Gesamtübersicht aller Kritiken zu The Blair Witch Project:
#02 19.06.08 Despair (http://www.filmvisionaere.com/showpost.php?p=1007&postcount=2)
The Blair Witch Project (http://www.ofdb.de/film/657,Blair-Witch-Project)
Die Studenten Heather, Josh und Mike wollten einen Film über den Mythos der Blair-Hexe drehen, die in den weitreichenden Wäldern um das Städtchen Burkittssville ihr Unwesen treiben soll. Nachdem sie einige Interviews mit den Einwohner geführt hatten, brachen sie in die Wälder auf, um auf die Suche nach der Hexe zu gehen. Man hat nie wieder etwas von ihnen gehört. Nach einigen Tagen wurde aber ihr Filmmaterial gefunden, aus dem dieser Dokumentarfilm zusammengestellt wurde.
Okay, inzwischen dürfte jeder mitbekommen haben, dass der Rummel um die Blair-Hexe ein gut gemachter Fake zweier Amateurfilmer war, um ihren im Stil einer Dokumentation gedrehten Horrorfilm echt erscheinen zu lassen – was zumindest in den USA anfangs recht gut funktionierte. Die drei bis dato völlig unbekannten Schauspieler Heather Donahue, Joshua Leonard und Michael Williams filmen mit Handkameras, wie sie sich immer hoffnungsloser im dunklen Wald verirren, nach und nach die Nerven verlieren und sich gegenseitig angiften. Das sieht aus, wie es sich anhört – verwackelte Amateuraufnahmen eben. Untermalt werden die Bilder von undefinierbaren Geräuschen, die bevorzugt nach Einbruch der Dunkelheit auftreten. Knacksen, Klopfen, das Schreien eines Babys in der zeitweise totalen Schwärze der Nacht – da freut sich die eigene Vorstellungskraft und beschwört die fiesesten Bilder herauf. Diese angespannte Atmosphäre zieht sich durch den ganzen Film bis zum Finale im Hexenhaus, das locker noch einen draufsetzt...
Die drei Schauspieler machen ihre Sache gut, die Mischung aus Improvisation (mangels richtigem Drehbuch) und teilweise echter Angst kommt sehr intensiv rüber und verstärkt die „Echtheit“ der Aufnahmen. Das „The Blair Witch Project“ aus diesen Gründen weder ausgefeilte Dialoge noch eine wendungsreiche Handlung zu bieten hat, dürfte klar sein. Effekte fehlen völlig, aber man ist erstaunt, wie gruselig ein Bündel Holz sein kann. Die Meinungen fallen dementsprechend sehr unterschiedlich aus. Während Einige den Gruselkick ihres Lebens durchleben, dämmern Andere gelangweilt langsam in Richtung Tiefschlaf. Letzterer Fraktion empfehle ich einen Campingurlaub im nächstgelegenen Wald inklusive tragbarem DVD-Player und nächtlicher Vorführung von „The Blair Witch Project“...
9/10 Punkte
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