland, die eine Doppelrolle als Rose‘ Tochter und Dämon spielt, überzeugen durch grandiose Leistungen.
Doch hat Christoph Gans Silent Hill auch visuell einfangen können? Ohne Umschweife: Ja, das hat er. Überall wabern Nebelschwaden, Asche regnet vom Himmel. Die Straßen sind leer - kein Mensch ist unterwegs, und Silent Hill ist durch riesige Kluften von der Außenwelt abgetrennt. Ja, das ist Silent Hill. Zudem verstand es Gans auch, das andere Bild von der Stadt zu zeigen – die Parallelwelt!
Und hier haben sich Designer und Regisseur selbst übertroffen! Wie eklig alles aussieht, von Blut und Rost durchzogen. Alles in erdigen Brauntönen, gemischt mit Rot und Schwarz! Beeindruckend, was da an Kulissen geschaffen wurde – es erinnert alles an einen Alptraum von Hieronymus Bosch oder kafkaeske Grenzerfahrungen. Einfach nur beeindruckend! Dazu die Kamerafahrten und Perspektiven, teilweise eins-zu-eins aus den Spielen übernommen, und die Horrorachterbanfahrt ist komplett!
Das alles zieht sich durch bezogen auf Orte (Schule und Krankenhaus, um nur 2 Beispiele zu nennen) wie auch bei den Figuren. Pyramidhead ist grandios getroffen! Dieser riesige Kerl mit dem noch angsteinflößenderen Schwert! Die Käfer, die Krankenschwestern. Wo man hinsieht bei diesem Film, erkennt man schauerhaft-schöne Details. Ein absolutes Kunstwerk.
Letztlich ist auch das Sounddesign ein absoluter Volltreffer! Ob es jetzt um ruhige Momente geht oder gerade Pyramidhead die Hölle losbrechen lässt, es ist alles stimmig, wenn nicht sogar bombastisch und erschreckend. Was lief mir für ein eisiger Schauer über den Nacken, als ich die Sirene das erste Mal hörte.
Ja, Silent Hill ist Horror! Silent Hill ist auch ein audio-visuelles Kunstwerk. Und Silent Hill ist vielschichtig, was einen den Film immer wieder sehen und Neues entdecken lässt.

Zu den Kritikpunkten: Einige hier bemängeln den Handlungsstrang um Sean Bean, dass er unnötig sei. Das sehe ich anders. Gerade dieser Handlungsstrang zeigt uns doch, dass gute Menschen wie Officer Thomas Gucci der Hölle um Silent Hill entkommen sind. Durch diesen Storyzweig, sind doch erst verschiedene psychologische Vertiefungen und auch Erklärungen um Alessa und Sharon möglich geworden. Nein, diesen Storyzweig empfand ich alles andere als unnötig. Zudem lässt er ein so „schönes“ Ende zu, über das ich immer wieder auf’s neue nachdenke, wie es zu verstehen ist.
Womit Bladerunner allerdings Recht behält, ist die Anzahl der Monster und deren Auftritte. Man könnte sie unter die Rubrik „Kurz und Knackig“ fassen. Hier hätte man eventuell noch etwas mehr zeigen können. Sei’s drum, vielleicht in Teil 2.

Somit schließe ich als Fazit, dass am Ende ein psychologischer Horrorstreifen bleibt, der audio-visuell in der jüngeren Vergangenheit seines Gleichen sucht und nahezu auf ganzer Linie zu überzeugen weiß. 9,5/10

deadlyfriend
06.09.2009, 19:20
Eine fantastische Kritik zu der ich dich nur beglückwünschen kann. Zudem stimmen wir in fast allen Punkten überein. Gerade die Vergleiche zum ersten Spiel sind absolut getroffen. Ich habe auch geschwitzt als ich das damals gespielt habe. Ich hätte nie für möglich gehalten das man die Atmosphäre umsetzen kann aber das ist absolut gelungen. Für mich die beste Spieleverfilmung bislang.

