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crizzero
17.06.2008, 13:03
Gesamtübersicht aller Kritiken zu Hostel:





Gesamtübersicht aller Kritiken zu Hostel 2:

#02 17.06.08 crizzo (http://www.filmvisionaere.com/showpost.php?p=569&postcount=2)

crizzero
17.06.2008, 13:03
Hostel 2 (http://www.ofdb.de/film/128328,Hostel-2)

"Hostel 2" ist tatsächlich noch krankerer Mist als der Vorgänger! Nur leider kann man diese Aussage nicht mal als eingefleischter Horror-Splatter-Fan als positiv auffassen...

Vor allem deshalb nicht, weil auf eine spannungsgeladene, fesselnde Handlung, wie sie in Teil 1 noch definitiv vorhanden war, komplett verzichtet wurde. Alles fängt recht vielversprechend an, man bekommt Einblicke in die Welt der scheinbar relativ normalen, aber letztlich absolut perversen Menschenkäufer und in das ganze Prozedere drumherum, aber man kann sich zu keiner Zeit mit den Figuren identifizieren und mit ihnen zittern. Nein, nicht einmal mit den Opfern. Allein das müsste schon zu denken geben.

Während man in Teil 1 noch mit Jay Hernandez mitfiebert, ob er es schafft und dabei vor allem auf das Wie gespannt ist, popelt man beim zweiten Teil genervt in der Nase. Von Panik oder Schauder keine Spur. Die Folterszenen, auf die der Film mal wieder konsequent - aber diesmal eben ohne nachvollziehbares Story-Gewand - hinauszielt, sind nichtmal annähernd so schockierend wie in Teil 1. Da zuckte man noch zusammen, weil man den drei Jungs nichts Böses, sondern einzig den puren Spaß wünschte. Man litt richtig mit, als die sympathischen Kerle gefoltert worden. Hier aber fragt man sich eigentlich nur noch, was der kranke Mist ohne Hirn überhaupt soll?!

Dass die im deutschen Kino geschnittene Minute im Film fehlt, interessiert eigentlich keinen. Die Hand voll Szenen, in denen merklich etwas fehlt, will man auch gar nicht komplett sehen. Wenn sowas abgrundtief Krankes wie diese brutalen Foltern ohne jegliche handlungsbereichernde Relevanz, ohne eine ausgefeilte psychologische Komponente und ohne das geringste Mitgefühl des Zuschauers für die Opfer abgehalten wird, schüttelt man nur noch mit dem Kopf, anstatt sich erschrocken und angewidert in den Kinosessel zu pressen.

Was bleibt ist null Atmosphäre, ein Cast aus austauschbaren 08/15-Darstellern und ein absolutes Minimum an Handlung. So machen Horrorfilme keinen Spaß! Für Kult nimmt sich der Streifen viel zu ernst, für Splatter übertreibt er viel zu wenig, für Horror fehlt der gesamte Grusel. Dieser Cocktail ist gründlich in die Hose gegangen und ein ähnlich rabiat schlechtes Sequel wie es "The Grudge 2" im Vergleich zu seinem Vorgänger ist. Eli Roth, den ich für den ersten Teil noch verteidigt habe, muss ich in Sachen Regie hier ein absolutes Armutszeugnis ausstellen. Nicht empfehlenswert.

3/10

deadlyfriend
30.06.2009, 14:22
Teil 2 habe ich nun auch gesehen und fand ihn gar nicht schlecht. Teil 1 hatte zwar die weitaus bessere Atmosphäre aber auch die Fortsetzung war absolut nicht uninteressant. Die Beleuchtung der Täter (wobei ich auch Richard Burgi gerne mag) war gelungen und die Opfer waren nur teilweise nervig. Den Anfang mit dem Überlebenden aus Teil 1 war auch gelungen. Ebenso der kleine Plottwist am Ende mit dem ich aber vorab gerechnet hatte. Trotzdem eine gute Idee. Die Gewaltszenen waren nicht mehr so drastisch wie in Teil 1. Vom Härtegrad zwar genauso heftig aber sie wirkten nicht mehr ganz so gemein wie im Vorgänger. Die Folterszenen waren aber glücklicherweise auch nicht so übertrieben lang und deshalb nicht nervig. Die Dosierung war okay. Insgesamt hatte ich ihn also wesentlich schlechter erwartet.

Willy Wonka
30.06.2009, 16:25
Ich weiß auch nicht warum viele den Film so schlecht fanden, da er durchaus interessante Details hatte und nicht wie eine Kopie des ersten Teils, wie es oft bei Fortsetzungen der Fall ist.


