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LivingDead
06.12.2008, 20:21
Gesamtübersicht aller Kritiken zu Matrix:
#02 06.12.08 Count Dooku (http://www.filmvisionaere.com/showpost.php?p=36554&postcount=2)
Gesamtübersicht aller Kritiken zu Matrix Reloaded:
#03 06.12.08 Count Dooku (http://www.filmvisionaere.com/showpost.php?p=36555&postcount=3)
#04 06.12.08 LivingDead (http://www.filmvisionaere.com/showpost.php?p=36556&postcount=4)
Gesamtübersicht aller Kritiken zu Matrix Revolutions:
#05 06.12.08 LivingDead (http://www.filmvisionaere.com/showpost.php?p=36557&postcount=5)
LivingDead
06.12.2008, 20:22
Kritik von Count Dooku
Matrix (http://www.ofdb.de/view.php?page=film&fid=154)
1999 war ein Jahr voller persönlicher Höhen und Tiefen. Es war das Jahr in dem bei mir das Star-Wars-Fieber richtig ausbrach. Und es war das Jahr, in dem ich eher zufällig auf Matrix gestoßen bin.
Das Grundkonstrukt vom Mann, der rausfindet, dass die Welt in der er lebt nicht real ist, ist nicht wirklich neu, aber die Umsetzung der Handlung ist imo immer noch grandios.
Die Effekte waren bahnbrechend nur wurden sie mit der Zeit so oft kopiert, dass sie an Faszination verloren haben. Die Actionszenen waren auch sehr gut und noch im guten Maß im Gegensatz der Fortsetzungen.
Die einzige Schwachstelle, die der Film imo hat ist seine anfängliche Langatmigkeit, die daraus resultiert, dass der Film seine Zeit braucht, die "Realität" zu erklären.
Insgesamt 9 von 10 Punkten.
LivingDead
06.12.2008, 20:23
Kritik von Count Dooku
Matrix Reloaded (http://www.ofdb.de/view.php?page=film&fid=34402)
2003 kamen die Fortsetzungen des Kultstreifens ins Kino. Zuvor begann aber schon ein Hype, dem die Filme nicht gerecht werden konnten. Animationsfilme, ein schlechtes Computerspiel und viele Werbeverträge haben die Stimmung für den Film angeheizt. Als ich dann an einem der ersten Tage den Film ansah, hatte ich aber das Gefühl, dass das keine wirkliche Matrixfortsetzung ist.
Die "Höher, schneller, weiter"-Formel wurde auch auf diese Fortsetzungen angewandt, was einer der größten Schwachpunkte darstellt. Neos Kampf gegen die vielen Smiths ist anfangs noch ganz gut, wird aber mit der Zeit langweilig, vor allem weil man richtig erkennen kann, dass Neo und die Smiths computeranimiert sind. Allgemein sind die Actionszenen einen Tick zu lang.
Ein weiterer Schwachpunkt ist Zion. Als Zion in Teil 1 erwähnt wurde, habe ich mir irgendwas anderes vorgestellt. Außerdem wirken die ganzen Ränge und das ständige Betonen, dass es Befehle gibt komisch.
Die neuen Charaktere sind auch nicht so überragend. Jada Pinked Smith hat nicht genug Screentime um zu überzeugen (vermutlich muss man das grottige Spiel gespielt haben), Monica Belluci ist nur schmuckes Beiwerk und Nora Gaye erweckt auch keine Sympathie. Dass der Darsteller von Tank aus Teil 1 durch eine andere Figur ersetzt wird ist imo auch ein Fehler.
Diese "Tempel-Orgie" war auch ziemlich dämlich.
Der größte Fehler ist allerdings, dass sich die Matrix-Welt nicht mehr so anfühlt, als könnten wir wirklich in einer leben. Die wirkt plötzlich von allen möglichen Programmen bevölkert und dazu kommt noch dieser penetrante Grünstich.
Außerdem hatte ich das Gefühl, dass Reeves und Moss zwar die gleichen Rollennamen wie in Teil 1 hatten, aber nicht mehr so wirkten wie in Teil 1.
Positv erwähnen kann man aber Hugo Weaving als Agent Smith. Der spielt die Rolle perfekt und imo mit einer coolen Sprechweise.
Auch nicht schlecht war die Szene mit dem Architekten, auch wenn ich zugeben muss, dass ich die Szene ein paarmal anschauen musste um alles mitzubekommen.
Die Freeway-Szene ist auch sehr gut geworden.
Fazit: Insgesamt ein unterhaltsamer Streifen aber eine unwürdige Fortsetzung von Matrix.
7,5 Punkte
LivingDead
06.12.2008, 20:23
Matrix Reloaded (http://www.ofdb.de/view.php?page=film&fid=34402)
„Matrix“ revolutionierte im Jahre 1999 die Sehgewohnheiten eines jeden Filmfans. Auch wenn die Ideen an sich nicht neu waren, so war die Umsetzung schlichtweg atemberaubend. Kung Fu, gepaart mit atemberaubenden Schießereien in „Bullet-Time“, jenem Effekt, der es den Protagonisten erlaubt, den Kugeln in Zeitlupe auszuweichen, während die Kamera elegant um sie herumfährt. Auch die Idee einen Film zu machen, der die grundlegende Frage der Philosophie behandelt; „Ist alles was wir sehen wirklich?“, war zwar nicht neu, wurde aber noch nie in einem Hollywood-Blockbuster behandelt; und vor allen Dingen nicht in dieser fantastischen Weise. Dass der Film dabei nur läppische 65 Mio. Dollar kostete ist in Zeiten der 300 Mio. Blockbuster kaum zu glauben …
Nun, dass nach dem immensen Erfolg des Filmes eine Fortsetzung kommen musste, stand außer Frage. Die schüchternen Wachowski-Brothers, die vorher nur durch den Erotik-Thriller „Bound“ von sich Reden machten, planten nun – mit einem höheren Budget von geschätzten 300 Mio. Dollar – zwei Sequels hinterher zuschieben, die sie parallel drehten und storytechnisch genau an den ersten Teil anknüpften.