Despair
06.09.2009, 23:10
Zu den Kritikpunkten: Einige hier bemängeln den Handlungsstrang um Sean Bean, dass er unnötig sei. Das sehe ich anders. Gerade dieser Handlungsstrang zeigt uns doch, dass gute Menschen wie Officer Thomas Gucci der Hölle um Silent Hill entkommen sind. Durch diesen Storyzweig, sind doch erst verschiedene psychologische Vertiefungen und auch Erklärungen um Alessa und Sharon möglich geworden.

Bei meiner Interpretation des Endes ist Sean Bean nicht überflüssig, etwas gestört hat mich dessen Handlungsstrang trotzdem. Ich finde, er handelt völlig unlogisch. Wenn meine Frau und mein Kind in einer Geisterstadt verschollen wären, würde ich mich nicht mit einem störrischen Kleinstadtbullen abmühen und in irgendwelche verstaubten Archive einbrechen, um Hintergrundforschung zu betreiben. Ich würde mich in mein Auto setzen, in der nächsten größeren Stadt das Polizeirevier aufsuchen und mit einer Armee von Bullen nach Silent Hill zurückkehren. Aber dann wäre wohl ein anderer Film draus geworden... :D

Mit solch kleinen Ungereimtheiten kann ich bei Filmen dieses Genres aber gut leben.

Carlito
06.09.2009, 23:26
Einfach klasse, Dex. Deine Kritik hat mich gerade dazu bewegt den Film heute Nacht noch in den Player zu werfen. :hoch:

Ich weiß noch, als ich Silent Hill zum ersten mal im Kino gesehen habe. Damals hatte ich gemischte Gefühle und war mir nicht sicher was ich da vom gesehenen halten soll. Aber beim zweiten Durchgang hat er mich einfach umgehauen. Und das Ende hat ausreichend Diskussionspotential, ich werd das heute nach ein paar Bierchen nochmals auf mich wirken lassen. :D

crizzero
07.09.2009, 10:24
Starke Kritik, Dex! Bringt alles auf den Punkt. Und mit der Wertung liegen wir auf Augenhöhe.

Ich finde es nach wie vor grandios, was Gans da geschaffen hat. Es hat ihm keiner aus der Zockergemeinde zugetraut, so einen stimmigen Horrorthriller zu basteln. Man konnte es eventuell nach den ersten Screenshots erahnen, dass er zumindest das Flair von Silent Hill eingefangen hat, da dort schon alles sehr stimmig aussah, aber man konnte doch längst nicht damit rechnen, am Ende einen solchen Hammerfilm zu bekommen. Wie gesagt, ein Regisseur, der die Vorlage so respektiert und dann noch derart einfangen kann, wie es Christophe Gans getan hat, der hat einfach nur Respekt und Lob für diese Arbeit verdient.

Ich weiß noch, als ich Silent Hill zum ersten mal im Kino gesehen habe. Damals hatte ich gemischte Gefühle und war mir nicht sicher was ich da vom gesehenen halten soll. Aber beim zweiten Durchgang hat er mich einfach umgehauen.

Also mich hat er gleich im Kino umgehauen. Ich kam abends raus und dachte... Hammer! War wirklich ein klasse Erlebnis auf der großen Leinwand.

SAB
07.09.2009, 21:40
Klasse Kritik von dir, Dex! Da sind wir mal wieder einer Meinung! Auch wenn ich "nur" glatte 9 / 10 Punkte vergeben habe! Aber das ändert sich ja nach erneuter Sichtung vielleicht!:)

Evil_Gonzo
08.09.2009, 01:21
ist schon ne Weile her als ich den Film gesehen habe. Ich find den Film ziemlich gut, habe mich nicht eine Sekunde gelangweilt, weil der Film mich in seinen Bann gezogen hat. Wirklich großartig. 8,5/10 Punkte

TheBjoern
08.09.2009, 02:29
Silent Hill – Willkommen in der Hölle (http://www.ofdb.de/film/95945,Silent-Hill---Willkommen-in-der-Hölle)

Die beste Videospielverfilmung, die es bislang gibt!