Die Hand voll Szenen, in denen merklich etwas fehlt, will man auch gar nicht komplett sehen. Wenn sowas abgrundtief Krankes wie diese brutalen Foltern ohne jegliche handlungsbereichernde Relevanz, ohne eine ausgefeilte psychologische Komponente und ohne das geringste Mitgefühl des Zuschauers für die Opfer abgehalten wird, schüttelt man nur noch mit dem Kopf, anstatt sich erschrocken und angewidert in den Kinosessel zu pressen.
So abgrundtief krank ist der Film definitiv nicht und ich fand z.B. das Prequel zu TCM weitaus schlimmer, denn der Film besitzt genau all das, was du gerade beschrieben hat. Da reiht sich eine Szene nach der Anderen an, in der zerstückelt, gesägt, gefoltert, gemordet etc. etc. etc. wird.
Das ist für mich definitiv eine Stufe härter.
Bei den "Hostel-Filmen" kommt noch der Aspekt hinzu, dass es scheinbar normale Menschen sind.
Und "Hostel 2" ist auch nicht der erste Film, welcher den Zuschauer kein Mitgefühl für die Opfer entgegenbringt (wobei ich deutlich Mitgefühl erahnen konnte), denn wie ist es denn bei Michael oder Jason. Hat man in den Filmen etwa Mitgefühl für die Opfer? Sicherlich nicht. Nein, sogar noch schlimmer, denn der "Killer" wird bejubelt und gilt als "coolste" Figur des Films.
So etwas ist im Prinzip deutlich kranker als "Hostel".

Was bleibt ist null Atmosphäre, ein Cast aus austauschbaren 08/15-Darstellern und ein absolutes Minimum an Handlung. So machen Horrorfilme keinen Spaß!
Und was ist jetzt der Unterschied zu anderen Horrorfilmen?

Für Kult nimmt sich der Streifen viel zu ernst, für Splatter übertreibt er viel zu wenig, für Horror fehlt der gesamte Grusel.
Jetzt übertreibt er zu wenig, aber vorher hast du ihn noch als "krank" bezeichnet. Daraus kann man nicht ganz schlau werden. Richtig, der Film lässt sich nicht in diese Kategorien einordnen, aber muss er das denn? Der Film beschreitet neue Wege (okay der zweite Teil nicht bedingt aber der erste Teil) und hat dieses "Folterkino" groß rausgebracht. Der Film zählt eigentlich zum kontroversen Film und genau diese Filme bekommen sehr unterschiedliche Meinungen vom Publikum. Für mich war "Hostel" und "Hostel 2" sehr unterhaltsam (das war nicht immer so!) und hat das "Foltern" auf eine andere Weise gezeigt, welche aber nicht viel schlechter ist als von anderen Horrorfilmen.

Evil_Gonzo
30.06.2009, 16:30
Hostel ist und bleibt ein schwieriges Thema. Ich persönlich finde beide Filme gut. Teil 1 hat mich doch sehr schockiert und das auf eine faszinierende Art und Weise. Teil 2 ist ein guter Nachfolger. Ist eben nicht jedermanns Sache, aber das ist ja bei jedem Film so.
Teil 1: 8/10 Punkte
Teil 2: 7/10 Punkte

crizzero
30.06.2009, 18:27
denn wie ist es denn bei Michael oder Jason. Hat man in den Filmen etwa Mitgefühl für die Opfer? Sicherlich nicht. Nein, sogar noch schlimmer, denn der "Killer" wird bejubelt und gilt als "coolste" Figur des Films.
So etwas ist im Prinzip deutlich kranker als "Hostel".

Das sehe ich nicht so, Willy, weil es komplett unrealistischer Horrorkult ist, der da abgefeiert wird. Freddy lebt in den Träumen der Opfer, Jason ist nicht tot zu kriegen und Michael steht immer wieder auf... is' klar. :ugly:

Eine wirkliche Psychohorrorstory wird da doch gar nicht erzählt. Die Atmosphäre ist vollkommen sekundär. Einzig der Splatter zählt und wird dem Zuschauer als Spektakel verkauft.
Das darf bei realistischen Horrorfilmen wie "Hostel" und "High Tension" aber meiner Ansicht nach nicht so sein. Deshalb habe ich mich auch so über "Hostel 2" geärgert. Dort erreicht man zu keiner Zeit die schaurig-fiese Atmosphäre des ersten Teils. Dadurch wird mir der reale Horror geradezu gleichgültig.

Jetzt übertreibt er zu wenig, aber vorher hast du ihn noch als "krank" bezeichnet. Daraus kann man nicht ganz schlau werden.

Die Bezeichnungen "krank" und "übertrieben" müssen sich keineswegs ausschließen, tun sie in diesem Fall auch nicht. Krank sind die Folter- und Aggroszenen aller Beteiligten, keine Frage. Aber "Hostel 2" übertreibt eben dahingehend nicht, dass Bösewichte andauernd wieder aufstehen, nicht in Endlosschleifen auf die Protagonisten zustürmen oder gar übernatürliche Kräfte haben. Er bleibt eben zu real, um meiner Meinung nach ins Splattergenre wandern zu können. Das ist grundsätzlich gut so, aber um als Psychohorrorfilm zu glänzen, braucht man eben eine Atmosphäre, die fesselt. Das war für mich hierbei nicht der Fall. Teil 1 empfinde ich wirklich als ungleich stärker.

deadlyfriend
30.06.2009, 18:30
Teil 1 empfinde ich wirklich als ungleich stärker.

