Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Buffalo '66
Gesamtübersicht aller Kritiken zu Buffalo '66:
#02 19.06.08 Despair (http://www.filmvisionaere.com/showpost.php?p=930&postcount=2)
Buffalo '66 (http://www.ofdb.de/film/10672,Buffalo-%2766)
Billy Brown, gerade frisch aus dem Knast entlassen, muss aufs Klo. Und zwar dringend. Auf der Suche nach einer Toilette landet er in einer Tanzschule, wo er spontan ein Mädchen namens Layla entführt, die sich beim anstehenden Besuch bei Billys Eltern als seine Ehefrau ausgeben und fortan auf den Namen Wendy hören soll. Und dann wäre da noch die Sache mit Ex-Footballspieler Wood, dem Billy auf gewisse Weise seinen Knastaufenthalt zu verdanken hat...
Es lebe der Independent-Film: Buffalo '66 glänzt aufgrund guter Story, skurriler Charaktere und ungewöhnlicher Inszenierung. Kurze Bild-in-Bild-Rückblenden zeigen Billys Vergangenheit und enthüllen nach und nach die Ursachen seines verqueren Charakters. Einen beträchtlichen Anteil Schuld daran haben seine Eltern (genial: Ben Gazarra und Anjelica Huston), die man als Horrorausgabe einer „normalen“ Familie bezeichnen kann. Die Szenen im Elternhaus während des Besuchs sprechen Bände: Billy mimt den Karrieremann, Vater Jimmy spricht trotzdem kaum ein Wort mit seinem Sohn und begrapscht lieber „Schwiegertochter“ Wendy, während Mutter Janet geradezu fanatisch die Aufzeichnung des einzigen Footballspiels der Buffalo Bills, das sie (wegen Billys Geburt) jemals verpasst hat, in sich aufsaugt. Szenen, die einem trotz unterschwelliger Komik das Lachen im Halse stecken bleiben lassen. Trotz überwiegend melancholischer Grundstimmung sind es gerade die gelegentlich aufblitzenden komischen Elemente, die diesen Film zu etwas Besonderem werden lassen.
Die Besetzung ist über jeden Zweifel erhaben: Regisseur und Hauptdarsteller Vincent Gallo ist unausstehlich, erbärmlich und sympathisch zugleich. Christina Ricci - mit gewohnt stoisch motzigem Gesichtsausdruck und auf ihre ganz spezielle Art sexy - gibt die etwas naive, nette aber trotzdem mystisch wirkende Schönheit von nebenan. Dazu kommen gelungene Kurzauftritte von Rosanna Arquette, Mickey Rourke und „Airwolf“ Jan-Michael Vincent.
Fazit: Buffalo '66 ist eine in ruhigen Bildern erzählte, aber zu keinem Zeitpunkt langweilige Tragikomödie mit ganz speziellem Charme. Sollte man gesehen haben. Deshalb bekommt der Film von mir ganze
10/10 Punkte
Hab ihn jetzt gestern gesehen und ihn prompt für einen der amerikanischen Lichtblicke der Neunziger befunden. Hat sehr gefunkt auf meiner Seite und das Ende und Cristina Riccis letzte Worte haben mich sehr mitgenommen. Der Streifen ist irgendwie zugleich sehr eschreckend echt und komplett naiv, ohne dass das je gestelzt wirkt (was ihm aber sicher viele vorgeworfen haben, nehme ich an). Mich hat der wirklich sehr bewegt und deswegen stimme ich der Kritik ohne weiteres zu.
crizzero
11.10.2008, 02:46
Ich muss gestehen, dass ich erst jetzt, wo Farman darauf antwortet, auf die Kritik und damit auch auf den Film aufmerksam werde. Hatte bisher nichts zu dem Titel gehört, bin aber aufgrund von Despairs Kritik nun doch etwas neugierig geworden, zumal sich auch die Darstellerriege recht interessant anhört. Ich hoffe, ich werde diesen Film irgendwann mal anschauen und dann mitreden können.
deadlyfriend
11.10.2008, 11:29
Da geht es mir genau wie Crizzo. Ich habe ihn jetzt aber selbstverständlich auf die Ausleihliste von Amazon gesetzt. Ich werde mich nach der Sichtung mit Sicherheit äußern!
Ihr müsst öfter mal in den TV-Tipps-Thread gucken... ;)
deadlyfriend
11.10.2008, 11:38
Ihr müsst öfter mal in den TV-Tipps-Thread gucken... ;)
Ich glaube das ist der einzige Bereich hier indem ich bislang nie war...............
Liegt daran das ich so gut wie gar kein TV schaue.
Ich glaube das ist der einzige Bereich hier indem ich bislang nie war...............
Liegt daran das ich so gut wie gar kein TV schaue.
Kann sich durchaus lohnen, da mal einen Blick reinzuwerfen ("Buffalo '66" kam vor drei Tagen im BR). Meine TV-Tipps sind auch werbefrei, da ich die privaten Sender außen vor lasse. ;)
Die gute alte Flimmerkiste bietet mehr, als man glaubt. Leider landen empfehlenswerte Filme grundsätzlich im Nachtprogramm. Zur besten Sendezeit ist bei den öffentlich-rechtlichen Stationen leider Langeweile angesagt...
deadlyfriend
02.02.2009, 01:44
Besser spät als nie. Lange hat es gedauert aber jetzt habe ich mir endlich, wie versprochen, den Film angesehen und bin ziemlich irritiert. Er ist völlig seltsam und merkwürdig aber absolut gut. Besonders das Gespräch am Tisch im Elternhaus und auch die Stripclub-Sequenz ist wunderbar gefilmt. Ich bin nur unschlüssig ob ich das Ende wirklich so haben wollte, aber das werde ich jetzt erstmal alles ein wenig sacken lassen. Vielen Dank für den Tipp, dadurch hatte ich jetzt einen wirklich interessanten und auch niveauvollen Filmabend.
Ich wollte dich noch vor ein paar Tagen darauf hinweisen, dass der Film wieder im Free-TV läuft - und hab's prompt vergessen. Aber das hat sich ja jetzt erledigt. :D
deadlyfriend
03.02.2009, 02:45
Ja, er kam dann doch mal von der Leihliste an. Er wird aber bestimmt auch noch ins Regal wandern.
der Film ist wirklich eine kleine Perle. Christina Ricci gefällt mir eh in so Filmen und Vincent Gallo spielt perfekt einen mit komplexen behafteten Wicht.
Das Ende erinnerte mich ein wenig an Badlands und ist verdammt Klasse
Eclipsed
04.03.2011, 18:47
Badlands
:bet:
Ich meine auch mal gelesen zu haben, dass Gallo sehr von Malick beeinflusst wurde!
Im übrigen: ist dir aufgefallen, dass in der Klimax der Bullet-Time-Effekt vorkommt? Und das vor Matirx... ;)
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