Die grundlegende Regel in Hollywood einer jeden Fortsetzung lautet bekanntermaßen: Bigger, wider, louder. Und so startet auch „Matrix Reloaded“: Alleine der Anfang ist wie ein Resümee aller Actionszenen aus dem ersten Teil. Kung Fu, Explosionen und „Bullet-Time“ werden dem Fan hier, zentriert auf 3 Minuten, auf dem Silbertablett serviert. Zwar kann einem das Gezeigte nicht mehr ganz so aus dem Sessel hauen wie noch in Teil eins, ist in seiner Inszenierung aber immer noch so faszinierend wie eh und je.
Danach wird uns dann auch endlich die letzte Menschenstadt „Zion“ gezeigt und somit ein neues Element mit eingebunden; es gibt neue Charaktere und neue Beziehungskonflikte. Und wir erfahren, dass die finale Schlacht Mensch gegen Maschine kurz bevor steht. Wer vermag dies noch zu verhindern? Der Auserwählte? Fragen über Fragen…
Oft kritisiert wurde vor allem, dass der zweite Teil jene philosophischen Ansätze des ersten völlig ignoriert und sich ausschließlich aus den Actionszenen nährt. Doch gibt es hier immer noch mindestens genau so viele – stellenweise viel wichtigere – Fragen, die aufgeworfen werden. Als Beispiel sei nur einmal das Problem genannt, welches der Senator Neo in einem interessanten Gespräch erläutert, dass Menschen die Maschinen bekämpfen, obschon sie selbst erst durch Maschinen in der Lage sind, diese zu bekämpfen…. Ein Paradoxon, welches so universell, wie aktuell ist und sich auf alle Auseinandersetzungen der Welt beziehen lässt. Es sind Momente wie diese, in denen die Wachowskis ihre Genialität zum Ausdruck bringen. Doch leider wirken gerade diese interessanten Aspekte etwas aufgesetzt; als wollte man die Zeit zur nächsten Actionszene überbrücken.
Auch in den Actionszenen wollten die Wachowskis noch einen draufsetzen, zeigen Neo, wie er gegen hunderte von Agent Smiths kämpft oder wie Superman durch die Gegend fliegt; optisch auf dem höchsten Niveau und mit atemberaubenden Special Effects versehen. Der Höhepunkt bildet jedoch die gut 15minütige Highway-Verfolgungsjagd per Auto, Motorrad und LKW. Da gibt es Szenen, wie wir sie tatsächlich noch nie gesehen haben: Ein Agent springt von einem Auto zum Nächsten und löst somit eine Massenkarambolage par Excellenze aus; oder Morpheus kämpft auf dem Dach eines fahrenden LKWs gegen einen Agenten; oder Trinity fährt mit dem Motorrad in Höchstgeschwindigkeit in den Gegenverkehr… Heller Wahnsinn!
Im Gesamten gesehen reicht es jedoch nicht aus, alles größer und wuchtiger zu gestalten, denn im Endeffekt wird zu keinem Zeitpunkt die Genialität des ersten Teils erreicht; so grandios die Umsetzung auch ist. Dies zeigt sich vor allem im Gespräch mit dem Merowinger (Und Monica Bellucci, die leider viel zu kurz kommt), welches einzig und allein dazu dient, zu zeigen, dass dieses Programm, trotz seiner ellenlangen Schwadronierungen über Aktion und Reaktion ausschließlich niederen („menschlichen“) Gelüsten frönt. Im Endeffekt läuft sowieso alles nur auf eine (zugegebenermaßen spektakuläre) Actionszene hinaus. Wie bereits erwähnt, wirken viele philosophische Gespräche somit wie Lückenbüßer. Das haben die Wachowskis im ersten Teil noch wesentlich besser gelöst.
Zusammengefasst eine äußerst eindrucksvolle Fortsetzung, die jedoch in punkto Originalität und konsequenter Dramaturgie etwas zurück stecken muss.
8/10
LivingDead
06.12.2008, 20:24
Matrix Revolutions (http://www.ofdb.de/view.php?page=film&fid=42231)
„Alles was einen Anfang hat, hat auch ein Ende.“
Mit „Revolutions“ schließt sich das Kapitel einer revolutionären Filmreihe, wie es sie wohl eine lange Zeit nicht mehr geben wird. Selten baute ein Film nach einer so kurzen Zeit eine solch riesige Fangemeinde auf. Nach dem Paukenschlag „Matrix“ waren die Erwartungen der Fans zu der Fortsetzung „Reloaded“ auch dementsprechend hoch und konnten im Endeffekt nur bedingt zufrieden gestellt werden: “Zu viel Action, zu wenig Story“ erklang es einhellig von enttäuschten Kinogängern. Demzufolge sollten natürlich auch die Erwartungen zum abschließenden Teil „Revolutions“ heruntergeschraubt werden, denn dieser wurde (aus Kostengründen) parallel zu „Reloaded“ gefilmt und erlaubte somit keine wirklich neuen (storytechnischen) Innovationen…
Zuerst einmal lässt sich sagen, dass der dritte Teil verhältnismäßig konservativ geraten ist. Da gibt es haufenweise Pathos und das übliche Verabschieden der sich Liebenden vor der ultimativen, alles entscheidenden Schlacht. Hier wird es dann mitunter auch grässlich kitschig. An solchen Stellen wird bemerkbar, dass die Wachowskis zwar ein gutes Händchen für Style haben, beim dokumentieren von menschlichen Emotionen jedoch kläglich versagen.
Nach einem kurzen Zwischenstopp beim „Trainman“ und das Wiedersehen mit dem Merowinger sind wir dann wieder in Zion. Die Maschinen haben die Menschenstadt fast erreicht und somit werden alle Vorkehrungen getroffen, um den Maschinen mit aller Waffengewalt etwas entgegenzusetzen. Neo hingegen geht seinen eigenen Weg, um den Krieg zu verhindern…
Die erste Stunde besteht fast nur aus den üblichen Dogmen der Kriegsfilme. Danach geht es jedoch überraschend schnell los – die Maschinen bohren sich durch die dicken Betonmauern hindurch und greifen die kleinen Menschen wie ein Schwarm Fische an. Eine wahnsinnige Bilderflut, die hier auf den Zuschauer eindonnert. Fast 30 Minuten gibt es Non-Stop-Action – ein Showdown der Superlative, welcher alle philosophischen Grundgedanken in Grund und Boden hämmert. Mensch vs. Maschine – Tod oder Leben; im Grunde geht es nur darum.
