Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Panic Room
crizzero
17.06.2008, 13:42
Gesamtübersicht aller Kritiken zu Panic Room:
#02 17.06.08 crizzo (http://www.filmvisionaere.com/showpost.php?p=580&postcount=2)
crizzero
17.06.2008, 13:44
Panic Room (http://www.ofdb.de/film/17216,Panic-Room)
Der titelgebende "Panic Room" ist ein absolut einbruchsicherer Schutzraum aus dickem Stahl, in den sich Hausbesitzer zurückziehen können, falls Einbrecher in ihrem Haus sind. Er verfügt über ein von der Hauptleitung unabhängiges Telefon, Bildschirme zu den überall im Haus installierten Kameras, einer separaten Luftzufuhr sowie Notfallboxen mit Wasser und Nahrungsmitteln, um eine dauerhafte Besetzung des Eigenheims notfalls auch mal aussitzen zu können.
In diesem Thriller von Spannungsexperte David Fincher kommen aber noch weitere, einschränkende Aspekte hinzu. Zu dumm ist es nämlich, wenn man das Telefon im Schutzraum noch gar nicht freischalten ließ, da man gerade die erste Nacht im neuen Haus verbringt. Ebenfalls blöd, wenn die eigene Tochter ihre Insulinspritze braucht und diese aber in ihrem Zimmer liegt, während gerade drei mehr oder minder böse Einbrecher im Haus sind. Auch schade, dass man die Notfallboxen ausschließlich mit zuckerfreien Lebensmitteln gefüllt hat. Aber absolut extrem verfahren ist die Situation, wenn die Einbrecher wegen etwas da sind, was sich genau in diesem Schutzraum befindet, in den man sich unlängst aus lauter Panik vor den Verbrechern gerettet hat. Die Aussicht auf ein Happy-End ist unter diesen Vorzeichen plötzlich verschwindend gering.
Fincher zieht auch hier zeitweise an der Spannungsschraube und liefert oberflächlich betrachtet einen grundsoliden Thriller ab, der bis zum leicht dramatischen Ende schon ordentlich unterhalten kann. Auch serviert er in der Belagerungsthematik die ein oder andere nette Wendung, die zwar zwischendurch auflockert, jedoch gleichzeitig überrascht wie Schnee im Winter. Letztlich bleibt er erzählerisch wie auch handwerklich unter seinem mit Filmen wie "Sieben", "The Game" oder "Fight Club" so grandios nachgewiesenen, meisterhaften Niveau. Da heute der nach fünf Jahren neuste Fincher-Film "Zodiac" im Kino läuft und ebenfalls überzeugend fesselt, schlägt "Panic Room" zwar als solider, aber letztlich nicht derart überragender Streifen in der sonst so sensationellen Film-Chronik des 45-jährigen Regisseurs zu Buche. Ein kleiner Zacken in der großen Krone des Thriller-Königs.
Woran das liegt, mag ich nicht ausreichend begründen können. Einerseits ist es die zu seichte Geschichte mit all ihren Eventualitäten, andererseits die vielen voraussehbaren Momente im Plot. Zwar spielt Jodie Foster zudem routiniert die panische, verzweifelte, aber doch selbstbewusste Geschäftsfrau und alleinerziehende Mutter, dennoch riecht dieses Rollenprofil zu sehr nach einem Klischee. Warum ist wiedermal nur eine zierliche Frau mit gebrechlichem Kind zu Hause, als drei starke, bewaffnete Männer ins Haus eindringen? Es scheint, als wurde dieser Film für Jodie Foster gedreht. Das muss ja längst nichts Schlechtes bedeuten, ganz im Gegenteil, aber hierbei betont es Fosters facettenarmes Rolleneinerlei zu sehr. Auch ein Forest Whitaker, der mittlerweile Oscar-Preisträger ("Der letzte König von Schottland") ist, spielt den grundsätzlich guten Gauner, der nur zur Straftat gedrängt wurde, zu eintönig. Dem restlichen Cast kann ich zudem nur bedingt überzeugendes Schauspiel abkaufen.
Vor allem liegt meine gemäßigte Einschätzung des Films aber wohl an dem erdrückenden Laster der meisterhaften Vorgängerfilme Finchers, welche selbst den subjektiven Eindruck schwer formulierbar machen. Der schlichtweg perfekte Polizei sucht Psychopathen-Film "Sieben", die kaum auszuhaltende Spannung in "The Game" und die einzigartige Gaukelei in "Fight Club" sind letztlich zu gewichtige Errungenschaften, als dass man von dem nachfolgenden "Panic Room" einen ganz netten Durchschnittsthriller erwarten würde. Letztlich ist er ja auch überdurchschnittlich, aber eben längst nicht so meisterhaft wie das restliche Machwerk Finchers.