So, oder so ähnlich muss meine Kritik eingeleitet werden. Christoph Gans ist einer der ersten Regisseure, der Zeit und Liebe in einer Videospielverfilmung investierte und es hat sich gewissermaßen gelohnt. Dunkel und düster beginnt der Film mit einem Schrei aus der Ferne. Eine verzweifelte Mutter wacht auf und eilt, getrieben von der Angst, nach draußen, wo sie ihre Tochter, abwesend und in der Dunkelheit an einem Abhang stehend, auffindet. Dabei setzt der (mir so wohl bekannte) subtile Soundtrack ein und ein vermeintliches Tor zur Hölle öffnet sich. Meine Gänsehaut kannte keine Grenzen mehr. Ich war begeistert in den ersten Minuten dieses Films, als ich im Kino saß.
Noch viele weitere Sequenzen ließen mich meine Gänsehaut spüren, ob nun das erste Eintreten der Sirenen, oder die erste Begegnung mit der Pyramiden-Gestalt. Eine tolle Inszenierung, die mich dann immer wieder in den Bann gezogen hat. Das größte Lob erhält der Soundtrack der dazu am meisten beigetragen hat mir Gänsehaut zu garantieren.

Soweit bleibe ich bei der Aussage, dass Silent Hill die beste Videospielverfilmung ist. Währe da nicht ein kleiner Haken. Ich vergöttere die Spiele um Silent Hill (Teil 1-4). Eine Verfilmung meiner subtilsten Horrorerlebnisse hatte ich mir schon immer gewünscht, wusste aber auch, dass ich die Messlatte sehr hoch ansetzten würde.

Nun geschah es: Silent Hill wird verfilmt. Die erste Nachricht, die mich von diesem Projekt ereilte war, dass Harry Mason durch eine Frau namens Rose ersetzt wird. Seitdem stand ich dem Projekt sehr skeptisch gegenüber, war aber bereit Kompromisse einzugehen.

Zum Spiel:
Jeder der die Spiele spielte, hatte sicherlich eigene Eindrücke, Verbindungen oder Zugänge zu diesen Spielen. Mein Silent Hill bestach durch Einsamkeit, Leere, Dunkelheit, Panik, Vergangenem und Unbekanntem.
Als Charakter dieser Spiele war man allein. Man hatte nichts. Die wenigen Personen die man getroffen hat waren mysteriös, nicht sehr vertrauenserweckend und wortkarg. Du selbst warst mysteriös und wortkarg.
Die Stadt war leer. Eine Leere, die einem beunruhigte. Eine Leere die in vielen Gängen einher herrschte. Eine Spannung die aufgebaut wurde, indem die Kulisse mit ihrer Musikunter- malung sich veränderte und plötzlich doch nichts passiert. Die Monster sind Teil der Leere, die als Verbliebene einer unbekannten Vergangenheit angehörten.
Die Dunkelheit lässt dich ins Unbekannte gehen. Die Dunkelheit lässt dich Dinge nur hören, die dich in Panik versetzen.
Die Panik verstärkt sich durch Sirenen, der Übergang in einer Welt voller Rost und Blut. Die Musik trommelt heftiger: du fängst an zu rennen, obwohl nichts hinter dir ist, aber du hörst es. Die Einsamkeit verstärkt diese Panik, indem du dich hilflos und vergessen fühlst.
Silent Hill ist Vergangenheit. Die Zeit spielt keine Rolle. Die Stadt ist alt, zerfallen, eine Ruine. Die Zeit aus der du kommst, ist irrelevant, du hast kein Handy, oder GPS. Du bedienst dich klassischer Mittel, wie einer Karte und einer Rohrstange.
Doch am meisten beeindruckte das Spiel durch das Unbekannte, das Rätselhafte, auf das es nicht auf alles eine Antwort gab, die wortkargen Dialoge, die M. Night Shyamalan nicht besser hätte hinbekommen können.