Hier wird nun jeder Cent der 300 Mio. Dollar-Produktion sichtbar. Die Effekte sind auf dem neuesten Stand der Technik; und wer eine adäquate Sound-Anlage daheim stehen hat, der wird wohl mehr als einmal in die Schlacht zappen.
Der erblindete Neo (eine wirklich schöne Symbolhaftigkeit: Neo, der erst als er erblindete, wirklich zu Sehen begann) hingegen hat eine ganz andere Aufgabe. Sein Gegenpart Agent Smith verseucht derweil die gesamte Matrix; wurde selbst zu jenem verhassten Virus, wie er den Menschen noch im ersten Teil bezeichnete. Nur Neo - seine ausgleichende Rechnung – kann die Matrix jetzt noch von ihm befreien. Auch hier kulminiert wieder einmal alles in einem vor Style zu bersten drohendem Showdown, der oftmals an japanische Zeichentrickfilme erinnert, aber 1A umgesetzt wurde und mit einem kleinen, aber genialen Kniff endet.
Der Schluss hingegen wird viele wohl nicht zufrieden stellen. Zu simpel fällt dieser aus. Im Gegensatz zu den bedeutungsschwangeren Szenen und Dialogen im Vorfeld tatsächlich ziemlich ernüchternd; bei genauerer Betrachtung arbeitete der Film jedoch auf genau dieses Ende hinaus. Leider… denn irgendeine überraschende Wendung hätte man sich nach all den Spekulationen im Vorfeld doch noch erhofft. Pustekuschen! Die Wachowskis lassen ihren Film genau so enden, wie es sich jeder x-beliebige Fan auch hätte ausdenken können. Schade.
Zusammengefasst ein etwas gehaltloser Actioner, der als Abschluss der Trilogie jedoch trotzdem hervorragend funktioniert und sich nahtlos an den zweiten Teil anknüpft.
7/10
Count Dooku
16.02.2010, 11:02
Matrix Reloaded/Revolutions
Kein Vergleich mit dem ersten Teil, schon deshalb weil bei Teil 1 alles frisch und neu wirkte. Bei den Fortsetzungen fehlte es imo an Innovation. Die Philosophie wirkte aufgesetzt und mehr wie ein Lückenfüller als ein wichtiger Bestandteil. Die Actionszenen sind zu lang und zu CGI-lastig (die schon damals als Effekte zu erkennen waren). Die neuen Charaktere sind uninteressant und zu den alten kann man einfach keine Beziehung aufbauen. Könnte an dem imo zu coolen Outfits liegen. Einzig Agent Smith ist cool wie eh und je. Der Score ist teilweise ganz gut, teilweise zu technolastig wodurch einige Kampfszenen wie aus nem Videospiel kopiert wirken. Was ich auch nicht verstanden habe, warum gibt es in Zion eine Hierachie? Am Ende von Teil 1 will Neo doch den Menschen eine Welt ohne Gesetze zeigen.
Miteinander verglichen würde ich sagen, dass Revolutions der bessere Film der beiden Teile ist. Grund dafür ist imo, dass die Story düsterer geworden ist und die Action mehr in der "Realität" spielt wo sie viel brutaler und weniger geleckt wirkt.
Tarantino1980
16.02.2010, 11:49
Interessante Ansätze Count. Ich denke die meisten finden Teil 1 am stärksten. Es war etwas neues, etwas inovatives und einfach geniales. Ich hingegen finde aber Teil 2 noch sehr stark. Die Slow-Motion Effekte gefallen mir sehr gut und auch die Story finde ich noch passabel. Besonders diese Verfolgungsjagd oder die Szenen mit dem Franzosen finde ich sehr gelungen. Teil 3 hingegen war auch noch ok, aber nicht mehr so gut wie die beiden Vorgänge wobei natürlich auch dieser sehr gut ist. Ich liebe einfach die Matrix Filme. Ich kann zwar jeden verstehen der sagt, das nach Teil 1 es schlechter wurde, aber mir gefällt das Gesamtpaket sehr gut.
- Matrix 3 3/10
Oh Mann...jetzt weiß ich wieder, weshalb die Schlacht um Zion das wenige war, was nach der letzten Sichtung hängen geblieben ist.
Unfassbar wie man Teil 2 und vorallem Teil 3 gegen die Wand gefahren hat...
Das Ende ist ja wohl ein schlechter Witz! :runter:
Balthier9999
11.07.2011, 18:05
Oh Mann...jetzt weiß ich wieder, weshalb die Schlacht um Zion das wenige war, was nach der letzten Sichtung hängen geblieben ist.
Unfassbar wie man Teil 2 und vorallem Teil 3 gegen die Wand gefahren hat...
Sequels halt. :D Sind Wiederholungen des ersten Teils, nur anders strukturiert mit vereinzelt neuen Elementen (wie hier die Verteidigung von Zion).
Willy Wonka
11.07.2011, 18:55
Sequels halt. :D Sind Wiederholungen des ersten Teils, nur anders strukturiert mit vereinzelt neuen Elementen (wie hier die Verteidigung von Zion).
Das sind überhaupt keine typischen Sequels und genau das missfällt anscheinend den meisten.
Im übrigen ist das Ende von „Matrix Revolutions" ist einfach nur göttlich und anbetungswürdig. :bet:
Russel Faraday
11.07.2011, 19:01
Das sind überhaupt keine typischen Sequels und genau das missfällt anscheinend den meisten.[...]
stimmt. ein sequel setzt voraus, irgendeine geschichte erzählen zu wollen. blöd nur, wenn man nach teil 1 einfach nichts mehr zu sagen hat. :p
Willy Wonka
11.07.2011, 19:25
stimmt. ein sequel setzt voraus, irgendeine geschichte erzählen zu wollen. blöd nur, wenn man nach teil 1 einfach nichts mehr zu sagen hat. :p
Tja.. dann wurdest du wohl von den Actionszenen eingelullt und konntest dich nicht mehr auf die Komplexität der Geschichte konzentrieren. ;)
Die beiden Fortsetzungen führen den Zuschauer viel tiefer in den Kaninchenbau als man es sich hätte vorstellen können. Viele Aspekte, Theorien des ersten Films wurden üben den Haufen geworfen und somit zeigen die Fortsetzung die wahre Welt der „Matrix". Der erste Film zelebrierte nur den fanatischen Glauben eines Anführers „Morpheus" und seinen Anhängern und dieses wird in den Fortsetzungen zum Teil widerlegt, aber weiterhin gibt es den Glauben und die theoretischen Ansätze eines Erlösers, aber mit einem vollkommen anderen Hintergrund.