Ich fand auch das die Szenerie ab Bratislawa den zweiten Teil locker in die Tasche steckt. Dafür fand ich die Vorgeschichte bei Teil 2 besser als beim ersten Teil, was immerhin gut die Hälfte der Spielzeit ausmacht.

Willy Wonka
30.06.2009, 19:18
Das sehe ich nicht so, Willy, weil es komplett unrealistischer Horrorkult ist, der da abgefeiert wird. Freddy lebt in den Träumen der Opfer, Jason ist nicht tot zu kriegen und Michael steht immer wieder auf... is' klar.

Eine wirkliche Psychohorrorstory wird da doch gar nicht erzählt. Die Atmosphäre ist vollkommen sekundär. Einzig der Splatter zählt und wird dem Zuschauer als Spektakel verkauft.
Das darf bei realistischen Horrorfilmen wie "Hostel" und "High Tension" aber meiner Ansicht nach nicht so sein.
Sehe ich auch so, dass Jason und Co. viel unrealistischer sind und ich kann mich in diesen Punkt dir nur anschließen, aber "Hostel" wirkte für mich auch nicht auf der ganzen Linie realistisch, da er an vielen Stellen zu sehr konstruiert ist. Ich nehme ihn weiterhin deutlich als Fiktion wahr und daher finde ich den Film nicht krank, sondern ich sehe ihn nur als eine neue Art der Horrorunterhaltung an (Der Begriff "Horror" ist natürlich sehr weit gefasst).

Aber "Hostel 2" übertreibt eben dahingehend nicht, dass Bösewichte andauernd wieder aufstehen, nicht in Endlosschleifen auf die Protagonisten zustürmen oder gar übernatürliche Kräfte haben. Er bleibt eben zu real, um meiner Meinung nach ins Splattergenre wandern zu können.
Das ist richtig und ich glaube Roth wollte auch keinen Splatterfilm schaffen. Und in dieser Hinsicht ist der Film auch realer. Warum sollten Horrorfilme nicht realer wirken und gleichzeitig viele Gewalttaten zeigen, denn durch diese Art polarisiert der Film, aber er erschafft auch eine Intensität.

Das ist grundsätzlich gut so, aber um als Psychohorrorfilm zu glänzen, braucht man eben eine Atmosphäre, die fesselt. Das war für mich hierbei nicht der Fall. Teil 1 empfinde ich wirklich als ungleich stärker.
Atmosphäre besitzt der Film, aber sie wird anders eingesetzt als im ersten Film, da man die Mörder näher beleuchtet. Roth hat die Täter noch genauer in den Fokus gerückt und somit ihm mehr Raum gegeben sich zu präsentieren als den Opfern, aber vor allem der Rachakt des einen Opfers lässt den Zuschauer "mitfiebern" und diese Szene ist sehr gelungen und bietet Atmosphäre. Außerdem bildet weiterhin der Lokalkolorit die restliche Atmosphäre.

crizzero
30.06.2009, 20:09
Atmosphäre besitzt der Film, aber sie wird anders eingesetzt als im ersten Film, da man die Mörder näher beleuchtet. Roth hat die Täter noch genauer in den Fokus gerückt und somit ihm mehr Raum gegeben sich zu präsentieren als den Opfern, aber vor allem der Rachakt des einen Opfers lässt den Zuschauer "mitfiebern" und diese Szene ist sehr gelungen und bietet Atmosphäre.

Interessant war das auch, dass die Täter, ihr Umfeld und ihre Herkunft beleuchtet wurden. Auch dass das Prozedere, wie man letztlich an seine Folteropfer gelangt, erklärt wurde, war gut. Genau das bringt dem Film auch die verdienten 3/10 ein. Aber da Darstellerleistungen und Atmosphäre für mich eben eindeutig unterdurchschnittlich waren, konnte der Film insgesamt nicht überzeugen. Realer Psychohorror muss besser gemacht sein, ganz einfach. Und bei Teil 1 war das ja auch der Fall.

Darkknight666
02.07.2009, 06:10
Also ich kann persönlich mit beiden Titeln gar nichts anfangen, ich bin Fan der Saw Reihe, die zwar auch sehr heftig ist aber doch für meine Meinung nicht ganz so schlimm wie die beidew Hostelfilme.

SAB
02.07.2009, 10:39
Interessant war das auch, dass die Täter, ihr Umfeld und ihre Herkunft beleuchtet wurden. Auch dass das Prozedere, wie man letztlich an seine Folteropfer gelangt, erklärt wurde, war gut.

Genau das war es auch, was mir an diesem Film gefallen hat! Ansonsten kann ich dem zweiten Teil leider auch nichts abgewinnen!