Zum Film:
Der Film hat lediglich die Stilmittel, wie Nebel, Kreaturen, Sirenen und den famosen Soundtrack (was ich sehr befürworte) kopiert. Aber was verloren gegangen ist, ist die Einsamkeit, denn allein die Szenen außerhalb von Silent Hill, riss dich als Zuschauer ebenfalls aus den Fängen von Silent Hill. Auch Cybil war ein zu großer Sympathisant, als dass Sharon wirklich alleine wäre.
Sharon selbst war nicht annähernd so mysteriös wie Harry Mason. Sie hat das größte Klische überhaupt in den Film eingebracht: Eine Frau die bei jeder Gefahr anfängt zu schreien. Ein Panikgefühl kam bei mir dann nicht mehr auf und von Subtilen sind wir dann auch Meilenweit entfernt. Ein Harry Mason wäre mir allemal lieber.
Die Dialoge waren von Seiten der Dorfbewohner wortkarg und mysteriös, besonders die Rolle von Dahlia hat mir gefallen. Doch es noch Spannender aufzuziehen hätten sich die „normalen“ Charaktere, wie Cybil und Harry(!) auch mysteriöser Verhalten können.
Die Zeitebene hat mir ebenfalls nicht so gut gefallen. Während das gesamte Spiel an die frühen 70er erinnert (Horrorgenre nicht Disco!), hat mich allein der Einsatz des Handys extrem gestört. Handys symbolisieren Moderne und vor allem Kommunikationsfähigkeit. Das ist etwas was die Einsamkeit, die ich so liebte nicht gerade unterstützt.
Letztendlich erschweren die gesamte versammelte Sekte die Einsamkeit und Leere. Die nahezu bilderbuchmäßige Erklärung des Mädchens inklusive Anschauungsmaterial zum Schluss läst kaum noch Platz für Interpretationen. Ein bisschen weniger Zaunpfahl tät’s vielleicht auch oder zumindest eine weniger offensichtliche Erklärung.
Der Schluss des Films gefiel mir bereits besser, der dann doch mögliche Interpretation zuließ.

Trotz der harten Worte hat mir der Film dennoch gefallen. Den Schritt zu wagen und den gesamten Soundtrack aus dem Spielen zu übernehmen und sich bei den Kreaturen und den Setting dicht am Original zu halten, beweist Ahnung von der Materie. Das der Film nun nicht meinen persönlichen Empfindungen entspricht liegt wohlmöglich daran, wie ich die Spiele für mich interpretiere. Denn Videospielverfilmungen ähneln sich doch sehr den Romanverfilmungen. Es gibt bestimmt Leute, die mit Peter Jacksons Design der Hobbits auch nicht zufrieden sind.

Für den starken Anfang und der tollen Atmosphäre, die leider nicht an die Subtilität und dem Mysterium der Spiele herankommt, aber durch den tollen Soundtrack und gutem Kreatur- und Umgebungsdesign seine stärken zeigt,
gebe ich den Film

6/10.

und ist trotzdem bis dato die beste Videospielverfilmung!

Balthier9999
14.04.2012, 04:20
Oder in einen neuen Thread, der sich allgemein mit Verfilmungen (Literatur, Spiele, ect) befasst. :bart:
Nur so, für den Fall, dass jemand sich noch dafür interessiert, aber keiner sich traut, zu posten…

Genau das ist der springende Punkt. Es wurde uns seine Interpretation aufgezwungen.Das ist aber weniger der Punkt, denn eigentlich ist jede Verfilmung eine Interpretation.
Der Zuschauer hat nicht mehr die Möglichkeit die selbe Interpretationsarbeit zu leisten, wie es noch in den Spieln möglich war.
Der Punkt springt besser. Es gibt anscheinend zu wenig Interpretationsmöglichkeiten, deshalb wirkt es so, als sei alles „auf dem Servierteller präsentiert“. Aber wie erwähnt: es kann für Kenner des Spiels ja durchaus interessant sein, wie manche es interpretieren.