Und die Philosophie soll nur ein Lückenfüller sein? Wieso wurde dann ein sehr langes Gespräch mit dem Architekten integriert? Hätten die Wachowski-Brüder wirklich nur einen stumpfes Actionfeuerwerk abliefern wollen, wären sie nicht das Risiko eingegangen den normalen Zuschauer durch ein langes kompliziertes Gespräch zu langweilen.
Leider fehlt mir die Eloquenz die Genialität dieser Filmreihe in ausführlichen Worten zu beschreiben (und daher war ich in diesem Thema bislang auch nicht sehr aktiv) und außerdem fehlt mir die Motivation und Zeit detailliert zu schildern, warum diese Filme keinesfalls schlecht sind, denn dafür habe ich zu oft das Gefühl, dass ich gegen eine Wand rede (Damit möchte ich keinen speziell ansprechen).
Ich habe mich schon lange damit abgefunden, dass nur sehr wenige einen Zugang zu dieser Trilogie gefunden habe und ich bin glücklich, dass ich einer von ihnen bin. ;)
Russel Faraday
11.07.2011, 19:43
doch was nützen die edelsten, philosophisch bedeutendsten absichten, wenn so sterbenslangweilige, auf film gebannte zeitverschwendung bei rauskommt, bei der selbst die action zur geduldsprobe wird?
Willy Wonka
11.07.2011, 19:47
doch was nützen die edelsten, philosophisch bedeutendsten absichten, wenn so sterbenslangweilige, auf film gebannte zeitverschwendung bei rauskommt, bei der selbst die action zur geduldsprobe wird?
Wenn man keinen Zugang findet, kann man alles langweilig finden...
Russel Faraday
11.07.2011, 19:56
Wenn man keinen Zugang findet, kann man alles langweilig finden...
das ist wohl wahr. nur ist es ein unterschied, ob langeweile interessant oder uninteressant gestaltet wird. es gibt endlos viele filme, die ich hochinteressant finde, obwohl sie subjektiv sehr langatmig erscheinen. "letztes jahr in Marienbad", "Stalker" oder "Nostalghia" z.B. eine menge leute dürften sich bei diesen filmen zu tode langweilen. ich finde sie fantastisch
aber mal ernsthaft: action in einem film, die langweilig ist? ich rede nichtmal von den dialogszenen in den "matrix"-nachfolgern. ich rede von endlosen prügeleien, eine wie die andere. endlosen schießereien, eine wie die andere. endlosen verfolgungen. wenn das langweilig ist, wie sollen mich dann noch dialoge und ein tieferer sinn begeistern können? klarer fall von "es sollte von vornherein eine trilogie sein". nur warum fühlen sich die teile 2 und 3 dann wie blinddärme an? es schadet nix, wenn man ihn hat. aber wenn er sich entzündet und entfernt wird, kommt man auch damit klar.
aber mal ernsthaft: action in einem film, die langweilig ist? ich rede nichtmal von den dialogszenen in den "matrix"-nachfolgern. ich rede von endlosen prügeleien, eine wie die andere. endlosen schießereien, eine wie die andere. endlosen verfolgungen. wenn das langweilig ist, wie sollen mich dann noch dialoge und ein tieferer sinn begeistern können?
Das ist genau mein Problem mit Teil 2 und 3: es ist einfach too much. Teil 1 ging ebenfalls schon ein wenig in diese Richtung, aber damals waren diese Szenen neu und sinnvoll ins Gesamtgeschehen integriert. Bei den zwei Nachfolgern war es einfach zuviel des Guten, sodass ich geistig irgendwann abgeschaltet habe.
Willy Wonka
11.07.2011, 21:38
aber mal ernsthaft: action in einem film, die langweilig ist? ich rede nichtmal von den dialogszenen in den "matrix"-nachfolgern.
Das ist ja auch die Problematik, warum diese Film keine richtige Zielgruppe haben. Für die einen ist es zu viel scheinbar belanglose Action und für die anderen werden die coolen Actionszenen von scheinbar langweiligen Dialogen unterbrochen.
Ich bekomme sowohl bei den sehr ästhetischen Actionszenen als auch bei den Dialogen eine Gänsehaut und daher bietet mir diese Trilogie sowohl Unterhaltung als auch Anspruch.
Count Dooku
11.07.2011, 21:56
aber mal ernsthaft: action in einem film, die langweilig ist?
Ab einem bestimmten Zeitpunkt kann eine Actionszene ziemlich langweilig werden. Bei "Transformers 2" wäre ich auf Dauer beidem Geballer eingeschlafen.
Balthier9999
12.07.2011, 02:16
Das sind überhaupt keine typischen Sequels […]
Mm, doch. :ugly: Die Ideologie (der Wille des Menschen) bleibt bei allen Filmen gleich, genauso wie Elemente in der Struktur. Beispielsweise die Wiederauferstehung nach christlichem Vorbild oder die Aufwachszenen am Beginn jeden Films. Zudem starrt man ständig auf die gleiche ideologische Oberfläche: Entscheidungen werden dem Protagonisten regelrecht ins Auge gedrückt (Pille) :ugly:, um immer wieder die Willensfrage in den Raum zu werfen.
Im übrigen ist das Ende von „Matrix Revolutions" ist einfach nur göttlich und anbetungswürdig. :bet:… Wieso denn das? :huh: Wenn du vor Reloaded niederkniest, könnte ich dich, wenn auch mit Grinsen, verstehen. Aber Revolutions mangelt es doch an all jenen Aspekten, die die Vorgänger wenigstens akzeptabel machten? Es gibt keine philosophischen Diskurse und die Action ist aus technischer Sicht schlechter als in Reloaded.