7/10
stanleydobson
19.06.2008, 12:26
Panic Room (http://www.ofdb.de/film/17216,Panic-Room)
Vor allem liegt meine gemäßigte Einschätzung des Films aber wohl an dem erdrückenden Laster der meisterhaften Vorgängerfilme Finchers, welche selbst den subjektiven Eindruck schwer formulierbar machen. Der schlichtweg perfekte Polizei sucht Psychopathen-Film "Sieben", die kaum auszuhaltende Spannung in "The Game" und die einzigartige Gaukelei in "Fight Club" sind letztlich zu gewichtige Errungenschaften, als dass man von dem nachfolgenden "Panic Room" einen ganz netten Durchschnittsthriller erwarten würde. Letztlich ist er ja auch überdurchschnittlich, aber eben längst nicht so meisterhaft wie das restliche Machwerk Finchers.
7/10
genau deswegen ist/war der film für mich eine entäuschung...dazu noch jodie foster,der ich ihre "verzweiflte mutter" rollen wie schon in flight plan nicht abnehme
Tarantino1980
07.04.2011, 22:04
Hier stimme ich mit Deiner Kritik crizzo überein. Ich mag David Fincher sehr, aber Panic Room ist leider sein schwächster Film. Er hat zwar ein paar nette Ansätze, aber diese hätten Konsequenter umgesetzt werden müssen. Ich hätte es z.B. viel besser und spannender gefunden wenn aus dem Charakter von Forest Whitaker im Laufe das Filmes z.B. ein richtiger Psyhchobat geworden wäre, der sogar den maskierten Einbrecher übertrumpft hätte. So war es leider nicht sonderlich spannend und irgendwie hatte ich damals schon bei der Erstsichtung von Anfang an den Verdacht das er einknickt und den beiden später doch irgendwie noch hilft. Der Film hat wie gesagt seine Momente und ich würde ich auch nicht als schlecht bezeichnen, eine solide 7/10 ist es auf jeden Fall aber im direkten Vergleich mit Finchers anderen Filmen kann er halt nicht mithalten.
crizzero
08.04.2011, 07:31
Ich mag David Fincher sehr, aber Panic Room ist leider sein schwächster Film.
Ich würde eher sagen "Gott sei Dank". Erstens hat nicht jede Filmographie einen "Tiefpunkt" mit ganzen 7/10 zu bieten und zweitens wäre es viel schlimmer, wenn "The Game", "Der seltsame Fall des Benjamin Button", "Zodiac", "Fight Club", "The Social Network" oder "Sieben" leicht enttäuscht hätten. So ist es mir schon am liebsten. :)
Tarantino1980
08.04.2011, 07:57
Ich würde eher sagen "Gott sei Dank". Erstens hat nicht jede Filmographie einen "Tiefpunkt" mit ganzen 7/10 zu bieten und zweitens wäre es viel schlimmer, wenn "The Game", "Der seltsame Fall des Benjamin Button", "Zodiac", "Fight Club", "The Social Network" oder "Sieben" leicht enttäuscht hätten. So ist es mir schon am liebsten. :)
Das stimmt natürlich eine 7/10 ist immer noch ein sehr grundsolider Film von dem viele Regisseure träumen. Aber so ist das leider mit genialen Leuten, der Anspruch ist halt sehr hoch :nice:. Aber naja auch wenn es nicht sein bester ist ich mag den Film.
Eclipsed
08.04.2011, 10:59
[...]wenn "The Game", "Der seltsame Fall des Benjamin Button", "Zodiac", "Fight Club", "The Social Network" oder "Sieben" leicht enttäuscht hätten.
Und was ist mit Alien³? :)
Ich persönlich mag den sehr gerne und finde den 4. Alien-Teil am schwächsten, aber allgemein wird diese "Ehre" ja Fichers Film zuteil!
Tarantino1980
08.04.2011, 11:20
Und was ist mit Alien³? :)
Alien³ ist nach der Verfilmung von Alien (Ridley Scott) mein Lieblingsteil der Reihe. Den Finde ich sogar noch besser als Aliens von Cameron! Die Atmosphäre von Alien³ ist einfach super und so einen Film als Erstlingswerk haben auch nicht viele aufzuweisen.
crizzero
09.04.2011, 07:09
Und was ist mit Alien³? :)
Den müsste ich mal wieder sehen, um entscheiden zu können, ob der unter "Panic Room" liegt. Habe den erst einmal gesehen und das ist mindestens 10 Jahre her. Aber ich könnte mir gut vorstellen, dass er mir nur durchschnittlich gefällt...
Pretender
09.04.2011, 13:23
Also den dritten Alien würde ich gleich bzw. ganz knapp mit einer Bewertung unter Panic Room setzten.
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