Am Ende wird die komplette Reihe sinnlos gemacht. :D:hoch:
Tja.. dann wurdest du wohl von den Actionszenen eingelullt und konntest dich nicht mehr auf die Komplexität der Geschichte konzentrieren. ;)Das ist dann wohl kein Problem für ihn, denn es ist vielmehr ein Zeichen dafür, dass die Regisseure ihre Arbeit nicht gut gemacht haben. (Stichwort Timing)
Die beiden Fortsetzungen führen den Zuschauer viel tiefer in den Kaninchenbau als man es sich hätte vorstellen können. Viele Aspekte, Theorien des ersten Films wurden üben den Haufen geworfen und somit zeigen die Fortsetzung die wahre Welt der „Matrix".
Das ist aus meiner persönlichen Sicht genau das Problem: Während man über das Orakel im ersten Teil noch philosophieren konnte (Welche symbolische Funktion hat das Orakel?), wird in Reloaded ziemlich platt und direkt der Sinn des Ganzen aufgeklärt. Aber irgendwie musste man Sinn in die Fortsetzungen bringen, nicht wahr? :D
Der erste Film zelebrierte nur den fanatischen Glauben eines Anführers „Morpheus" und seinen Anhängern und dieses wird in den Fortsetzungen zum Teil widerlegt, aber weiterhin gibt es den Glauben und die theoretischen Ansätze eines Erlösers, aber mit einem vollkommen anderen Hintergrund. Die Thematik des Willens war auch im ersten Teil präsent – eigentlich war sie ja Hauptbestandteil. Genauso wie die damit verbundenen Willensfragen. (Pille, Entscheidungsfragen)
Und die Philosophie soll nur ein Lückenfüller sein? Wieso wurde dann ein sehr langes Gespräch mit dem Architekten integriert?Na ja, die Philosophie ändert sich zumindest nicht über die drei Teile. Das Gespräch war auch nicht tiefgreifend philosophisch, er wiederholt nur das, was Agent Smith bereits im ersten Teil gesagt hat. Er verschärft weiterhin die Problematik des freien Willens etc.
Matrix ist übrigens auch nicht der erste Film, der die „Hirn-im-Tank“-Problematik aufgreift. Welt am Draht von Fassbinder darf sich als Vorgänger von Matrix verstehen.
aber mal ernsthaft: action in einem film, die langweilig ist?Das gibt es eigentlich sehr oft. :D
Willy Wonka
12.07.2011, 18:25
Mm, doch. :ugly: Die Ideologie (der Wille des Menschen) bleibt bei allen Filmen gleich, genauso wie Elemente in der Struktur.
Die Thematik bleibt gleich, aber sie bekommt neue Facetten dazu. Was ist für mich ein typisches Sequel? Den Helden, den wir aus Teil kennen gelernt haben, bekommt einen neuen Fall, welchen er lösen muss. Typische Fortsetzungen sind die zum Beispiel „Letal Weapon-Filme", „Bad Boys 2", „Transformers-Filme" und tausende andere Filme. Keine typischen Fortsetzungen sind für mich Filme, die im Verlauf der Filme eine schlüssige Geschichte erzählen wie z.B. „Der Herr der Ringe", „Kill Bill", „Zurück in die Zukunft 2 und 3" etc.
Ich bevorzuge immer einen roten Faden und daher sehe ich mir auch lieber Serien wie „Six Feet Under“ oder „Die Sopranos“ an, im Gegensatz zu diverse Serien, die in jeder Folge einen neuen „Fall“ präsentieren.
… Wieso denn das? :huh: Wenn du vor Reloaded niederkniest, könnte ich dich, wenn auch mit Grinsen, verstehen. Aber Revolutions mangelt es doch an all jenen Aspekten, die die Vorgänger wenigstens akzeptabel machten? Es gibt keine philosophischen Diskurse und die Action ist aus technischer Sicht schlechter als in Reloaded.
Natürlich bietet „Revolutions" deutlich mehr Action und die Schlacht wird ausgiebig gezeigt, aber in den vorherigen Filmen wurde darauf hingearbeitet. Man bekommt nicht irgendeine Schlacht zu sehen, sondern man versteht die Hintergründe und kann mitfiebern und Teil 3 sehe ich sowieso nicht als eigenständigen Film. Beide Filme werden nahtlos von mir hintereinander gesehen.
Der Kampf zwischen Agent Smith und Neo mit dem Gänsehautscore von Don Davis ist für mich das größte Duell der Filmgeschichte!
Am Ende wird die komplette Reihe sinnlos gemacht. :D:hoch:
Das hat die meisten wohl verstört, wenn sie es denn verstanden haben.
Das ist dann wohl kein Problem für ihn, denn es ist vielmehr ein Zeichen dafür, dass die Regisseure ihre Arbeit nicht gut gemacht haben. (Stichwort Timing)
Das Timing der Filme ist gewöhnungsbedürftig, weil der Film keine standardisierte Erzählstruktur verwenden. Den Punkt kann man sowohl positiv als auch negativ sehen.
Das ist aus meiner persönlichen Sicht genau das Problem: Während man über das Orakel im ersten Teil noch philosophieren konnte (Welche symbolische Funktion hat das Orakel?), wird in Reloaded ziemlich platt und direkt der Sinn des Ganzen aufgeklärt. Aber irgendwie musste man Sinn in die Fortsetzungen bringen, nicht wahr? :D
Die Thematik des Willens war auch im ersten Teil präsent – eigentlich war sie ja Hauptbestandteil. Genauso wie die damit verbundenen Willensfragen. (Pille, Entscheidungsfragen)
Na ja, die Philosophie ändert sich zumindest nicht über die drei Teile. Das Gespräch war auch nicht tiefgreifend philosophisch, er wiederholt nur das, was Agent Smith bereits im ersten Teil gesagt hat. Er verschärft weiterhin die Problematik des freien Willens etc.
Viele Dinge wurden entmystifiziert und das Thema der Filme ist gleichbleibend, aber das Thema wird von verschiedenen Standpunkten betrachtet und bekommt dadurch mehr Facetten. Wenn sie ein vollkommen neues Thema verwendet hätten, wäre es keine Fortsetzung zu „Matrix“ gewesen, sondern fast ein eigenständiger Film.
Matrix ist übrigens auch nicht der erste Film, der die „Hirn-im-Tank“-Problematik aufgreift. Welt am Draht von Fassbinder darf sich als Vorgänger von Matrix verstehen.
Das gibt es eigentlich sehr oft. :D
Das war mir damals nicht bewusst, aber über die Jahre habe ich mich mehr mit dieser Thematik beschäftigt, denn die Wachowski-Brüder haben sich auch an diversen Mangas und Animes angelehnt.
Nur in der Verbindung mit so viel Action und Kung-Fu-Kämpfen wurde für viele etwas Neues daraus, weil es in dieser Form noch nicht für eine breite Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde.
Balthier9999
13.07.2011, 03:44
Die Thematik bleibt gleich, aber sie bekommt neue Facetten dazu. Was ist für mich ein typisches Sequel? Den Helden, den wir aus Teil kennen gelernt haben, bekommt einen neuen Fall, welchen er lösen muss. Typische Fortsetzungen sind die zum Beispiel „Letal Weapon-Filme", „Bad Boys 2", „Transformers-Filme" und tausende andere Filme. Keine typischen Fortsetzungen sind für mich Filme, die im Verlauf der Filme eine schlüssige Geschichte erzählen wie z.B. „Der Herr der Ringe", „Kill Bill", „Zurück in die Zukunft 2 und 3" etc.
Ich bevorzuge immer einen roten Faden und daher sehe ich mir auch lieber Serien wie „Six Feet Under“ oder „Die Sopranos“ an, im Gegensatz zu diverse Serien, die in jeder Folge einen neuen „Fall“ präsentieren.
Für mich bleiben Sequels ‚typisch‘, wenn sich die Grundaussage des Films nicht großartig ändert. Bei Alien ist das Grundmotiv beispielsweise die Schwangerschaft, über die folgenden Teile bleibt es erhalten, wird jedoch abgewandelt. Wirklich prägnant ist dann nur noch der erste Teil.
Ausnahme stellen natürlich große Geschichten dar, die zwangsläufig über mehrere Filme erzählt werden müssen. Dabei ist erkennbar, dass sich die Ideologie über die Teile fortentwickelt, was meistens nur der Fall ist, wenn vorher auch wirklich ein Sequel geplant war.
Bei Matrix habe ich, auch wenn es die Regisseure anders behaupten, daran so meine Zweifel. Die nachfolgenden Teile gehen vielmehr auf den ersten Teil ein, stellen sich als die Lösungsseite eines Rätsels dar. Zudem wiederholen sich die Muster, die schließlich nur gesteigert werden. Matrix 1 und Matrix 2 & 3 sind zwei verschiedene Filme aus meiner Sicht.
Anders gesagt: Ein Sequel ist für mich gut, wenn es mindestens genauso „gut“ wie der erste Teil ist. Es muss die Innovation übertreffen und darf den Film nicht eins zu eins wiederholen. Die Thematik in Matrix an Innovation zu übertreffen ist schwierig, der Wow-Effekt kaum wieder reproduzierbar.
Natürlich bietet „Revolutions" deutlich mehr Action und die Schlacht wird ausgiebig gezeigt, aber in den vorherigen Filmen wurde darauf hingearbeitet. Man bekommt nicht irgendeine Schlacht zu sehen, sondern man versteht die Hintergründe und kann mitfiebern und Teil 3 sehe ich sowieso nicht als eigenständigen Film. Beide Filme werden nahtlos von mir hintereinander gesehen.
Der Kampf zwischen Agent Smith und Neo mit dem Gänsehautscore von Don Davis ist für mich das größte Duell der Filmgeschichte!
Die Action ist aber eher ödes CG-Getue, da fand ich Reloaded wesentlich cooler (Autobahn).
Das Timing der Filme ist gewöhnungsbedürftig, weil der Film keine standardisierte Erzählstruktur verwenden. Den Punkt kann man sowohl positiv als auch negativ sehen.
Mm, afair ist Matrix im typischen 5-Akt-Muster gebaut, oder? :confused:
Viele Dinge wurden entmystifiziert und das Thema der Filme ist gleichbleibend, aber das Thema wird von verschiedenen Standpunkten betrachtet und bekommt dadurch mehr Facetten. Wenn sie ein vollkommen neues Thema verwendet hätten, wäre es keine Fortsetzung zu „Matrix“ gewesen, sondern fast ein eigenständiger Film.Die einzige hinzugekommene Facette, die mir einfällt, ist die, dass Neo und der Widerstand Bestandteil des Plans sind. Die ist zwar dem sowieso schwierigen Willensthema wieder verwandt, macht die Situation natürlich aber wieder dramatischer.
Neues Thema: Problem ist, dass im Matrix-Universum schwer ein neues Thema gefunden werden kann, das sich nicht allzu sehr von der Willensproblematik entfernt. Vielleicht ein Szenario nach der Matrix? Statt um Willen geht es um das Münchhausen-Trilemma oder so. :ugly:
Das war mir damals nicht bewusst, aber über die Jahre habe ich mich mehr mit dieser Thematik beschäftigt, denn die Wachowski-Brüder haben sich auch an diversen Mangas und Animes angelehnt.
Was war dir nicht bewusst? Der Skeptizismus oder dass der Fassbinder-Film schon früher die Thematik behandelte?
Für mich bleiben Sequels ‚typisch‘, wenn sich die Grundaussage des Films nicht großartig ändert. Bei Alien ist das Grundmotiv beispielsweise die Schwangerschaft, über die folgenden Teile bleibt es erhalten, wird jedoch abgewandelt. Wirklich prägnant ist dann nur noch der erste Teil.
Wobei gerade die ersten beiden Alien-Filme unterschiedlicher nicht sein könnten. Cameron hat aus dem düsteren Horrorszenario des ersten Films ein waschechtes Actionfeuerwerk gemacht - und es passt. Bei der Matrix-Reihe ist das nach meinem Geschmack ziemlich in die Hose gegangen.
Willy Wonka
13.07.2011, 20:36
Bei Matrix habe ich, auch wenn es die Regisseure anders behaupten, daran so meine Zweifel. Die nachfolgenden Teile gehen vielmehr auf den ersten Teil ein, stellen sich als die Lösungsseite eines Rätsels dar. (...) Matrix 1 und Matrix 2 & 3 sind zwei verschiedene Filme aus meiner Sicht.
Teil 2 und 3 sind absolut zusammenhängend und beziehen sich massiv auf den ersten Film und entmystifizieren diesen.Daher schließe ich mich dich an, dass es eine Diskrepanz zwischen dem ersten Film und seinen Fortsetzungen gibt. Andere Filme gehen kaum auf das Geschehen des Originals ein und liefern vielleicht nur ein paar Reminiszenzen, die meist humorvoll eingebaut werden.
Anders gesagt: Ein Sequel ist für mich gut, wenn es mindestens genauso „gut“ wie der erste Teil ist. Es muss die Innovation übertreffen und darf den Film nicht eins zu eins wiederholen. Die Thematik in Matrix an Innovation zu übertreffen ist schwierig, der Wow-Effekt kaum wieder reproduzierbar.
In meinen Augen wurde beides übertroffen bzw. entspricht der gleichen Qualität. Jeder hat seine eigene Präferenzen.
Die Action ist aber eher ödes CG-Getue, da fand ich Reloaded wesentlich cooler (Autobahn).
Heute mag die CGI ein wenig überholt wirken, aber von der Inszenierung und auch von den Pathos, welche an viele Mangas und Animes erinnern, ist es für mich das non plus ultra.
Mm, afair ist Matrix im typischen 5-Akt-Muster gebaut, oder? :confused:
Vielleicht war „Erzählstruktur" das falsche Wort. Ich meine einfach die Szeneabfolge und deren Länge. Für die meisten wirkt es unausgeglichen, weil es zwischenzeitlich sehr lange Actionsequenzen gibt und dann wieder aufeinanderfolgende Szenen mit sehr viel Dialog.
Was war dir nicht bewusst? Der Skeptizismus oder dass der Fassbinder-Film schon früher die Thematik behandelte?
Beides, denn im Alter von zehn bzw. zwölf Jahre kann ich weder Fassbinder noch den behandelten Skeptizismus.
Balthier9999
14.07.2011, 04:35
Ich beende mal das Zitat-Antworten, das führt in der Regel nur zu einer Menge Kleinigkeiten, die die Sicht aufs Ganze erschweren.
Der erste Teil hat das Setting, das Thema, logischerweise die Ideologie und die Charaktere definiert – ein Sequel muss natürlich irgendwie die Ideologie des Vorgängers aufgreifen, deshalb sage ich ja stets: Ein Sequel erreicht nie oder nur selten den Vorgänger. Vielleicht ist die Ideologie für manche nicht wichtig oder nicht wichtiger als andere Dinge, ich bin da anderer Meinung. Ohne Grundsatz kann ein Film nur hohl sein; die Wiederholung ist dann eben eine unnötige Wiederholung. Auch wenn Reloaded und Revolutions den ersten Teil zerpflücken, was tatsächlich bei anderen Filmserien so nicht geschieht, so bleibt der Grundsatz immer gleich: Der Wille, Neo muss sich hier und da entscheiden, die Menschen sind in einem Gurkenglas gefangen, was für philosophischen Fragen wirft das auf? Damit sind Matrix 2 und 3 narrativ zwar interessant, aber ideologisch, wie es von Sequels zu erwarten ist, repetitiv. Womit sie für mich weniger interessant sind.
Der Merchandise-Hype während des Releases tat dann sein übriges.
Ich selbst bin übrigens ein schlechtes Vorbild, denn der Text oben ist ideologisch der gleiche wie der Text hier:
Sequels halt. :D Sind Wiederholungen des ersten Teils, nur anders strukturiert mit vereinzelt neuen Elementen (wie hier die Verteidigung von Zion).
:ugly:
Es ist nun mal aus meiner Sicht das Hauptproblem, Dinge wie CGI-Überdruss oder schlecht gesetzte Ruhephasen sind Kleinigkeiten.^^
Wobei gerade die ersten beiden Alien-Filme unterschiedlicher nicht sein könnten. Cameron hat aus dem düsteren Horrorszenario des ersten Films ein waschechtes Actionfeuerwerk gemacht - und es passt. Bei der Matrix-Reihe ist das nach meinem Geschmack ziemlich in die Hose gegangen.Ja, aber da hat wieder die Qualität der Bedeutung des Films abgenommen – es ging dann nur noch um böse Mutter gegen gute Mutter.^^ Es ist klar, dass mit jedem Sequel der erzählerische Gehalt insgesamt zunimmt, das „Universum“ größer wird, aber der Kern der Sache bleibt meistens gleich oder wird bei vielen Filmen auch einfach missachtet.
Dennoch kann man sich gut unterhalten damit.^^
Es ist klar, dass mit jedem Sequel der erzählerische Gehalt insgesamt zunimmt, das „Universum“ größer wird, aber der Kern der Sache bleibt meistens gleich oder wird bei vielen Filmen auch einfach missachtet.
Ich fürchte, es geht heute kaum noch anders. Wieviele neue Universen kann man sich noch aus der Hirnrinde pulen, wenn fast alles in ähnlicher Form schonmal dagewesen ist? Da nimmt man sich doch lieber ein bestehendes Universum und erweitert es - oder krempelt es derart um, dass sämtliche alten Fans aufjaulen und schreibt "Reboot" drauf. :D
@topic:
War "Matrix" eigentlich von vornherein als Trilogie geplant? Für mich sieht das nämlich eher nach "wir drehen einen eigenständigen Film und schieben bei Erfolg zwei Fortsetzungen nach" aus.
Balthier9999
14.07.2011, 19:12
Ich fürchte, es geht heute kaum noch anders. Wieviele neue Universen kann man sich noch aus der Hirnrinde pulen, wenn fast alles in ähnlicher Form schonmal dagewesen ist? Da nimmt man sich doch lieber ein bestehendes Universum und erweitert es - oder krempelt es derart um, dass sämtliche alten Fans aufjaulen und schreibt "Reboot" drauf. :D
Mm… ich glaube nicht, dass alle Ideen verbraucht sind. Geht auch schwer. (Es kommen ja regelmäßig _neue_ Filme ins Kino.) Allerdings ist eine Fortsetzung lukrativer, weil man auf Bewährtes setzt und zudem eine sichere Fanbase hat. Sieht man ja bei Videospielen… Matrix passt da ganz gut als Beispiel: Jede Menge Merchandise, Werbesendungen, ein Videospiel und ein Anime^^ Da sollte die Fanbase mobilisiert und die Fortsetzung gehypt werden.
War "Matrix" eigentlich von vornherein als Trilogie geplant? Für mich sieht das nämlich eher nach "wir drehen einen eigenständigen Film und schieben bei Erfolg zwei Fortsetzungen nach" aus.
IIRC haben die Macher behauptet, sie hätten von Anfang an einen Nachfolger geplant. Ich glaube eher: Matrix hatte viele ‚Geheimnisse‘, eine Geschichte um Matrix herum wurde bereits gesponnen – das ist aber bei fast jeder guten Story so.
Mm… ich glaube nicht, dass alle Ideen verbraucht sind. Geht auch schwer. (Es kommen ja regelmäßig _neue_ Filme ins Kino.)
In meiner Aussage steckte auch ein klitzekleiner Funken Ironie. :D Gerade Hollywood wird ja seit geraumer Zeit von akuter Ideenlosigkeit heimgesucht, wenn man sich die ganzen Fortsetzungen und Remakes vor Augen führt. Da könnte man fast vermuten, dass jede Geschichte bereits erzählt wurde. Ganz so krass ist es zum Glück noch nicht.
Willy Wonka
14.07.2011, 20:50
Deine Position ist eindeutig festzumachen. Du bist kein Liebhaber von Fortsetzungen. (;))
Generell war ich und bin ich auch heute noch sehr aufgeschlossen gegenüber Fortsetzungen, wenn sie nicht einfach alles wiederholen und das macht Matrix in meinen Augen überhaupt nicht. Des Weiteren verachte ich Fortsetzungen, welche wirklich absolut nur wegen des Geldes produziert werden.
Die beiden Fortsetzungen von Matrix hatten damals eine sehr breite Marketing-Kampagne, welche zum damaligen Zeitpunkt noch eine Ausnahme darstellte. Natürlich gab es ähnliche Marken, welche an verschieden Fronten ihr Produkt beworben haben wie z.B. „Star Wars", aber in den letzten Jahren hat es für mich noch deutlich mehr zugenommen. Aufgrund der großen Werbeaktion könnte man vermuten, dass die Fortsetzungen wirklich nur als Gelddruckmaschinen verwendet worden sind, aber dieses lässt sich nicht mit der Idee und der Umsetzung der Filme nicht verbinden. Du verbindest die Fortsetzung von „Matrix“ mit Kommerz, da sie in den Medien so in Erscheinung getreten sind (u.a. in Form eines „imitierten“ Hypes) und weil diese Filme sehr viel Geld eingespielt haben. Die Verbindung von Kunst und Kommerz ist immer ein heikles Thema und manchmal werden kommerziell erfolgreiche zu unrecht als schlecht, einfallslos, langweilig oder dergleichen bezeichnet und zwar nur, weil man den Erfolg des Films mit der Qualität gleichsetzt.
(Sehr erfolgreich = sehr vielen Menschen gefällt es = trivial = langweilig und uninteressant). Ich merke gerade, dass ich mich ein wenig vom eigentlich Thema entfernt habe... :uff:
Zur Thematik:
Der erste Teil thematisiert mehr den Schein und den Sein und kann als visuelle Umsetzung von Platons Höhengleichnis gedeutet werden. Die Determination des freien Willens war für mich nur ein kleiner Akzent des Films und wurde in den Fortsetzungen zum Hauptthema erhoben. Der erste Film stellt mehr die Fragen, was ist Wirklichkeit und was macht die Wirklichkeit zur Wirklichkeit und wer könnte uns täuschen wollen und welche Gründe könnte er dafür haben
Balthier9999
16.07.2011, 21:04
[…]Du verbindest die Fortsetzung von „Matrix“ mit Kommerz, da sie in den Medien so in Erscheinung getreten sind (u.a. in Form eines „imitierten“ Hypes) und weil diese Filme sehr viel Geld eingespielt haben. Die Verbindung von Kunst und Kommerz ist immer ein heikles Thema und manchmal werden kommerziell erfolgreiche zu unrecht als schlecht, einfallslos, langweilig oder dergleichen bezeichnet und zwar nur, weil man den Erfolg des Films mit der Qualität gleichsetzt.
Nicht nur die Fortsetzung, auch der Erstling ist Kommerz. Eine Kunstdiskussion an dieser Stelle wäre sicher zu ausschweifend und off topic, deshalb nur so viel: 1. Ich finde PoMo dämlich. :D 2. Heißt das, ich stehe hinter den Prinzipien der Moderne. 3.Ein kommerzielles Produkt findet seinen Zweck beim Geld, Kunst bei ihr selbst. Aus meiner Sicht kann nur das Autorenkino einen Kunst-Status erlangen.
Aber ich glaube nicht, dass es hier um Kunst/Kommerz geht. Filme sind vor allem Unterhaltung, ihre ‚hypnotische‘ Wirkung erschwert eine intensive Auseinandersetzung sowieso. Trotzdem müssen Sequels nicht sein, sie schaden aus meiner Sicht die Vorgänger.
Der erste Teil thematisiert mehr den Schein und den Sein und kann als visuelle Umsetzung von Platons Höhengleichnis gedeutet werden. Die Determination des freien Willens war für mich nur ein kleiner Akzent des Films und wurde in den Fortsetzungen zum Hauptthema erhoben. Der erste Film stellt mehr die Fragen, was ist Wirklichkeit und was macht die Wirklichkeit zur Wirklichkeit und wer könnte uns täuschen wollen und welche Gründe könnte er dafür haben
Höhlengleichnis, Willensfrage, Freiheit vs. Sicherheit – im Prinzip hängen all diese Themen miteinander zusammen und können auch ohne Teil 2 und 3 dank den ständig gestellten Fragen den Zuschauer beschäftigen. Sie waren in den Nachfolgern nichts neues mehr.
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